Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 40 (5.10.1849)
- Date
- 1849-10-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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»W 318 Blicke nach dem Laufe der Planeten, wie sie ihre ewige Bahnen einhaltcn, ohne zu ändern, ohne zu wanken. Und das geistige ewige Gesetz sollte veränderlicher sein, als diese aus vergänglichem Stoffe gebildeten Wesen? Wendet euer Augenmerk der Erde zu, undihr werdet erkennen müssen, daß so viel auch hier.Menscheneinsicht und Macht für Umgestaltung und Veränderung schafft, doch diese Veränderungen ällsammt nur die Oberfläche der Erde berühren, ihre Urgcstalt aber, und die in ihr wirkenden - Kräfte seit ihrer Schöpfung keine wesentliche Veränderung oder Umgestaltung erlitten haben. Und ewige Wahrheiten sollten veränderlicher sein, als sie, sollten wie ein Gewand, dem Modenwechsel unterliegen? Nein, Himmel und Erde ,zeugen dafür» daß Gottesschöpfung nicht dem Wechsel unterworfen ist, und daß darum auch sein ewiges Gesetz, das edelste und würdigste seiner Schöpfungen, das erhabene Modell, nach dem das All er gebildet, die Zeiten und ihre Einwirkungen überragt. , Aber auch den Nutzen, den die Erfüllung des göttlichen Gesetzes schafft, der Segen, den sie bringt, ist angedeutct in Himmel und Erde. Ueberall schon, wo die heilige Schrift Lohn verheißt, für die Beobachtung der göttlichen Vorschriften, wird dieser dahin ausgesprochen, daß der Himmel Tkäu und Regen gicbr, und das Erdreich seinen Ertrags so wie das Verschließen der Himmelsschlensen und das Versagen der Erdkraft als Androhung für die Ucbertretung des Gesetzes darin ausgesprochen ist. Wenn Sättigung als das nächste und uncmbehrlichste Lebcusbedürfniß, auch den eigentlichen Sinn dieser Verheißung ausmachcn. so schließen sie doch bildlich auch den höheren geistigen Lohn in sich ein. Schon der Prophet bedient sich dieses Gleichnisses unzweideutig, wenn im Namen des Herrn er spricht. „So wie Regen und Schnee vom Himmel niederfällt, nie leer zurückkchrt, sondern die Erde wässert, befruchtet und grünend macht, dem Säemann Saat und Speise zum Essen schafft, so der Ausspruch, der meinem Munde entströmt, nie kehrt er fruchtlos zurück, er vollbringt, woran ich Wohlgefallen habe, beglückt, wohin ich ihn gesandt." Mit Himmel ist sonach die Beseligung des göttlichen Worts, und der ewige Lohnden dort die Frommen erndten, bildlich angedeutet; mit Erde aber, das Mühewalten für seine Erfüllnng- .daS Kämpfen für seinen Sieg, und der Segen, der schau hienieden dem frommen Kämpfer zu, Thsik wird. ».Himmel und Erde sotten zeugen,7 sprichtdxr-große Prophet, „für das Gesetz des Herrn, ^welchxsi jA^ euch ^verkündetsie geben euch Lohn, wenn ihr.es.erfüllt, sie entziehen euch ihren Segen aber, wenn ihr. ihm abtrünnig seid. Himmel und Erde sollen euch Verkünder zeitlicher und ewiger Glückseligkeit sein, die ihr nur dann erndten könnt, wenn ihr nach göttlicher Vorschrift lebt. — In dieser ernsten Zeit, wo die Verführung in Israel so kühn ihr Haupt erhebt, «»gescheut sich zur Meisterin der göttlichen Religion aufzuwerfen, wo von Eitelkeit und Genußsucht befangener Menschenverstand göttliche Vorschriften verdrängen möchte, rufen Sie, Verehrte, den Gedanken an Himmel und Erde recht lebhaft vor ihre Seele, und lernen Sie darin göttliche Allweishcit verehren im Gegensätze gegen menschliche Beschränktheit und Unmqcht. i In ernster Zeit, wo, weil ein mächtiger Umschwungdengesellschaftlichen Verhältnissen geworden, )nan auch so gerne das Neligionsgebände als veraltet, und hinfällig bezeichnen möchte, richrcn Sie recht oft nach Himmel und Erde Ihren Geistesblick, um zn erkennen, daß Gotresschöpfung jeden-Zcitwechsel überdauert. In ernster Zeit, wo Selbstsucht und Eigennutz als erstes Gesetz geltend gemacht werden, und man so leicht geneigt ist, diejenigen Religionsvorschristen besonders, welche der Befriedigung des Eigennutzes hindernd in den Weg treten, über den Haufen zu werfen, erkennen Sie recht lebhaft im Bilde von Himmel und Erde, daß nie Segen auf Erden, ohne himmlische Bewässerung und Befruchtung gedeihet; daß nur Thau und Regen als Bild des göttlichen Worts, welches dem Himmel entströmt. Glück und wahren Segen auf der Erde schaffe. Besonders aber möge am heutigen Tage der Gedanke an Himmel und Erde Nutzen schaffend recht lebendig 2hrer Seele vorschweben. Nennen wir auch den kommenden Festtag der Erinnerung im Gebete icvv or den Tag der Anfang der- Götteswerke so gilt dies nur in so weit,, als das an demselben das wichtigste seiner Erdenwerke, der Mensch, geschaffen worden. Fällt somit dieser Festtflg .mit dem sechsten Schöp-