Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 40 (5.10.1849)
- Date
- 1849-10-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Fassen wir nun die Lehren aus der. rnv zusammen. Sw sind folgende: Ein Gott ist, der über'der Welt, die er geschaffen, thront, der jedes Einzelwesen und besonders den Menschen in der Menschheit zu immer höheren Stufen der Gotteserkenntniß, der Vervollkommnung Und Beglückung kreisen und wechseln läßt. .;wva Ein Vater kennt unsere innersten tiefsten Gedanken leitet jeden unserer Schritte zu Heil und Segen; vertrauen wir 2hm, der Quelle der Seligkeit. .v»t> Unser Leben sei ein wahrhaft aufrichtiger Lebenswandel zu unscrm Frommen, zum Heil unserer Brüder und Mitmenschen. Mit diesen erhabenen Lebcnsansichten befcklie« ßen wir den Sommer, treten wir in Herbst und gehen dem Winter voll Zuversicht entgegen. Wie schwer und düster auch die Zukunft gekeimnißvoll vor uus verborgen liegt; wie sehr auch die Gegenwart alle Verhältnisse in der Schwebe kalt, mit unsrem Gotte, mit uuserm Vertrauen zu Ihm, mit dem besprochenen Lebenswandel gehen nur sicher. — Die Natrrr, ein Herold des göttlichen Glaubens. Gedanken beim Jahreswechsel. > (Schluß.) Und alles dieses dir so naheliegende schon bleibt in seinem Werden und Schaffen deiner Einsicht ein Gekeimuiß in seinen Wirkungen unerforschlich; und du wolltest dich erkühnen, den Maaßstab deiner gebrechlichen Mensckeneinsicht und beschränkten Vernunft an Gottes ewiges Wort zu legen, es zu läugnen, weil du es nicht begreifst? Kann Glaube dem Wortbegriffe nach schon etwas anderes sein, als das, was Menscheneinsicht nickt zu erkennen vermag, und von ihr als Schöpfung himmlischer Weisheit vertrauungsvoll ausgenommen werden muß? Darum Sterblicher! Himmel und Erde zeugen für die Große, für die Unergründlichkeit deines Glaubens; schaue auf sie, und es schwinden die Nebel des Zweifels, welche zwischen ihm und deiner Seele sich lagern möchten.. Als menschliche Schwäche, welche der Liebe zur Religion, und dem Wohlgefallen an ihren Vorschriften Abbruch thut, ist ferner das Streben nach Veränderung zu bezeichnen. Das sich Jagen der Erscheinungen im menschlichen Dasein, wo eine Begebenheit die andere, ein Zustand den andern verdrängt, hat einen gewissen unruhigen Trieb in das Gemüth des Sterblichen gepflanzt, stets nach Neuem, nach Veränderung zu verlangen, und das Gewohnte zu mißachten. Neue Genüsse sollen stets das Dasein würzen, neue Erscheinungen das Auge ergötzen, neue Zustände die Aufmerksamkeit fesseln; so will es ein innerer Drang der Menschennatur, und dürfte minder schädlich, ja unter gewissen Bedingungen zuweilen sogar wohltbuend und Gutes fördernd sein, wenn dieser Neucrungstrieb sich nickt auf das Gebier der Religion verirrte. Was im gemeinen Leben nach Modesinn als anziehend, als schön, als vortheibaft gilt, soll es auch dem Glauben gelten; Begriffe und Formen aber, die im gewöhnlichen Leben als veraltet der Mißachtung Verfällen, sollen auch als Neligionspflichten mißachtet werden. Wie der Geschmack an Speise wechselt, soll auch des Glaubens Scclenspcrse dem Urtbeile des Tagsgeschmacks unterworfen sein. Was die Gesellschaft als dem feinen Ton zuwiderlaufend erkennt, soll auch im Pstichreusysteme der Religion schwinden, oder wenigstens eine Veränderung erleiden, und moderne Zustutzung erhalten. O thvrichte Ncuerungvjäger? Wie? Das Vergängliche, das Hinschwindende sollte dem Ewigen zum Muster und Vvrbilde dienen? Warum richtet nach schwächlichen Menschenschöpfung ihr encrn Blick, und nicht nach dein unvergänglichen deS ewigen Schöpfers? Blickt nach dem Himmel:gewobe, wie es seit mehr als sechshalb Jahrtausenden über Vergangenheit und Gegenwart, über geschwundene und lebende Geschlechter sich auedchnt ohne in diesem langen Zeiträume auch nur die geringste Veränderung crl-tten zu haben. Nicktet eure Blicke nach den stehenden Himmelskörpern, wie sie seit mehr als sechshalb Jahrtausenden ihren Standpunkt im unermeßlichen Aetbermeere inne haben, ebne ihn auch nur einen Augenblick zu wechseln; richtet eure