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Der treue Zionswächter · 1849-11-16 · 46 (16.11.1849) · page 4

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
46 (16.11.1849)
Date
1849-11-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
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sammelre, um in der Nähe ihres Befreiers und Beglückers ihm Dank zu opfern, und aus dem reinen Dorne der Helligkeit zu schöpfen. Wie aber? ist der, welcher Sklave seiner Leidenschaften ist nicht minder frei^ als es unsere Voreltern in waren? Sind die Fesseln der Sünde nicht noch unzerreißbarer, als die auS ehernem Metall geschmiedeten? Frei akhmet drückerS ' ruhtuvder wenn er fern ist; zerstörbar sind die Fesseln drS Gefangenen, denn sie sind aus auflösbarem Sröff-tzebitder. Nicht so aber die Sklaverei übt der Bedrücker seine Herrschaft im Innersten des Menschen aus, denn die Leidcnschatt hat im Herzen ihren'Sitz und ihr Treibstock ruht nimmer : hier stnd die Fesseln mit seiner Körperlichkeit verwachsen, und daher naturgemäß nur mit dem Entfliehen seines Geistes auflösbar. Doch der Befreier unserer Voreltern aus eqyprischer Unterdrückung; er, der die Fesseln der Gefangenen löst, er verleihet uns auch Macht Herr unserer Leidenschaften zu werden und die Fesseln her Sünde zu sprengen. Er streckt aus der Höhe seine Hand, uzrd zieht aus dem Schlamme des. Verderbens den sinkenden Sterblichen, wenn dieser die bittende Ha,nd zur Buße ihm entgegen streckt. So feiert das Menschengeschlecht das Fest seiner Befreiung auS der Skla verei der Sinnlichkeit, so feiert es das Fest, hcs-ungesäuerten Brodes, das Fest der Sündenlosigkeit. .^ber a lssteigen muß dabei sein Geist zur Gortesstadr, aufschwingen muß seine Seele sich zur GorteSnahe, um dieses Fest leiern zu können, und dann mir dem from men Könige zu sprechen vwü ös '2'p'v '2 7>P0 »7^!> '7 'O'ic Den Herrn habeich stets vor Augen, er, stehet mir zur Rechten, darum wanke ich nicht. Waren, m. Fr., v'ösi-rc' Männer. Frauen und Zugend, im Frühling durch blumenreiche Gefilde, und in Ueppigkeir prangenden Saatfeldern zur BefreiungSftsteLfeler nach der göttlichen Residenz gezogen, so traten sie nach glücklich vollbrachter Ernte bald wieder ihre zweite Wanderung an, das Wochen- und Erntefest gemeinschaftlich in der Gortesstadr zu feiern. Aber noch eine höhere, nicht genannte Bedeutung hatte jenes Fest, die cs noch mehr dazu eignen mochte, nahe vor dem Throne der göttlichen Herrlichkeit auf Erden begangen zu werden. Es ward am Tage der Gesetzgebung auf Sinai gefeiert, und war dadurch auch zugleich das Fest der Neligionsweihe. Und in der Thar liegen beide Bedeutungen dieses Festes nicht fern von einander. Ein Kornfeld mit seinen reifen Aehren , untermischt mit schönfarbigen Blumen, ist wol das treuest> treffendste Bild des Reliqionsgebietes mit seinen Gesetzen, Pflichten und Freuden: Ersteres bereiter NahrunySstvff dem Körper, wie letzteres Nahrung der Seele bereiter. Zm gehörig abwechselnden Sonnenschein und Regen gedeihet das Saatfeld; abwechselnde Zeichen der göttlichen Gnade und Strafgerichte, Liebe und Furcht erzeugend, befruchten das Gebiet der Religion. Geerntet wird das Kornfeld, mir seinem Wacherhum den Körper zu sättigen, geerntet muß auch das Gebiet der Religion werden, damit sein Ertrag, leine Vorschriften und Pflichten, dre ermattenden Seele stärkende Geistesnahrung werde Mir Recht war daher das Erntefest auch zugleich das Fest der Offenbarungslehre. Zur Feier dieses Doppeltstes, wogre die Menge hinauf nach der von Gott erwählten Stadt, ^lm innerhalb der Ringmauern v'v'^LN» des Festeswonne in Gorres größerer Nähe zu genießen. Auch wir. m F.. die wir berufen stnd, das Fest des 'Glaubens, den Triumph der Religion, das Erntefest der' Tugend in Wonne zu feiern, müssen dabei im Geiste hinauf wallen zur himmlischen Residenz des Värers dorroben. Nur in Gottesnahe siegt kne Tugend, Ü'ur^ Günter seinem Schutze reift daS Gute; nur das Bewußtsein von ihm gesehen und mir dem lieblichen Lächeln seines väterlichen Beifalls belohnt zu werden, flößt dem- Sterblichen Much ein. den Triumpsy des ' Glaubens zu erkämpfen, auf daß er nicht den Lüsten deS Lebens unterliege, nicht versinke im reißenden Strome ' des Verderbens und des Lasters. Sv feiern wir denn auch daS Fest der Tugendernte nur vor dem Angesicht des Ewigen unseres Gottes, so wie dieses für die Feier des Wochen, und Erniksestce vvrgeschrieben war. » * * Waren v'^-rc' Familien zum Feste des Frühlings und zum Erntefeste mir fröhlichem Gemüthe nach so hielt dieser Frohsinn dennoch keinen Vergleich aus. mir dem Frohsinn, der sie beherrschte, wenn sic am Ende des Zahres im Herbste zum drittenmale hinaufwallren, das Laubhütten- und Freudenfest des EinsammelnS innerhalb der königlich göttlichen Residenz zu feiern. Eingerhan war jetzt die Ernte des Zahres; in Sicherheit gebracht der Ertrag der Fruchrbäume; gekellert war der Traubensaft und zur stärkenden Labung aufbewahrt. Von Ueberfluß strömte Haus und Scheune

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