Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 44 (2.11.1849)
- Date
- 1849-11-02
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2625941-2626254-2626299--2095-2629803- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ferner, einen Rückblick zu chun ans dem Geräusch deüberfeinerten und überspannten Weltlebens in das bescheidene, ruhige Familienleben, wie es einst -eine Väter gelebt, hier hast du es lebendig vor dir, wenn du aus deinem von Staat und Prunk strotzendem Zimmer und Haus gehrst in bke einfache Hüfte des Festes und sage dir dann^, wer gtücklicher war oder willst du sehen, was Unschuld ist, blicke an den Festirauß, dem dir die Religion, während der sieben />'2w-Tage gere'chr. es sind frisch arhmende Pflanzen, lieblich an Gestilr, Duft. Geruch und Genuß daß dir jedes Srätgelchrn und Blättchen daran znruft '7 IN) wie groß also deine Oankespflichc! Doch ich schwelge, vielleicht führet uns der Gang unserer Derrachtnng darauf hin. Aus dem Leben Moses ben Esra aus Granada. An Salomo ben Gabirol schlossen sich mehrere der rcichbegabtesten Geister an. welche in. einem Zeiträume von einem halben Jahrhundert etwa einen kaum geahnten Umschwung der Cultur ihrer Glaubensgenossen bewirkten. Sie verfflWten mosaische Religion mit arabischer Wissenschaft einerseits und ihre frommen Gefühle sowol als ihre poetische Anschauungen sprachen sie in Formen aus, wie es vor und neben ihnen arabische Dichter thaten. Ihre Werke gaben noch spateren Geschlechtern den stärksten Impuls, der unter den spanischen Israeliten sich erst verlor, als sie Spanien verließen. Einer Derjenigen, welche der Zeit nach Gabirol am nächsten stehen, ist Moses ben Jacob Eben Esra, aus Granada in Spanien, unstreitig einer der geistreichsten Männer, welche die maurischiüdische Epoche hervorgebracht. Sowol das Geburtsals das Sterbejahr desselben läßt sich nicht mit Gewißheit angeben, eoen so wenig wissen wir von seinen Lebensumständen etwas Näheres. So viel ist aber gewiß, daß er 1137 noch lebte. Seine literarische Thätigkeit war sehr groß, und zwar zwischen philosophische und poetische Produktionen getheilt. Seine philosophische Gelehrsamkeit beurkunden drei Werke, wovon eins ganz und eins zum Theil arabisch geschrieben ist, eins aber allem Anscheine nach ursprünglich hebräisch abgefaßk war, und unter dem Tüek „Gewürzbeet" bekannt geworden ist. Es enthält 'theologisch-philosophische Lehren nach Art des Emnnoth Wedeoth von Saadias Gaon, und verräth Belesenheit invi«sten: Schriften. Es ist dies Werk auch in vieler Hinsicht merkwürdig, in sofern es ein Document ist vom her vormaimomdischen Zeit, deren es eigentlich nur wenig giebt, und von denen auch wenige durch den Druck bekannt wurden. Es ist ursprünglich nicht groß gewes n, und wir haben nur Auszüge vor uns. Aus der Reinheit der Sprache glauben wir schließen zu dürfen, daß es der Verfasser hebräisch, aufsetzte. Es sind die Philosopheme so weit es thunlich war in biblisch hebräischer Sprache vorgetrag^ und man findet die Härten nicht darin, welche ups die Lecture der aus dem Arabischen übersetzten Schriften so schwer machen. Es ist nebst Abraham Eben Esra s Pardes Hachcmra das bestgeschricbene philosophische Werk. .Der Inhalt der Auszüge, welche auf uns gekommen sitzp, ist folgender: Cap. 1 hat im Hebräischen kerne Überschrift, rrnd enthält allgemeine Gedanken über Gott, Menschen und Philosophie. — Cap. 2 ist ein Auszug über Gottes Einheit. Cap. 3. daß man alle Eigenschaften von Gott abstrahiren muß.— Cap. 4 daß man Gott keinen Namen beitegen darf. Cap. 5 über die Bewegung. Cap. 6 von der Natur. Cap. 7 vom Verstand. Citirt werden Empedoktes, Pythagoras, Socrates mit dem Beinamen „der Göttliche," Plato, Hippokrates, Aristoteles, Hermes mit dem Beisatze „das ist Henoch," Emnnoth Wedeoth von Saadias Gaon, ferner dessen Buch beütelr „das Buch der Prüfung," welches, wie es hier ersichtlich ist, Widerlegungen gegen einen Feidenker der damaligen Zeit Namens p enthält. Salomo ben Gabirol, ohne ihn zu nennen, Alfarabi.