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Der treue Zionswächter · 1849-09-07 · 36 (7.9.1849) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
36 (7.9.1849)
Date
1849-09-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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283 menschlichen Einsicht und Kraft, und wendet sich darum mit einer siedenden Bitte an den - Helfer droben, daß er Segen und Gedeihen sende zu dem Werke.— Dabei erwartet man — was auch richtig ist — daß bei dieser ticfergreifcnden, andachtsvollen Hinwendung des Gemürheö zu Gort sich auch, wie bei einem aufgeschütterten Erdreiche, Tiefen im Geiste, lin Herzen und an der 'Arbeit selbst, die man vor hat, aufthun werden, Tiefen. aus denen Licht uud^Muth vom Geist und Herzen her hervorqnellen, und neue Bckrachtungsseiren an dem bearbeiteten Gegenstände selbst sich anfdecken, wo man dann, wie neu geschaffen, ans dem Gotteskause in die Welt komm: und wie neu umgegossen das Werk vor sich findet. Fassen wir aber so den Zweck unserer jetzigen Zusammenkunft hier auf, nun so sind folgende Gesichtspunkte wol nicht unpassend, wie wir sie hier anfstellen, um danach hin unser» Betrachtungsbiick zu richten: Wir wünschen uns einen klaren einsichtsvollen Verstand; ein ehrliches warmes Herz; einen nervigen thatkräftigen Arm. Sagen Sie nichtwas kümmern uns Wünsche? Man wünscht viel, und hat es dennoch nicht; nein m. Th., in den Wünschen hier, wenn sie laut und stark ausgesprochen werden, und offene Zugänge zu den Herzen finden, Zugänge vielleicht bis mitten in die gesetzberathende Versammlung hinein. — in diesen Wünschen, sage ich, liegen eben so viele Entschlüsse, feierliche Vornahmen, das Werk nunmehr, es koste, was es wolle, auf geradem gesetzlichem Wege, zur Vollendung zu bringen. , Einen klaren, einsichtsvollen Verstand wünschen wir unS — daö ist der Stern am vaterländischen Himmel, auf den Alles sehnsuchtsvoll harret, und um dessen Aufgang wir jetzt beten. Einsicht — bedarf cs derselben, daß sie erst bei uns einkehre? Preußen, das muß Jeder, sei er Sohn des Landes oder Ausländer, Freund oder Feind, wenn ihm nicht Parteilichkeit die Augen verbindet, er muß eingestehen,-daß Preußen mit zu den gebildetsten Reichen des civilisirten Europa, jä des hochgebildeten Deutschland gehört; es hat schon bisher eine volksbildende Milirärverfassü'ng eine wissenschaftlich geregelte Volkserziehüng gehabt; es öffnet seine Märkte der deutschen Literatur von jeder Seite, und da ist gewiß zu rechnen auf eine große Aussaat des Wissens- Es hat Preußen am ersten von allen Staaten Dentschlands, in jener bekannten Zeit der Knegeßnoth, die Bäbn selbstständiger Volksentmickelung'Geschritten; es hat Preußen vor allen deutschen Staaten auf dem Wiener Evngreß die freisinnigsten Anträge gestellt und am wärmsten auf deren Erfüllung gedrungen; es hat Preußen, wie Jedermann weiß, in jenen dunkeln Tagen der Gefahr und dämmernder Neltnng aus seiner Erniedrigung sich dadurch empor» gehoben, daß es Männer an die Spitze stellt, die mit zu den umsichtigsten und talentvollsten ihrer Zeit gehörten. Und da will ick jetzt beten um Einsicht, nm klaren Verstand? Und doch, Freunde bete ich, und wage es sogar zu sagen, daß Sie, wie jeder treue Bürger des Vaterlandes, das Streben nach dieser Einsicht znm Ziele allcS Bemühens um die Allgemeinheit jetzt zu machen haben. Ich bin hier kein Berichterstatter vergangener Ereignisse, stehe hier auch auf keiner Tribüne der Politik, allein den Boden unter meinen Wißen wol kennend, und wissend, da.ß dieser ein heiliger ein für stille ruhige Betrachtung geweihter und gewidmeter ist halte uh es ich weiß nicht ob ich mich dabei irren sollte. — gerade für eine diesem Orte entsprechende Aufgabe, daß hier die Sprache der Tagesereignisse, wo sie dunkel ist, in eine sinngetreue, verständliche Sprache des Herzens über setzt werde, daß hier die kargen abgebrochenen Züge, die de»- hineilende Finger des Schicksals, wie eine Lapidarschrift, an die zerstreuten Monnmente der Gegenwart da und dort gezeichnet, zusammengestellt, und die Worte, die stotternd die Geschichte, wie halbe Echos, aus einander gerissen, zusammengebracht werden zu einer vernehmlichen Rede: das ist nach meinem Dafürhalten Aufgabe des Lehrers der Religion, des Priesters der Kirche, wenn nämlich ja Männer der Politik und Wett zu ihm in seinem Winkel kommen, um allda in stiller Betrachtung sich Trost und Rath zu holen. — Thun wir dies aber jetzt, ^vaun stellt sich uns

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