Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 41 (12.10.1849)
- Date
- 1849-10-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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folgung gegen sie ausbrach. Die Päbste nahmen sich fast dnrchgehends ihrer an. Seit dem 13. Jahrh. mußten sie indeß Absonderungszeichen tragen und seit dem 15. in eigenen Quartieren (Zchetti) wohnen. Auf Sicilien, wo sie Grundeigenthum und eine geregelte Communalverfassung besaßen, wurden sie weder von den Arabern noch von den Normannen bedrückt und auch von Friedrich ll. geschont. Später aber mußten sie schwere Abgaben zahlen und seit 1296 auch Abzeichen an ihrer Tracht tragen. Nachdem man seit 1128 vergebens sie zu bekehren versucht hatte, wurden sie 1193 auf Befehl Ferdinand des Katholischen, 100,000 Seelen an der Zahl, aus der Insel vertrieben und wendeten sich nach Neapel, während die heimlichen Inden oder neuen Christen noch bis l570 von der Inquisition verfolgt wurden. In Sardinien gab cs vom 10 — 15. Iabrb. Inden; auf Gozzo lebten deren seit 1390, auf Malta seil 1179 und auf Pautellaria schon vor 1196. Im blühenden?nstande befanden sie sich im ,8. und 9. Jahrh. cn Frankreich, namentlich in Paris, Lyon, Languedoc und Provence; sie hatten Grundbesitz und ein iiin^i^tLe äul'noornm verwaltete ihre Angclegen- Karolingern emporstrcbenden Geistlichkeit an sie zu bedrucken, weShalb sie unter den Eapctingern häufig ans den Bisthümern in die Baronien auswauderten. Königen, Bischöfen, Lebusbefitzern und Städten mußten sie später das Recht ihrer jämmerlichen Eristenz abkaufen. Zur Rechtfertigung wiederholter blutiger Aufstände und Hinrichtungen, seit dem 11. Ins in die Mitte des 11. Jahrhunderts, wurden Geschichten von Hostiendurchstechungen, gemordeten Ehristenknaben und Brnnnenvergistungcn gegen sie ersonnen. Abwechselnd vertrieben und wieder ausgenommen, erhielten sie endlich gegen hohe Summen Schutz und die Verlängerung ihrer Privilegien doch schon 1395 wurden sie für immer aus dem Mittlern Frankreich vertrieben. In England, wo sie schon im 9. Jahrhundert Vorkommen, brach am Krönungstage des Königs Richard Löwenhcrz, im I.Z 1189, ein blutiger Tumult gegen sie aus. Auch hatten sie trotz ihres von Johann ohne Land für 4000 Mark Silbers erkauften Freibriefs unter Heinrich Hl. viel zu leiden, mit welchem Richard von Port, Prinz Eduard und die Universität zu Orford wetteiferten. Man nahm ihnen Habe und Synagoge und 1270 die Befngniß des Grundvcsitzes, suchte sie seit 1260 zu bekehren und wies sie endlich 1290 aus dem Lande, worauf sie meistens nach Deutschland und Frankreich auswanderten. Im deutschen Reiche waren die Juden als sogenannte Kammerknechte Eigenthum der Kaiser, die sie verkauften und abrraten. Man findet sie im 8. Jahrh. in den Rheinstädten, im 10. in Sachsen und Böhmen, im 11. in Schwaben. Franken nud Wien, im 12. in Brandenburg und Schlesien; sie mußten Leibzoll, Kopf-, Gewerbe- und Krö-inngSstener und andere Abgaben zahlen und wurden von den Lande-: Herrn willkürlich verpfändet, verschenkt und verjagt. -—- IntNAgsMchrichlrN. Freie Städte. Hamburg. (Forts, v. vor. Bl.). Das Streben, den umfassenden Unterricht, den die strengere Auffassung der jüdischen ReligionSlebre und Vorschriften erheischt, mit den Erfordernissen der Zeit und den Bedürfnissen des bürgerlichen Lebens zu vereinigen, charakterisirt den Geist dieses Instituts. Der Schulplan umfaßt demnach außer den gewöhnlichen Schulkenntnisseu, nämlich deutscher Sprachlehre, Schreiben, Rechnen, Realien und Zeichnen, auch einen in 6 Klassen verrheilten religiösen Untrcricht im Hebräischen, in der Bibellehre, wovon eine niedere Talmud-Elasse zu 20 und eine höhere zu 13 Schülern die Spitze bilden. Die Zöglinge genügen im Allgemein.» sowol für die Handelsals für die Professionö-Earricre, wenden sich aber seit einigen Jahren vorzugsweise der letz tcren zu. Es sind deren gegenwärtig 201, und das Eapital der Schule beträgt ErrM 30,127. daS Grundstück ungerechnet. Unter Verwaltung der Schuldirektiou besteht auch eine Bekleiduugsansialr für arme Talmud-Tora-Schüler, welcher die Gemeinde jährlich 100 A beisteuert. AnS verschiedenen Testamenten sind für Zöglinge dieser Schule Prämien, theils für Auszeichnung, theilS zur Handwerks-Erlernung ausgesetzt. Die Verwaltung besteht außer Präses und'Ephorus. aus sieben vom Gemeindevorjiande ernannten Direktoren. In den