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Der treue Zionswächter · 1849-09-21 · 38 (21.9.1849) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
38 (21.9.1849)
Date
1849-09-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
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299 GA» vertraute seinem Verstände, die Vernunft allein ward als Rachgeberin herbeigezogen. und des Geistes aller Geister gedachte nicht der schwache Geist. Mit Verdrängung einer alten ungerechten Machte sollte eine neue ungerechtere geschaffen werden: Die Schwäche des Individuums erkennend, suchte man lichkeit des Lebens zu setzem Die Gesammtkraft der Menschheit sollte das Glück Aller begründen. Welche Sucht! Ein solches Unternehmen mußte so schnell, auf den Standpunkt, welchen wir vor dem Beginn der neu sten Epoche inne hatten, von Neuem haben wir wieder die Freiheit zu erringen, zu erkämpfen. Möge uns aber die jüngste Zeit eine bedeutende Lehre für die Zukunft geben. Vor Allem, Erdenbewohner, mache dich frei, erkenne, daß du Geschöpf eines höheren Wesens seiest, daß du nur durch Beschränkung aller sinnlichen Triebe deinen Geiste frei macken kannst, und daß die sittliche Freiheit die erste sein müsse, wonach du strebest. Sie führt dir die andern zm Zo '121 mrl-i,!>w?:vr> tnm öw i'!w Wer der Lehre Joch auf sich ladet, dem wird das Joch der Regierungen genommen. Diese wichtige Lehre, welche wir aus den Ereignissen des verflossenen ZahreS entnehmen, möge uns in dem neuen begonnenen leiten, auf daß wir gestärkt in Gottesfurcht und Gottesverrrauen das wahre Ziel und Heil, welches der Menschheit gesetzt ist, erreichen können. C. M. Erinnerung an die ersten frommen Entschließungen Betrachtung am Schlüsse des Jahres von M ( S ch l u 8. ) So erneuere deine Vorsätze, nicht mit den vorüberrauschenden Gefühlen der Jugend, sondern mit dem heiligen Ernst und der Kraft des" reifern Alters. Dann wirst du zu Gott, zur Religion und zur Kindesglückseligkeit zurückkehren; dann wird die Welt wieder jenen frischen Zauber empfangen für dein Herz, welchen du als verloren betrauertest, weil du das Herz verloren hättest, mit dem du sonst die Welt Gottes begrüßtest: ' Kehre zurück, zu deinem Gotte,. bewahre Güte und Gerechtigkeit, und hoffe sstets auf He.inciii.GM' (Hos. 12, 7.) Je Länger der Mensch ansteht, sein besseres Selbstzu. retten, je tteser versinkt er in den Schlamm des irdischen Lebens. Es ist eine elende Selbsttäuschung, zu hoffen, man werde sich unter veränderten Umständen bessern können, nur jetzt noch nicht, wo noch so mancherlei uns zwingt, die alte gewohnte Lebensart und Denkweise fortzusetzen. Nein, dies ist die Sprache deiner Feigheit, deiner Verworfenheit! Nicht die Umstände, in denen du lebst, machen dich schlechter, als du sein solltest; sondern du, durch deine Sinnesart, durch deine Verdorbenheit, machst die Umstände um dich schlechter, als sie sein sollten. Deine Liebe zur Sinnlichkeit dein kleinlicher Ehrgeiz, dein Horchen auf das Unheil mancher Leute, deine Furcht vor ihrem Spott hält dich ab. so vollkommen gut zn handeln, als du könntest. Siehe da, deine Lüfte, dein Ehrzeiz, deine Eitelkeit sind die geschwvrnen und furchtbarsten Feinde deiner Ruhe! Sie sind es, nicht die Umstände,' wie du dir selbst einrede» möchtest, welche dich an Erfüllung jener heiligsten Pflichten und Vorsätze verhindern. Aendere deine Lebensart, nicht nur deine äußerliche, sondern auch dein^ innerliche! Du hast deine Versprechungen nicht den Menschen gegeben, daß du vor ihnen rein und gut erscheinen wolltest, sondern Gott hast du sie gebracht, dem Allwissenden, dessen Blick hell durch alle Finsternisse und Bewegungen deines Gemürhes schaut. Erfülle deine Vorsätze zum Bessern, aber bald —denn Stunden und Jahre verfliegen, wie ein Morgentraum. Was wirst du nach einigen Jahren von dem noch haben, was du gelebt haben wirst? —' Aber deine Übeln Gewohnheiten, deine bösen Triebe werden Erdübel deiner Jahre werden; einröffen werden deine Leidenschäften und

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