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Der treue Zionswächter · 1849-11-23 · 47 (23.11.1849) · page 4

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
47 (23.11.1849)
Date
1849-11-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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es das Erkenstem 'ünd das Festhalten an der Wahrheit?'"^br'nso Bst z B der Glaube an einem Gott nicht Sache Mr Autorität, sticht Sache der Gewissest'ssreihekt. ' Eine Aendcrung des ganzen Geistes-- wegmüFeitverhältnissen darf bei -der' Allwissenheit? des'göttlichestGesetzgebers nicht angenommen' wktdeu. -Wir" müssen darum in den'Gebtten um Witderh erstellnng des jüdischen Cultusdie der-Dpser-ristschaltrn? die damit verbunden waren. Wa^um?sdrästbt?män sich so vor den Opferdrenst und michdvor Tbiergenuß überhaupt? Bezeugen wir ja 'durch shn? daß wir unserer Hingebung durch unser Vermögen Bestärken wollen, und waren sie, die Opfer dock"Von Gotr geboten, — ibre UnerforschlichkeitNarw nicht von der Pflichterfüllung abhängen. v .. 8: 3. Zu den Prinzipien des Iudenthums gebörr die Muerforschlichkeir der Gebote Gdttds, nach ihren Endursachen und Entzwecken, wie überhaupt znm Begriff eines göttlichen Gebotes. Wohl ist eS nicht verboten, darüber Spekulationen zst prohirendoch nur dann, wenn mit dem Grundsätze an die Forschung gegangen wird, daß Hypothesen nicht für die Ausübung der Vorschriften maaßgebend seien. Gewiß aber ist, daß der Zweck aller Gebote im Unterschied vom Naturgcsetz ist Mensch, Veredlung, G e danken Heiligung: Hier" müssest wir einen Vers zur Bewahrheitung anführeiu Deuteron 28, 58 heißt es: „Wenn du nicht achtest zu vollziehen alle Worte dieser Lehre: M Colleklivstamb des ganzen Gesetzes gebraucht, welchem diesem Buche geschrieben stehn, um zu ehrfürchtcn den ic>cr, herrlichten und verehrten Namen Gott deines Herrn?' Alse die Ehrf u,r ch t vor Gott, das ist Zweck aller Worte dieser Lehre?" Darum wurde auch in der corrnvten Zeit, wo Sitte und Gesetz verletzt wurde, von den Propheten nur wegen Unmoralität, ine'aber mit w'e n i g e n Ausnahmen, wegen Observanzverletzung geklagt. Natürlich' dicErfüllung der göttlichen Gebote, sowie der später« Cercmonien setzen einen moralischen Menschen voraus, da nur auf guter Grundlage höheres Gottesleben gedeihen kann. Doch darf im Judenthume ebensowenig die Moral von der Religion getrennt Vorkommen. Hier giebt es keinen Unterschied zwischen Menschen- und Gottesliebe, zwischen innern und äußern Gottesdienst. Das ist eben der besondere Vorzug des Judenthums, daß es die Übertretung auch eines kleinen GottcsgeböteS kn '«eines'mit" der''dcr'Naturpflichten stellt. ' ' - §. 4.' Da sich durch die ' Offenbarung und durch viele GrnNdlehren der heiligen Schrift andere Wahrheiten schließen lassenals' Unsterblichkeit, Belohnung im 'Jenseits, so dürfteman anspirlungsweise von ihnen gehandelt werden? Den Glauben in seiner weiteren Ausdehnung überläßt die heilige Schrift ihren Bekenner«, hofft, daß sie von den Grundlehren gesunde Schlüsse machen, die Sittengesctze aber, obschon sie ebenfalls durch Schlüsse gezogen werden konnten, vertraut sie ohne besondere Vorschriften nicht an. Der Geist soll seiner Entwickelung nicht beraubt werden, er soll freies Feld haben? doch die Moral — das Spiel so hoher Marken — kann seinen Grübeleien nicht anheimgcstellt sein!' > Das" Judenthum hat keine Theologie, das Wesen'Gottes ist zu erforschen verboten, darum giebt es auch keine jüdische Dogmatik, keine jüdische Philosophie.*) Etwas anderes die Eigenschaften Gottes, als Gott der Liebe Gott der Barmherzigkeit wo ist der Gott des Zornes und der Nächle? den'Man dem Jüdenthum angedichter? die sseütlich'^' aus" besonderst Gründen, der in heiligen Schürft 'angegeben sind. Über die anthropologischen Fragest? Sundes nicht Erbsünde? Verzeihung, Gewiss enssreih eit rc. laßt sich äus Beispielen der heiligen Schrift jehr leicht die vernünftige einfache Ansicht entnehmen? ' " ' ' ' §. 5. Das Judenthnm ist zwar mit einem besonderst Staate verbunden, doch seine Bekenner sollen ein besonderes Volk, eine Nation ausmachen, wie dieses im Anfänge gewesen; zumal die Erlstenz eines eigenen Staates mir besonderen Gebeten verbunden war; doch kann es auch ebensö ohne ihn bestehn. Hier haben wir gewiß wieder ein Zeichen seiner göttlichen Wahrheit, daß es nicht' wie ändern Völkern Mit dem Aushören ihrer Selbstständigkeit auch die religiöse Gotteigenschaft verloren. Ja noch mehr, während z, B. Rom und.Athen in ihren Glanzperioden den Keim' des Verfalles legten, so hat gerade daS Judenthum mit seinem staatlichen «) Die Ansichten F. H. Zakobi's über Glauben und Philosophie dürften beinahe auch für Jndenthum und Philosophie anwendbar sein. '?

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