Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 44 (2.11.1849)
- Date
- 1849-11-02
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Tunis 1× ep/1048155
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»W 348 Das 2. Buch führt den Titel,.Blumen des Gartens. Dies scheint eine Art Rethorik und Geschichte der Poesie zu sein. Dies Buch scheint für die Geschichte der hebräischen Literatur in vielfachen Beziehungen sehr merkwürdig zu sein, und es LA Häher um so bedaucrnswerther, daß es sich in der Bodlejanischen Bibliothek zu Orford befindet, 493/ . Das 3/ Buch führt den Titel b-)27p!>b, tnbm) Lü welches unter verschiedenen philologisch-poetischen Stückenauch Eregesen enthalten zu haben scheint, welches aber schwerlich in einer europäischen Bibliothek zu finden sein dürfte. Vielleicht daß es sich in Tunis, wo noch viele handschriftliche Werke jüdischer. Gelehrten vorhanden sind, ebenfalls erhalten, hat.. Werfen wir einen Blick auf seine poetischen Leistungen, so finden wir, daß sie sich in zwei Hauptstämme zertheilen. — ' M in religiöse, . i ' 2.) in weltliche. Im Gebiete der religiösen Poesie hat er viel und Schönes geleistet. Allenthalben, wo - wir Hinblicken, begegnen uns Gebete und erbauliche! Betrachtungen, welche seinen Namen quche.r ^Ssirne -tragen. - bauungsgedichte fußen; nicht nur die der Israeliten sondern aller Volker, Venen der Tod in einer andern Gestalt als in der eines Jünglings mit der umgekehrten Fackel erscheint, und mit Recht. Aber das ist nicht genugdaß der Mensch an den Tod bloß als chemischen Scheideprozeß denke, er muß sich über ihn auch erheben durch geistige Thätigkeit, muß sich vorbereiten/das in sich zu veredeln, welches der Tod mit seinen eisigen Armen nicht erdrücken kann. Die Seele, das Kind des Himmels, das wie engelrein in den Körper kam, muß er bewahren, daß er sie ihrem Entsender so rein als er sie bekam wieder zurückgeben kann. Dieses ist es, (wovon schon Andeutungen in der Bibel sind, deutlicher ausgesprochen im Talmud), welches unser Dichter sowol als andere mit dem größten Aufwand von Geist darstellten. Auch die Araber haben solche Gedichte beschaulichen und erbaulichen Inhalts, die dem Inhalte nach sowol als in den Bildern den hebräischen ganz ähnlich sind. Unter andern mag das Gedicht des berühmten Algazali als Beweis dienen, welches uns Abraham Gavison in seinen Omer Haschikcha in einer hebräischen Übersetzung mittheilte. Persische Dichter haben ebenfalls dieses Thema oft behandelt, wie dies aus Hammers Ge» -schichte der persischen Redekunst und aus Tholuks Blüthenlele . der orientalischen Mystik allenthalben . ersichtlich ist. Gewiß wird vielen meiner Leser folgender Vers aus Hammers erwähnter Geschichte ins Gedächtniß kommen: Das Element, welches in diesen Gedichten herrscht, ist, wie bei allen jüdischen Dichtern der maurischen Periode ein zweifaches. Das rein Menschliche ist größtentheils vorherrschend, und daran knüpft sich die nationclle Anschauung der Verhältnisse und an einem großen Theil dieser Gedichte hat die Philosophie ebensoviel Antheil als die Dogmatik. Es sind nämlich Betrachtungen über Vergänglichkeit des Menschen, Anreden an die Seele sich zu bessern, ihres hohen göttlichen Ursprungs eingedenk zu sein. Der Ausspruch: Du bist Staub und kehrst zu ihm zurück, ist das Demüthigsie, was man dem Menschen je gesagt hat, und dessen Wahrheit einzusehen, jeder Augenblick Belege liefert. Dieser Ausspruch ist das Fundament, worauf alle Er- Ich schaute gerne einen Töpfer zu. Der scklug auf frischen Lehm gewaltig zu. Da sprach der Lehm mit seinem eignen Wort: Schlage nicht so, bin ich denn nicht was du? Omer Chaim (so hieß der Dichter dieses Verses) hat das ivv sehr geistreich ausgedrückt. Wir müssen überhaupt bemerken, daß die ganze Weltanschauung der meisten arabischen Gelehrten und nach ihnen der hebräischen sich sehr dem beschaulichen Leben (aber im edelsten Sinne des Wortes) näherte. Viele Stellen in Salomo ben Gabirol Mekor Chaim und in Moses ben Esra angeführtem Arugath Haboßem sind.Beweise für das Gesagte. Verbunden sind mit diesen Betrachtungen Klage über die Noch der Zeit, über schwer lasten