Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 46 (16.11.1849)
- Date
- 1849-11-16
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Wesen des ZudenthuurS Die Entstehung deS Judenthums war keine durch Pie geschichtliche Entwicklung der Menschheit nothwsndig.e, -n ja sie ist der Zcjt ungeheuer vorgerückt — spnderu das Judenthum verdankt seine Grundlegung^flur einer übernatürlichen Offenbarung. ,W^-scheüsU Ü?ls nicht, mit diesem Satze darauf hin^udeuteu^selbst in dem himmelweiten Unterschiede zrps s che w de rE n t si e hung des Judenthums und Chr^cheft der Vorzug des ersteren begründet ist.. Den« es-war eine Folge des gesunkenen Heidenthums, daß für es ein anderes Religionssystem ein« geführt wurde; zumal ein Solches, das Ln der Zeit des zuin EM gewordenen Genusses, sich auf ein Euthaltungsprinzip, auf ein Verachten dieser Welt fuße.^ Warum diese ihre herrlichen Früchte so vielen Geschlechtern, welche seit der Schöpfung gelebt, nicht schon genießen ließ? Darauf wissen wir keinen entsprechenden Aufschluß zu geoen. Jedenfalls gehörtdie Unauflösbarkeit dieser Frage nicht, zu den sich widersprechenden objektiven Vernunftschlüffen — im Judenthume ist nicht das Geringste anzutreffen, was einer gesunden Vernunft widerspräche — sondern muß vielmehr zu den noch so vielen andernlDirigen gerechnet werden, welche uns erforschlich sind. Daß uns solche Probleme auch un gewöhnlichen Leben Vorkommen, die auch der Weiseste mit angestrengtester Kraft nicht zu losen vermag, wird Niemand bestreiten. Wir wollen und dürfen' nicht, aus Vernachlässigung des Geistes unserer Unwissenheit freies Spiel lassen, und Alles dem Bereiche der Unersorichlichkeit zuweisen. Wir können und dürfen aber eben so wenig mit Hülfe wissenschaftlicher Phantasmagorien das Eindringen in offenbare Mysterien erzwingen wollen. Doch ist eine andere Frage, warum der göttliche Gesetzgeber nur ein Volk mit seiner Offenbarung beglückte, keineswegs schwer zu beantworten; ja, es ist natürlich, daß zu Trägern der Lehren der Menschheit nur ein Volk erwählt werden konnte, wie auch stets nur Einzelne die Weisen, nur Einzelne die Leiter und Auserkorenen einer Nation sind und erst durch ihre Lehren und durch ihr Leben auf Andere wirken.*) Zumal da andere *) 3ch glaube Ähnliches in einem Worte Schlossers Nationen zur Glückseligkeit keineswegs der jüdischen Gesetze bedürfen, da sie schon durch das Erfüllen der Narurpsiichten ihrer Lebensaufgabe genügen. Warum aber däS klerne israelitische Volk das dazu auserlesen-wurde? -Das ist durch das frühzeitige Gottsuchen seines Väter', also äuch durch den augenfälligen Beweis größerer Empfänglichkeit für Gottes Wort, erklärlich. ' : Wenn es zwar;ü den angebornen Eigenheiten eines jeden Volkes gehörtsich als ein bevorzugtes und zu den einer jeden Glaubensgenossenscbaft ihre Religion als die erleuchtetere zu halten, so ist doch die Ansicht von einer Bevorzu gung dem Judenthume nur in so ferne eigenals es damit zu einer Pflicht gemacht wird ein zu sein, d. h. einen solchen Lebenswandel zu führen, daß ein Jeder darin ein vorzügliches Volk erkenne, durch welches dann der Name Gottes verherrlicht würde, doch hofft der Jude bei. schwererer Ausübung, von mannigfaltigeren Pflichten natürlich auch größeren Lohn zu ernten. 1. Die heilige Schrift (die 21 nach folgender Ordnungsweise entstanden: 5 Bücher Moses, Hiob, Josua, Richter, Ruth, Samuel 1 u. 2, Psal. men, Könige 1, Lied der Lieder. Sprüche/ Sammler Könige 2, 3 größere Propheten, Klagelied, 11 k eiuere Propheten, mit Daniel nnd Esther, Esra, Nct^mia. »"letzt Chronik ,1, ». 2) bildet die Grundlage, des Jupenrhumö; seine niedergeschriebene, wahrhafteste Geschichte, von seiner.Entstehung bis zur erlangten Souveränität und Verlierung und tkcilweisen Wiedererlangung derselben, seine Lehren, schriftlichen Gebote, seine Moral, Zurechtweisungen und Prophezeiungen. Sie ist aber auch der Spiegel des ganzen irdischen Lebens, hinreichend durch ihre Bilder und Beispeile Glückseligkeit zu versprechen. Man möchte die h. Schr. ein Epos der ganzen Menschheit nennen, das, wenn, auch der Sprache nach oft verschieden und abweichend, der Weltgeschichte b. 2 S. 314 zu finden. ' Er sagt vört: -Den Trost giebt aber freilich die Geschichte, daß die Gottheit häufiger durch das. was dem Menschen klein scheint, als durch das, was er für groß Hält, Umwälzungen herbeiführt. Durch einen Hirten, durch eines Arbeiters Sohn re. heilt er die Wunden, römischen Welt, die Barbarei der Riesensöhne' des Nordens der Menschheit geschlagen hat.« — I —