Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 46 (16.11.1849)
- Date
- 1849-11-16
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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»ZG 365 MD über. Das Gewölk der Sorgen war von jeder Stirne verjagt, Frohsinn leuchtete in jedem Gesichte. Unter .gesteigertem Zubelruf und erhöhter Festeschonne strömten jetzt v'Wc' Söhne und; Töchter auf allen Landstraßen zur Golteestadt,i: Mit freudigerem Entzücken grüßte jetzt dortder . Freuqd hem Freunde, mit freudigerem Entzücken sank jetzt, dorr die Freundin der theuren Freundin in die Arme. Und wenn erst das Fest begonnen, und die heiligende Seligkeit der Gvklesnähe, laon jeder reinen Seele empfunden, sich der heitern Stimmung des Herzens beigesellre. wie überschwenglich glücklich doch mußte da die Men^e sich fühlen, welches Meer von Freuden sich vor den Seligen ausdreuen. Aber, m. F., auch dieses Fest d-S Emsammelns feiern wir, feiert das ganze fromme Menschengejchlechk, auch jetzt noch in der göttlichen Residenz. Haben wir im Schweiße unseres Angesichts hiemeden unser Feld bestellt haben wir die feindlichen Elemente besiegt, und scres Daseins eine fruchtbare für Religion und GorkeSr surcki, haben wir viel Edles und Gutes darin gesäer und eine reiche Tugendernre erhalten, haben wir-sie emgesammeit in die sichern Behälter der Ewigkeit, dann müssen wir uns anschicken, hinauf zu wallen, ngch Gorrcswoynung da oben, das selige Fest der Einsam» welns mirzufetern. Zm Frühling ward das Fest, her Befreiung gefeiert. Auch das Fest der geistigen Befreiung aus den Banden der Sinnlichkeit fällt in,.die Frühlingszeit des Lebens. Frisch und warm ist das Blur der Zugend, lebenslustig ihr Gemükh; sie ist daher vorzüglich dazu berufen, hinauf sich zu schwingen zur Gvktesehre, die Sinnlichkeit zu entkräften, und die Feier der Befreiung aus ihrer Macht zu begehen. Zm Sommer war die Feier des Erntefestes. Auch das Erntefest der Tugend fällt in die heiße Sommerzeit des Daseins. Heiß von Thärigkeit und Sorgen ist das Mannesalrer, die mittlere Lebensperiode; hier hat die Krafrenrwicklung ihren Höhepunkt erreicht; hier muß die Ernte schöner Handlungen vollbracht und um sie fröhlich zu feiern im Geiste zu Gott hinauf gewandert werden. Zn den kühlen Herbst endlich fiel das Freudenfest des Einsammelns nach Umlauf des Zahres. Das kühle Greisenalrrr ist eS> in welchem die Söhne der Erde sich anschicken, hinauf zu ziehen zur Wohnung des Allerhöchsten, wo die theuren Bekannten aller Gegenden und Zeiten siw ,a,,n emzutteuoer Zeüylichkeit sich wieder zu finden, und das Freudenfest de- Einsammelns zu feiern. Will daher, o Zsraelice: deine Seele ermatten und sich in Wehmnth hüllen, daß es dir nicht mehr, wie e'nst deinen Voreltern, vergönnt ist, vor Gott in feinem Tempel seine Feste zu feiern, und fragst du schmerzerfüllt: „Wann werde ich wttdevkommen dürfen, vor seinem Angesichte zn erscheinen? Und> sind Thränen deine Nahrung Tag und Nacht, ob der Spötter, die mir der Frage dich quälen — wo w«»lk dein Golk?" So erherrere dich, und antworte im gläubigen Sinne — ihm allein ist es bewußt, wie lange er noch sein Antlltzstrahlen uns verhüllen, ob es mir in meinem Dasein noch vergönnt sein wird, in seine mErdeMMpel zu erscheinen. , Aber „ich harre zn ihm, einst werde ich ihm danken für seines Angesichts De«l." Habe ich das Fest der Befreiung vom Sündenjoche und von den Fesseln der Sinnlichkeit vor ihm freudig gefeiert; ward das Erntefest der Religion und Tugend von mir mir reinem Herzen keir emporgeschwnngen — dann werde ich auch vor ihm erfcheinen dürfen, nach Umlauf der Zahre. m himmlischer Heimath vor seinem strahlenden Antlitze das Schluß- und Wonnefest beS Einsammclns meiner Erdensaaren beseligt zu feiern. Hinauf, hinauf nach dem Wohnsitze der Unsierblichkeir geht die ewige Wanderung der Erdensöhne. Hinauf, hinauf nach dem heiligen Tempel der Wonne steigt die festlich geschmückte Schaar der Seligen empor. Nicht leer aber darf man erscheinen vor dem Angesichte des Allvaters. Ein heiliges Erdenleben ist das Opfer, welches mirgebrachr werden muss, um Einlaß darin zu erhalten. Und wenn dorr die Opfernde aller Zonen und Zeiten ihre Fest und Dankopfer vor dem Angesichte des allerhöchsten Schöpfers der Welten auf den großen Altar niederlegen; wenn dabei der unaussprechlich liebliche Gesang der Engel, begleitet vom herrlichen Klang der Sphären, durch die unendlichen Raume der Ewigkeit errönf, und der Allgülige wohlgefällig die dargeknachten Opfer an-