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Der treue Zionswächter · 1849-10-26 · 43 (26.10.1849) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
43 (26.10.1849)
Date
1849-10-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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»W> 339 gebeugte Herzen hier unter euch'sind, die solches beruhigenden Trostes bedürfen? Dasüberlegt bei euch selbst — ich bete: Vater deS'Lebens und der Liebe, du hast gerufen, zu dir kommen wir heim, an dein weltumfassendes Baterherz fliegen wir hin; der Morgenstern erleuchtet uns und streuet seinen Schimmer auf die Bahnauf der wir hineilen und immer näher und 'naher-kommt das Herz dir, und immer hoher und höher hebt es auS dem Staubthal der Erde sich hinauf und ach, ww wohl ist uns dabei, was ist die Welt-mit allem ihren schimmernden Gold, mit ihren frischen Rosen der Freude und Lust, mit ihren reich besetzten Tafeln des EcnusscsI gegen dieses einzige Wonncgericht auf offner Bahn dir zucilen zu können; geht doch dem Kinde nichts über die Freude zum Vater zu gelangen, nachdem cs lange von ihm getrennt gewesen und so war es ja mit uns, wir vergaßen Dein und kommen heute wieder, finden den Weg zu Dir offen, lieber himmlischer Vater! Wahrlich kein Unterschied waltet hier unter deinen Kinder:?, in ihrer aller Augen lebt die Thräne der Reue, auf ihrer aller Gesicht glänzt die Freude des Wiederkommcns, Ln ihrer aller Herz klopfen die Pulse! von Hoffnung gehoben hoch und hoch, und — in ihnen allen. Vater, giebst du auch ein väterlich freundliches Willkommen. Du schaffest der Lippen Frucht; Friede, Friede rufst du dem Nahen wie dem Fernen zu. So laß denn auch auf meiner trockenen Lippe heute die schöne Frucht eines köstlichen Friedens und Heilung bringenden Wortes wachsen und blühen. Amen. Hallelujah. Die Bedeutung des Zndenthums Ln der Gegenwart Von Rabbiner Vr. SsloriWN Cohn II. Als der Menschengeist über die endlichen Schranken der Wirklichkeit hinwegzuschreiten und sich in das unendliche Gebite des Idealen zu flüchtenbegan, warderphilosophische Gedanke in den Besitz der Menschheit gelangt. Die Geschichte kennt aber kein in der Entwickelang seines Geistes noch so sehr zurückgebliebenes Volk des Alterthnms, bei welchem die ideale Welt nicht einen schwachen Dämmer in die Nacht der Anschauung hincingeworscn hätte; jener im Innersten der Seele fortwährend still wirkende Trieb aus dem Bereich des Sichtbaren in den KreiS des Unsichtbaren zu treten und hinter den bedingten, oft zufälligen Erscheinungen der Welt, eine unbedingte sich ewig gleich bleibende Ursache zu schauen, hat den Menschen auS der Wiege seines Geschlechts gehoben und ihn begleitet durch alle Phasen seiner geistigen Entwickelung. Die Philosophie ist so alt wie die Menschheit selbst. Wir fassen hier freilich den Begriff der Philosophie, um in der Weise, wie der Menschengeist unablässig in dem Streben begriffen ist, ans der diesseitigen Begränzung der augenfälligen Dinge hinauszukommen, um sich in einer transcendenten Welt Befriedigung für dies treibende Verlangen und Sehnen zu verschaffen; allein es liegt in dem Gesetz der Causa, lität, das die Natur durchlauft und das der ausgebildete und vollendete philosophische Gedanke zu den Categorien der denkenden Vernunft erhob, es liegt in diesem Gesetz der Causalitat, sagen wir, der ursprüngliche, wenn auch dem Geiste fast noch unbewußt und von ihm noch nicht deutlich geschau.'e Ansatz zur Darstellung eines philosophischen Systems. Wir haben es ja übrigens hier bloß mit der religiösen Idee, soweit sie in das philosophische Gebiet fallt, zu thun; und diese religiösphilosophische Idee hat ihre Trageweite bis zurück in Len Urzustand unseres Geschlechts. Aber weil diese Idee ihren eigenen Sitz im menschlichen Bewußtsein hatte, so mußte sie eine beschränkte bleiben. Dem Unsichtbaren wurden die Formen des Sichtbaren angebracht und mit dem Maßstab des Endlichen sollte das Unbegrenzbare bemessen werden. Entweder ging Gott in die Natur auf, beide wurden hier identisch gehalten, oder der an die ihn afficirenden Außendinge gefesselte Sinn suchte sich Gott in einer aus geprägten, gegenständlichen Form zu veranschaulichen. Dies ist der Charakter des Heidenthums. Das Heidenthum verwirklichte die religiöse Idee in

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