Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 37 (14.9.1849)
- Date
- 1849-09-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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uud wehmüthigcr Rührung gedenken sie der ersten 2ahre ihres Lebensmit den hejftgcu Gefühlen und und Entschlüssen. O gedenke ihrer immxrhin, meine Seele! — Diese! Exsune^ungen sind die ersten Vorgefühle eines, schöycrn, harnchoscrn,, Heiligern Lebens, dessesi du theHaftig Wrden ^onnzest! Kehre zurück zu der Kttideönttschuld, jn. welcher du sonst dich oft selig,ge,fühlt hgst, kehre zurück zu den ersten V.or- ,,EWge" noch nicht vergessen hat; kehre, zurück ^r s!icbe Gottes und seiner Religion.!!-Aber-Mtt't6der Verjüngung deiner ersten Liebe, deiner frühern Entschlüsse, hüte dich, den Fehler zu erneuern, durch welche sie bald nach ihrem Entstehdn wieder untcrgegangen sind. Es sei nicht das rasch auflodcrnde Feuer der Empfindungen, sondernein auf Ueberzcugung und Grundsätzen ruhender- Entschluß, der dich begeistern und der Leitstern deiner Thaten werden muß. Erneuere mit Entzücken den schönen Vorsatz Gott änzngehören und von nun an göttlich zu handeln; aber überlege deine Umstände, die Beschaffenheit deiner Verhältnisse, die Denkart deiner Bekannten, das Maaß deiner Kräfte, das Fehlerhafte deiner Eigenschaften, deiner Neigungen, deiner Wünsche, und frage dich prüfend: Was kannst du in deiner Lage tkun, um das musterhafte Leben eines wahren Menschen und GotteSfrcundcs, um den erhabenen Wandel eines ächten Israeliten zu führen? Darüber sinne erst in der Stille für dich nach, und glaube, es wird der Geist Gottes cs nicht au Licht in deinem Gemüthe fehlen lassen, es wird dir das Wort Gottes und dein Gewissen sagen, was du zuthun habest, das Ziel — das höchste und würdigste Ziel alles Menschenlebens — zu er, ringen. Erneuere deine erste Liebe, deine früheren Gelöbnisse, und halte dem Ewigen das große Wort, welches ihm in wichtigen Stunden deine Seele gab: Sage mit dem heil'gcn Dichter: Ich schwöre und will's erfüllen, zu halten deine gerechten Urtheile. (Ps. 119, 106)' Aber zittere nicht schwach vor der Ausführung; halte dich nicht für verdorbener als du bist, sondern wage den ersten Versuch, und Halte deine Leidenschaften, deinen Hang zur Wollust oder Räche,' deinen Geiz nach Ehre oder Neichthum, nicht für'mächtiger, als den Wunsch deines^ 'unsterblichen' Wesens in dir. — Handle überall nach ruhig'erwogenen Grundsätzen dessen, was gottgefälligwas recht und billig, ehrbar und menschenfreundlichunparteiisch und ' nützlich für Jedermann ist. Mache den Willen Gottes zu dem deinigen, und handle gegen jeden Menschen so, wie du vernünftigerweise wünschen kannst, daß sie in gleicher Lage gegen dich handeln sollen. Was dich schmerzen würde, wenn Andere cs wider dich versuchen würden, das unternimm gegen Niemanden. (Talm. Sab. 31.). Uebersiehe mit ruhiger Großmuth die Beleidigungen deiner Feinde, und vergilt ihr Böses mit Gutem, wenn du es im Stande bist. (Spr. 25, 21); zeige von allem Bösem, was man dir nachredet, das Gegenthcil; fliehe vorsichtig die Anlässe, bei welchen du weißt, daß du schwach werden und unanständig oder gar lasterhaft werden kannst; fliehe solche Anlässe selbst Ln deinen Gedanken und zerstreu dich schnell, wenn sie deine Seele zu irgend etwas Ungerechtem locken. (Schluß folgt.) —— -. ZsrtMWsNLichrichLerr. Preußen. Münster, Auf. Sept 1819. Da die Nachricht durch sehr viele Zeitungen die Runde gemacht hat, daß in der hiesigen Synagoge — also auch durch den hiesigen Rabbiner, Herrn Sutro, eine Mischehe zwischen einer Christin und einem Juden geschlossen sei, so sehe ich mich veranlaßt, dieser falschen Nachricht entgcgcnzutrcten, zumal, da unser Rabbiner nie und nimmer zu einer solchen Ehe seine Zustimmung geben, am allerwenigsten sie selbst schließen wird. Tie Sache verhält sich vielmehr also. Der jüdische Lehrer zu H., einem Städtchen hier in der Nähe, war mit einer Christin daselbst verlobt, sie wollte aber vor ihrer Heirath zum Judenthume übertreten. Um seine Braut mit den jüdischen Ge-