Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 37 (14.9.1849)
- Date
- 1849-09-14
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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»W 2S1 W«- ich, müssen auch durch Anstalten geschützt sein vor Hunger, Noch und Untergang, daß sie nicht wie Bettler Weggehen, und wie Verzweifelnde in, der neuen Heimath ankommen; die verlassene deutsche Hcimach selbst mir ihren von den »veggegangenen Besitzern leer gelassenen Fluren darf nicht durch Nochverkauf der Auswanderer einzelnen Gutsbesitzern und reichen Kapitalisten in die Hände gespielt werden, sonst verlieren wir unser» Mittel- und Bauernstand und die Aristokratie ist wieder da; alle Zweige großartiger Untereinem belebenden Thau angetrankr werden; die Geister unserer Jugend, sollen sie dereinst dem Leben nicht fremd sein, sollen sie dem jetzt — auf Befehl des Allerhöchsten — in die Pforten der Welt einlrerenden und Wahrheit, die er mit Feuerzungen predigt, verstehen, und ihm dafür die Hand küssen, gehend den Weg. den er anwinkt, — die Geister unserer Zugend werden, neu eingerichtet nach den Maaßgaben dieses Zeitgeistes; sie müssen aber auch auf eine Höhe des Glaubens gebracht werden, wo der schmetternde, rasche Gang des Lebens ihren innern Glaubenssinn an Gott nichr irre macht; unsere Prozesse und Handel warten auf ein Gesetzbuch, unsere Landersirecken, unsere Wasserflächen warten auf Straßen, Eisenbahnen und nützliche Kanäle; unsere Münze, unser Maaß und Gewicht will natürlich und einfach regulirr sein — diese und noch andere Bedürfnisse, die hier gar nicht alle aufzuführen sind, drängen ohne Aufschub zur Vorbereitung, zur Erfüllung; überlegt man nun, ob der Wunsch zu viel ist, daß unsere Vertreter einen nervigen, lhatkräftigen Arm haben mögen? — Za, das gebe ihnen und uns der Herr, vereint mir den noch übrigen beiden Gaben: „klarem einsichtsvollem Verstände und warmem Herzen," damit das schöne Bild wahr werde, des fünfundachtr zigsten Psalmes, den wir nun singen werden und dess-n Schluß lautet: „Liebe und Treue mögen einander begegnen, Gerechtigkeit und Frieden sich umarmend küssen, daß aus der Erde die Blume der Wahrheit emporschieße, wie ein Stern vom Himmel die Tugend darauf niederschaue, wozu auch der Herr sein himmlisches und die Erde ihr irdisches Gedeihen gebe, — daß die Vollkommenheit vor sich hinwandeln und ihren großen Gang —durch die Menschheit — forrsetzen könne! Amen/' Erinnerung an die ersten frommen Entschließungen Bettachtung am Schlüsse des Zachres von N. Es wird Keiner sein, der sich nicht gestehen müßte: Es gab eine Zeit, da war ich frymmer als fetzt! Es gab eine Zeit, da war mein. Herz unverdorbener und für das Gute weit reizbarer als fetzt; meine ganze Seele war gleichsam inniger mit Gott verwandt, und selbst das Irdische schien mir heiliger und verklärter durch die Religion zu sein, als es gegenwärtig ist. Za, auch wenn ich fehlte, war meine Nene lebhafter, mein Schmerz tiefer und aufrichtiger; ich erhob mich schneller nach jedem Fall, und meine Heimkehr zum Vaterherzen Gottes war freudiger, rührender, als heute. Und warum ist das. was ehemals gewesen, nicht auch heute? Bin ich nicht mehr derselbe Mensch, der tch gestern war? Woher diese Verwandlung? Kostete mir denn meine frühere Frömmigkeit allzuviel Ueberwlndung und Mühe? — Nein, ich war unschuldig, herzlich, redlich, weil ich es sein wollte; und mehr als diesen Willen hatte ich nicht nöthig. Ich liebte die Menschen, weil ich keinen Grund hatte, sie zu hassen. Ich half uneigennützig meinen Brüdern; half selbst mit freudiger Aufopferung ganz unbekannten Personen, und empfand dabei eine Himmelslust. Aus Dienstgefälligkeit schadete ich mir selber; aus Großmuth gab ich oft meinen eigenen Feinden den Sieg über mich, und doch empfand ich darüber mehr Vergnügen als Schmerz, Ich ward oft betrogen von denen, welchen ich allzusehr traute; aber dies machte mich nicht mißtrauisch gegen Andere. Ich blieb der