Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 37 (14.9.1849)
- Date
- 1849-09-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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der gehörigen Verfassung die Mündung jenes Feuer-' schlundes zu decken Haber, hütet euch/ aus Ungeduld, aus beleidigtem Ehrgefühl davon zu gehen, hütet euch, Feuer noch obendrein von außen anzuzünden, und so die alte verloschene Glut hrrvorzurufen! — Eure Schuld ist dann groß vor dem Gorresrhron, ist niemals abzuzahlen, denn wer will da bezahlen, da heilen, wo der Brust eines ganzen Reiches die Tvdesivunde geschlagen worden? — Das umfaßt der Wunsch nach einem ehrlichen, ^warmen Herzen, er spricht die große Bitte auS zum Himmel, die jetzt gelheilten Herzen brüderlich zusammcnzuführcn, und er zielt auch darauf hin, durch seine öffentliche Kundmachung Anklang in noch andern Gemächern zn finden, und den Entschluß zur Aussöhnung hervorzurnfen. Aus! ihr Flammen; still! ihr stachelnden verwundenden Worte! Das, Brüder, sehet ihr doch gewißlich ein, daß, ihr möget gehören, zu welcher Partei ihr wollet, eure Richtung möge sein die ehrlichste, die beste von der Welt, — daß euer Streben so lange falsch ist, falsch bleibt, und für'L Ganze nicht ersprießlich fein kann, so lange eure Ansicht nur die einer Parchei, nicht die des ganzen Vaterlandes ist, — und sei auch das der und Zank öffnet ihr dein geistig Blinden doch niemals das Auge. — Es handelt sich hier nicht—- das, ihr Herzen, fasset sehr wol — was das Volk glücklich macht, sondern ob das Volk glücklich sein will nach eigenem Kopf, auf diese oder jene Weese? Und diese Frageweise, so fragen zu dürfen, ist die große Errnngenschasr der Zeit. Wenn ihr aber Parkeil'si, Schliche Bewegung seht, nm die Herzen da- und dorthin zu ziehen, dann ist auch jene große Errungcnzchasr unserer Zerr, die Freiheit, moralisch untergraben und umgestürzr. Habet Acht darauf: im Süden im Westen und im Norden Eurvpa's lauert Mancher auf Euren Untergang; stellet ihr jetzt euch unter verschiedene Fahnen, dann reißet ihr des Vaterlandes Herz, dessen Adern und Blut ihr seiet, in tausend Stücke auseinander; das Vaterland weint, und der Feind lacht und frohlockt! Rührt euch dies Bild — und welchen Preußen nicht? — nun, dann söhnet euch aus! — Aber noch einen dritten Wunsch tragen wir in der Brust, und wollen ihn aussprechen, ehe wir von dannen gehen: wir wünschen uns einen nervigen. thatkrafrigen Arm. Sehet ihr doch .noch heute im Wappenbilde Preußens die allen Germanier stehen, rechts und' links des Adlers, mit nervigem Arm, der keinen Spazierstock, sondern eine riesige Kessle umfaßt, nun. so werde denn dieses todte Wappenbitd heute ein lebendiges in deS echten Preußen Herz; der Arm muß rüstig und kühn in die Verhältnisse eingreifen und arbeiten — verstehet sich aufbaucnd und nicht zerstörend. Vieles Ist zu thun, Zeit und Verhältnisse drangen unabweislich. Für's E'ste — das sage sich nur jeder Preuße frei heraus - Preußen, betrachtet man cs genau, ist ein Reich von zwar gutem Boden, blühendem Handel, ehrfurcktgebiekendem Alker, aber ohne geographischen, volilischen und innern Schwerpunkt, jetzt namentlich ganz besonders; die öffentliche Meinung, der Nationalwille ist seine einzigste Stütze, und dieser Wille mnß in einem vollendeten, volksthümlichen Vcrfassungsgesetz verkörpert sofort zu Grunde gelegt werden, oder das Haus mir seinen immensen Wänden schwankt. Preußen — das verhehle sich auch kern Sohn des Laubes — will er's vor Augen haben, es gleicht einer schlanken, langen Gestalt, der das weite Kleid nm die Glieder schlotrerr gesunden Leib auszufüllen, oder der Wind reißt es von den Schultern. Preußen sicher Wache für Deutschland am kalten Nord oder am warmen Südwest, da hälr'S den rohen Astcuismus, dort den überfeinerten Franzosensinn zurück, daß sie nicht eindringen in die gesittete, kräftige deutsche Natur; daiun auf eure Hur, Männer des Vaterlandes — Alles rufc jetzt „heraus!" Und wozu da noch der künstlichen Worte, wo trockene harte Bedürfnisse Erlüllung, rasche Erfüllung verlangen. Preußen bedarf vor Allem des Anschlusses an das übrige Deutschland, und hiezu muß es in sich selbst geordnet sein; es bedarf, um die Arbeiten des Ackerbaues, des Gewerbes, der Industrie und des Handels von ihren jüngsten Schlägen cmporzuhcben, eines frischen Aufathmens, eines weiten Hinau-dringens mir seinen Erzeugnissen und Kräften, seine Handelsschiffe müssen über die Küsten Hannovers, Oldenburgs, Bremens und Hamburgs hinaus in die weite Welt; seine Auswanderer — wenn einmal das Schicksal will, daß die deutsche Mutter ihre Söhne den wüsten Welttheilen zur Verpflanzung deutscher Culcur dorthin zuschicke — seine Auswanderer, sage