Mannheim
Compact Memory

Der treue Zionswächter · 1849-09-28 · 39 (28.9.1849) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
39 (28.9.1849)
Date
1849-09-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2625941-2626254-2626294--2050-2629753
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

sudenfeindliche Stimmung sich' von NeNem kund »hun, die einmal uns so allgemein gewordene. Ehrenecklarung?ann dadurch nicht zurückgenommen-'werden, sie dienr vielmehr als »stillschweigende Widerlegung - gegen alle ferneren Angriffe. Dieser Bortheil-darf nicht übersehen -werden, wie - können ihn als eitt^ sichere Errnngenschaft berrachren. Der Jade, als--Jude, ist seinen übrigen Mitbürgern tzlrichglstellr 'worden. Nicht wurde ihm gejagt, daß er feinen^ 'uralten Glauben, durch das Fehlschlaqen der Maezrevolurion die Bestätigung jenes Satzes: v ftic r>'I rn' '? geworden, so findet hierauf der Nachsatz desselben vollständige Anwendung, rnc ^i-üv 'v':cv f>'L t'-c ^Umsonst, daßfhr früh aufstehr, spar sttzcr, die ihr Brör der Mühsal esset; das giebt er seinem Lieblinge im-Schlaf." W^tcke ungeheure Kämpfe wurden nicht geführt»'um 'dte Emän, clparion der Juden! Welche 'Gnlnde .sind'^-mchr Jassir würdig; ein Anderer, die jüdische Religion mache den Juden zum Staatsbürger unfähig; ein Dritter wieder nicht die mosaische Lehre, sondern der Talmub uyd gebe und waS deS Unsinnes mehr war. Und diese Gegengründe wurden zuerst zwar von Nichr'-Jüden, dann aber von den Juden selbst — aüS Nachäfferei —- ausgesprochen. Wir, die Orthodoxen, schwiegen, wir suchten uns nie hervorzudrängen, wir hielten es für unwürdig, um ein uns geraubtes Recht zu betteln. Wir nahmen alle Schmähungen hin, in dem Bewußtsein, daß alle Lästerer einst anderes Sinnes sein werden. Nicht im Äufgeben des väterlichen Erbes ist Heil und Wahrheit zu'finden, nur das strenge Festhalten an vewselben wird unsere irdische Wohlfahrt und himmlische Seligkeit herbeiführen ist unser Wahlspruch. Wie der Fortschritt) so 'dlenc aüch der jetzige Rückschritt ünS zür' Freude.' ^Jlr^jenÄ Treiheicsraajche vergaß Wan Las' ChätakkebistiftEder einzelnen Verhältnisse, Alles würde Nach'elsteisi'"and'demselben Maaße gemessen- und' ümgrfo'rinr. ^DÄS allgemeine Ptincip der Gleichheit Wat so vorherrschend, daß die Eigentümlichkeit' des Individuellen davuich ganz zu verlöschen drohere. Welche Gefahr fürchte Fottenrwickelüsig des Jkdividuums?! Dis ' Natur selbst rn ihrer harmonischen Einheit Vierer utts MS bunteste Bild der Mgittttgsaltkgkeir däe,siur ist 'der ' Erhaltmrg des Einzelnen kann das Gänze bestehen». Ungestört müssen die einzelnen Kräfte siedest" einander schaffen und wirken, nicht aber därf di^ eine ans Kosten der änderest sich anebrektM ustd noch weniger dürfen sie gegenseitig ihr Specififche» attfi eiNairder übergehen lassen, ohne sich det O.-fahi? hknzutze'Ven. durch die zunehmende Kraft ganz stnd'gar zu verk iinmern. Dies allgemeine Naturgesetz har auch volle Gültigkeit für den Menschen. Sein Gesst^zlvat erhebt ihn über die Maße det NarnrgsschSpfe, seine Sinsie aber reihen ihn wieder in diesetven bin Äuch er ist dem allgemeinen Naturgesetze ünte'rwörfen, so sehr er auch auf Geisteeschwingen empor'zü stillen usid von demselben st.h zu befreien strebt. darf er daher seine na rin lich en Eigenschaften v^rhessesi,' wenn ec äach Veist geistrg handeln will Es Mnsi^ wie in det Ryrnr, so in der menschlich geistiges Sphäre,'das Individuelle nie unberückstchrigr blerben. ' Wir' dürfen Nie" vergessen)' 'büß unser Geist wol ein uüst'derselbe fei, daß aber wir als Menschen, als geistig 'kürveilicke ' Weftn sehr verschiedest feien. Und diese Vifschiedenheir in der ÄreNsche'nweit ist sene bsinre Mbnnigfalrig, keit, die uns schon in der Norur so kraftvollaulocket. Trotz unserm Streben nack Gleichheit müssen wir daher unser. Ehgrakreristisches zu wahren uns bemühen, und je uneigennütziger und redlicher wir-hierbei handeln, desto sicherer werden wir unser Ziel erreichet - Das Charakteristische des einzelnen Menschen'aber entspringt aus der unerklärlichen Verbindung deS Geistes mir dem Körper, welche sich besonders im Empfindlings- und Gefühlsvermögen kund thur. Was sich demnach aus diesem heraus beim Menschen durch Gewohnheit manifestirr hat, mrtß> insofern es nicht dem allgemeinen sittlichen Gesetze zuwider ist, stkesig bewahrt werden. Wer hierbei eine Umgestaltnng vornehmen will, der läuft Gefahr, das Individuum zu vernichten. Das Herrlichste, was sich aus dem Gefühls- . und Empfindungsftben herausgsdild«e hat und vom Geiste zunktaren Anschauung gebracht worden, ißdaß : der Mensch sichr von einem höheren Wosen abhängig fühlt; um uns kurz zu fassen, es ist dieses das Reil-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.