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Der treue Zionswächter · 1849-10-12 · 41 (12.10.1849) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
41 (12.10.1849)
Date
1849-10-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nekrolog. Der 7. Elkul 5609. Kat sich mit düsterer Trauerfarbe in die Geschichtsblätter der israelitischen Gemeinde zu Carlsruhe eingezeichnet. Eine Lebenssonne ist an ihm nntergegangen, die erwärmend leuchtete in die kalte, nächtige Ungläubigkeit des jetzigen Zeitalters; und ein Lebens bäum ist an ibm gefällt worden, der mit seinen Früchten der Gotterkenntniß sättigte und stärkte das nach dem Himmel sich sehnende Gemüth des Gläubigen; und eine Lcbensq nelle ist versieget, die der dürren Wüste des Zwcifenls die erfrischenden und labenden Wasserstrahlen der religiösen Wahrheit spendete; und eine Lebcnsflamme ist verlöscht worden» die Begeisterung zündete in den erstarrten Herzen der Gleichgültigen und Glaubenserkalteten N. Ahron Ettlingcr ö"> ist die Sonne, die nntergegangen, und kein schwacher Dämmer verkündigte das Hereinbrechen der Nacht. In der Vollkraft der geistigen Thätigkcir endete sein Leben; schon spiegelte daS eisige . Zucken des Todes um seine Lippen, schon wollte der Faden sich lösen, der Körper und Seele zusammenhält, und noch arbeitetet sein Geist mit gewohnter Energie in dem Schacht der heiligen Lehre. Er war die Sonne, die da kämpfte mit den trüben Wolken des Unglaubens und den Sieg davon trug. Obgleich ein Greis, stand er gerüstet da, wie ein kampfgluthigcr Jüngling, wenn es galt, für unsere heilige Religion in die Schranken zu treten, und sie vor äußern und inner» Feinden zu schützen. Besonders kräftig und muthgestählt trat er diesen entgegen. Als die Alles umstürzende Reformsucht auch in Baden zerstörend auftrat, bekämpfte er sie mit Wort und Werk, er machte ihr jeden Fußtritt streitig, und es gelang ihm auch Gesinnungsgenossen um sich zu sammeln, die dem verheerenden Gifte des irrreligiösen Slrebens einen Damm entgegen warfen. Nur seinem unermüdlichen Glaubenseifer ist das Nichtzustandekommen jener Synode zu verdanken, die sich vorigen Jahres in Carlsruhe wegen der Abdekretirung jüdisch-religiöser Satzungen und heiliger Institutionen versammeln wollte. Und er ist der Lebensbaum, der gefällt ist worden, an dessen Zweigen Früchte der Gotteserkenutniß hingen. Wer sich ihm nahete, fühlte den Einfluß dieser beseligenden Nähe, jedes Wort war Unterricht und Belehrung; in göttlichen und menschliche» Dingen äußerte er eine bewundernswerthe Genauigkeit und Durchdrungenheit in dem zu berathenoen Gegenstand Er war eine merkwürdige Erscheinung! Männer, die ihre ganze Kraft der religiösen Wissenschaft widmen, und mit rastloser Thäligkeit und emsiger Anstrengung in. dieses Feld sich versenken, pflegen gewöhnlich den zerarbeiteten und durch einander lausenden Geschäften der Welt entfremdet zu sein, au ihnen geht in der Reget die Hochaufschlagende Welleufluthung der Zeitereignisse spurlos vorüber; er aber hatte mit scharfem Blick die Verhältnisse des Lebens nach allen Seiten durchschaut und kennen gelernt, und der Gelehrte wie der Ungelehrte, der Erfahrene wie der Unerfahrene konnte sich bei ihm Raths erholen und entweder sein Wissen bereichern oder seine Unklarheit aufhellen. Und er ist die Lcbensquelle, die versiegt ist, anS welcher der frischen Tropfen der religiös n Wahrheit kervorfprudelte. In seinen religiösen Studium offenbarte sich der gesunde starke Gedanke, in den Erklärungen und Auslegungen, die er den dunkeln Stellen der heiligen Schrift oder des gab, blitzte ein Strahl der Wahrheit durch, der überzeugend wirkte. Und er ist die Lebensflamme, die verlöscht ist, die die Herzen begeisterte zur GlanbenSgkuth. Wo die Religiosität sich verflüchtigen wollte aus dem Gemüthe, wußte er den heiligen Funken wieder anzufachen; diesen hatte er das Aufleuchten des Geistes in die rechten Dahnen gewiesen, jenen die Empfindungen der Seele in die gemäße Richtung gestellt. wvz bvo. Er ging im Alter in das Grab ein, wie die Garbe zur Zeit eiugeführt wird. Er hätte noch länger leben können, der Verblichene; aber bei einem läugern Leben hätte er denn auch mehr gelebt? Was heißt denn Leben? Leben heißt der Zeitraum, den Gott dem Menschen zur Lösung seiner Aufgabe auf Erden abgegränzt hat, vollkommen und seiner Bestimmung gemäß ausfüllen. Und der Verblichene hat seine Aufgabe in der edelsten Bedeutung des Wortes gelöst. Als Israelin trug er die Krone der Frömmigkeit und des Gottessinnes auf seinem Haupt, mit acht israelitischen Leistungen haute er sich an

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