Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 46 (16.11.1849)
- Date
- 1849-11-16
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Homer 1× ep/1025156
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Verfolgung einer Idee aber, als ein unzertrennliches Ganzes dastehet. — Pflicht, ist eS für jeden Juden, sowohl ihre niedergelegte Geschichte alS auch die Lehren zu glauben. *) Das Judenthum hat demnach nur einen concentrirten Glaubenssatz, der beißt: Ich glaube, daß,pie ganze h. Sckr göttlich, demnach auch wahr ist. Wollte man jedoch versuchen, mit Annahme dieses mehrere zu bilden, so dürften es folgende 3 sein: L) Ich glaube an ein allervollkommenstes Wesen, (Gott genannt), das die Welt erschaffen und sie fortwährend überwacht; dasbelohnt und bestraft nach Gerechtigkeit alle Menschen. 2 Ich glaube, daß Gott sich dem Volke Israel auf dem Berge Sinai geoffenbart, durch Moses Gebote gegeben, die alle Nachkommen desselben Volkes genau zu erfüllen haben. 3) Ich glaube, daß alle Prophezeiungen der h. Schr. wahr werden, daß demnach die zerstreuten Israeliten eine Einheit, mit einem Gottgesalbten an der Spitze wieder bilden werden, daß damit ein allgemeines Weltgericht verbunden und darauf für die Menschheit ein glücklicherer Zustand eintretcu wird. Die Auslegung der h. Sehr, ist, abgesehen von der Commentirung der Gebote, die nach Einsicht des mündlichen Gesetzes meistens nur Sache der gründlicheren Gelchrten-sein kann. Jedem gestattet. Jeder kann und soll sie lehren. Jeder darf ihren Geist nach seiner Weise auffassen. Sie läßt eine allegorische Auslegung — als ein dichterisches Verlangen — lieber aber eine mystische zu, als ein dem Altertbume ehrwürdigeres Gewand. Besonders scheint die Erzählung und Wiedererholung mancher unrichtiger Begebenheiten zu Namen, die fragmentarische Darstelluugsweise, namentlich der Genesis, die guomische Sprache und Dichtung eine Mystik rechtfertigen zn wollen. §. 2. Die Offenbarung auf Sinai und die Moses von Gott mitgetheilten Gebote, nebst der sich lange Zeit mündlich sortgepflanzten Erklärung derselben bilden jüdische Lehre und jüdisches Gesetz — erstere ewig, letzteres nur bei verändertem Na- *) Hier.^hat Mendelsohn m seinem Jerusalem, bei Verneinung jedes Glaubensartikels des Judenthums offenbar geirrt. turzuftand ausführbar — für alle Israeliten und allen ihren Nachkommen verbindend. DaS Vorhandensein der lange Zeit im Gedächtniß verwahrt gewesenen mündlichen Tradition kann nicht bezweifelt werden. Abgesehen von ihrer positiven Nothwendigkeit — welche wir wegen der Eitatenanfuhrung hier nicht anführen können — ist es doch sehr wahrscheinlich, daß wenn die Talmudisten allein das einfache Gesetz so ungeheuer vervielfältigt hätten, ihre Zeitgenossen dieses nicht so gleichgültig ausgenommen hätten. Die Secre des Sadducäismus, die bis auf auf einige Abarten so schnell ihrem Untergänge entgegen ging , liefert den Beweis für die gewesene Allgemeinheit der mündlichen Tradition. Daß sich aber dieser Kommentar — wie wir das mündliche Gesetz nenne» wollen, so lange unaufgezeichnet erhielt, darf uns nicht wundern, wenn wir nur an Homer denken, und an ähnliche Werke deS Alterthums, von denen nicht einmal wie hier das Wesentliche aufgeschrieben war, und sich dennoch Jahrhunderte erhalten. Somit fällt der von Einigen willkührtich gemachte Unterschied zwischen Moses und Judenthum alS irrig hinweg. Wenn auch von den Rabbinaten mehrere zur strengeren Handhabung des Gesetzes, uöthige Eeremonien eingeführt würden, so lag dies so sehr im Geiste der jüdischen Religion, so daß sie sich schnell, nicht wie bei fremdartigen Neuerungen, mit ihr ganz fest und unzertrennlich verbünden. Will man aber den Unterschied zwischen Moses und Judentyum wegen Aufhören des Priesterthumes und Landesentfernunq machen, so muß man bedenken, daß beide nicht unzertrennbare Theile des Judenthums sind, sie sind an Zeitverhältnissen geknüpft, das Wesen des Judenthums aber n i,e und nimmer.- (Schluß folgt.) — — ZertringsnschrrchLe«. Mecklenburg-Schwerin. Interessant ist es, die Mühen und Windungen zn beobachten, die von entsprechender Seite aufgewandc werden, um unsere so verschrieenen Orthodoxen, die man früher kaum der Beachtung würdigte, jetzt auf