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Der treue Zionswächter · 1849-10-26 · 43 (26.10.1849) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
43 (26.10.1849)
Date
1849-10-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Himmel unter unfern Füßen ausgerollt; um uns sehen wir Verwandte, Freunde und Kinder, mit denen wir so oft "im Leben vcrkehrr; und doch ist's als ständen unsere gclicvtcn Bister um uns da; die Wände dieser Synagoge selbst, sie sind die alten, die wir jedesmal, so oft wir in den Tempel kommen, sehen, nnd doch erscheinen sie uns gleich unübersehbaren Felsrückcn. die sich hinaufziehen bis ins Reich des Himmels — keine Speise, keinen Trank, kein Geschäft, kein Wort gesellschaftlichen Verkehres mit der äußeren Welt, alle Thorc und Zugänge des Erdcnlcbcns sind geschloffen, alle Brucken die hinüberfnhrcn, sind abgebrochen, und wir stehen da, als gehörten wir gar nicht mehr zur Erde hin. — Zu solchen aus der Erden- und Sinn enwclt gehobenen Gcmnthern läßt sich auch ohne Einleitung sprechen, man braucht sie nicht erst aufzuschließen und empfänglich zu machen, sie sind bereits offen nnd darum stehet auch im Anfangs- Worte unseres Tertcs schon das Bild des Tagcs uns vor Augen, denn wie das Wort, so befinden auch wir uns heute mitten in der Prophetenrede und Gotteswelt. Die Rede GotteS an uns lautet in ihrem Beginne daher einfach -wk' und er sagte. Wer es sprach, das wisset ihr: Gott! Denn euer ganzes Innere ist jetzt, wie der Tempel zu des Göttlichen voll, Wer es sprach alles bis auf diese Stunde im Namen Gottes: o, das wisset ihr sehr genau, ihr könnt euch alle die Redner anfzählen, von Seelen, einer nach dem andern die Kanzel eures Herzens bis heute bestiegen. Der Blick in die frische Natur, die grünen Blätter und Blumen, die in Keuschheit und Unschuld euch bei manchem Spaziergänge im vorigen Sommer mit grünen und farbigen Aeuglcin angeschaut, cs war dies eine Nednerstimme, die euch ermahnt, zu eurer Kindeseinfalt und ersten Unschuld znrnckzukehren; die Klänge und Laute, die da hervorschallten beim mächtigen Fingergriffe in die Saiten eurer Lebcnsharfe nnd die Lieder die rauschend und lispelnd euch dabei ins Ohr flogen, sie waren die zweite Rednerstimme, die euch gemahnt; das erwachte Gewissen, der aus der Tiefe der Wcltsorgen, Welrgeschäfte und Freuden auftauchcnde nüchtern Gedanke des Selbstbewußtseins, der moralischen Selbstwürde und Selbstständigkeit, sie waren allesamml dritte Nednersiimmen; Offenbarung mit allen ihren Feierklängcn an Sabbath- und Festtagen des Jahres, wie sie sich im Posaunentone des Neujahrstages gesammelt, gleich einem breiten Strome ins Herz gossen und anwinkten ihren Begleitern den Tagen der Buße ihnen zu folgen, es war alles vierte und letztf Nednerstimme, auf der Tribüne eures Innern. Fraget ihr danach, wenn es heißt wbi und er sagte, wer da sprach und wer da sagte? — Aber was sagte er. besonders des letzten Redners — der auf der Kanzel eures Herzens gestanden — das Offenbarungswort, welches war dieses? — Darauf nun laßmich letzt mein liebes Israel, eingehen die Rede, die die Offenbarung an euch hält, sie ist auch eine gar treffliche Weise in unserem Terte wiedergegeben, sie lautet: Tretet fest, tretet fest den Boden — machet geräumig und frei die Straße — und hebet hinweg jeden Anstoß aus der Bahn meines Volkes! — Warum ich diese Predigt eine so treffliche nenne, das werdet ihr bald sehen, ich sage euch nur das, was vielleicht mancher von euch sich schon selbst deutet, daß hier unter dem Ausdrucke-->7 Straße verstanden wird, die Straße, der Weg zum Himmel, und wiederum, daß sich diese Straße nicht über uns hoch hinauf oder aus uns weit hinaus zieht, sondern sich eben in uns selbst hinein tief und tiefer senkt, darum sagt unser Text auch wv der Weg zum Himmel ist der Weg meines Volkes, in mein Volk, in ihr Herzensinncrcs hinein. So nahe, so ganz nur in dir selbst, Israelit, hast du alles zu suchen, wie schon Lein erhabenster Prophet gesprochen, nicht im Himmel liegt tie Straße der Neue und Wiederkehr, nicht jenseirs des Meeres, sondern die Sache ist dir sehr nahe, alle Tbeile deS WegeS, sie sind an dir und in dir das Wort im Munde der Gedanke im' Herzen und die ihnen gegenüberliegende That i.r der Hand, aus diesen dreien Theilen bestehet der Weg des Lebens und zugleich auch der der Wahrheit, der zu Gott führende nnd den kannst du und den sollst du wandeln. Ja, du wirst nicht säumen ihn zu gehen, wenn du nur hörest die süße Beruhigung, die der Prophet dem darauf Wandelnden verheißt. Ich habe seine Wege gesehen, und ich .heile und ich leite ihn und bezahle ihm Trost und allen mit ihm Traurenden! — Ob trauernde*

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