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Der treue Zionswächter · 1849-09-07 · 36 (7.9.1849) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
36 (7.9.1849)
Date
1849-09-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
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weder das Eine mock' daß Andere ('eseüigen;. man beabsicksttgl sib er zwciH)cwaI l e n, Kirche und Staat, .^auSein^Uer '^u chäUen,.. Vle'/'zwar^ beide einen und denselben Zweck vcrfv^geil, ' verfügen'' sollen nämlich: moralische und sittliche Beglückung der Mcnsch- ^heit,.')hie)aber.d'öch vom Schöpfer einmal so angelegt sind, daß,.jede der Gewalten für siM allein .,h ejsien' müsse.'" und',uübt eine in das Geschäft und das Handwerk der ändern eingreife; so wenig der Kopf dem Herzel^ eurgegentreten darf, so wenig der äbkältende Verstand in den Geschaftskrcis des warmen Gefühles unberufen sich einzumischen hat, so wenig der Himmel die Erde in ihrer Tbätigkeit stören darf; -- eben so wenig soll der Glaube und Hem,^ne'üer, ünd des Glaubens umfangreiche An- ' siä!ts. die Kirche, mit ihrer Himmelskraft in das ^Hz-denre^menf,,der Sraatsleitung greifen wollen, da für ' sie Regimenter lenken, Schwerter ziehen" ^.usieln abfchießen, eine traurige Verwechselung der Rollen, die der Welt schon oft und viel geschadet. Nein, der.Staatsmann paßt nicht an den Altar, — und in den Staatsapparat paßt nicht der Priester hin: das ist der Sinn des großen Ausspruches, des Loosungswortes unserer Zeit: „Staat von Kirche sollen getrennt sein Sehen Sie über, meine Zuhörer, das ist's ja eben, was unser Psalm singt ,/der Himmel allenthalben ist des Herrn, und die Erde hat er den Menschenfindern .gegeben!', Das Eharäkkerbild mjsefes Jahrhunderts spiegelt sich in diesen Worten, und dbr flöhende Nus des Jahrhunderts hallt gleichfalls wie ich bereits oben gesägt — in diösön ^r-ofteu nach, denw wo es zu solcher sclbstständigeu' Trennnng der Zweige des Lebens, zu solchen weiten Ausbgu der menschlichen Gesellschaft und ihrer Interessen kommt» daß Staat »lud Kirche auseinauderlreten, da bedarf cs des Segens von oben. - darum auch baM unser Psa mlied dem Bilde unserer Zeit solchsM'^Vrärtyrcrkranz des Gebetes um: gesegnet scietMöm Herrn, der Himmel und Erde gemacht! Ja,- des heißesten Wunsches nach ^jdttsem'Tegen' öedarf^ <s,. und die Kirche selbst muß ihn üu^s^rechcn, die bei dieser Trennung gerührt u nd nicht beleidigt stehen soll; der Priester in der Kirche, det gleichsam die Seele der betenden Menschheit ist, hat ihn, diesen Wunsch) um der Mensch» heit Heil, Gott vorzutrage». „Warte,- Priester," — so spricht unsere Zeit — ,-bis wir im ^heißen Drange der Tagcsgeschäfte entweder vom Glück-hock, herauf? oder vom Unglück tief herab, oder von Ungewißhelt in die'mitrlcre Region der Pchwermuth hineiugelangen, dann kommen wir zu dir, daß du um uns betest; und das heißt wieder nichts anders, als daß du zu unfcrm Gcmüth ein Wort himmlischen Trostes redest, und so ihni den lichtvollen Aufblick zum Himmel erschließest, wodurch.. ,wir. wieder, neu gekräftigt und erleuchtet hinaus ins Leben znrückkehren." — Volk Preußens! der Priester hat gewartet, die Stunde hat aber auch geschlagen, wo du — ob aus plötzlichem. Glücksaufschwuuge, oder tiefem Herabdrucke, oder durch das Hincingetivge rsein in die schwermüthige.Mitte dazu veranlaßt, ich will's. nicht entscheiden — genug, die Stunde hat geschlagen wo das Gemüth wieder das Bedürfuiß empfindet, an die heilige Stätte zu kommen, um zu beten, um Licht, Trost und Kraft zu schöpfen zu neuer Lebenstbätigkcit. Und ich nehme Tbeil, Brüder, an der Bedränguiß eures Herzens; der breite Sck'atten, der in eurem Innern lagert, er fällt auch dunkelnd auf Vas meinige; ich böre den leisen Wemuthsklang wie ihn Psalter und Leben jetzt hinbauchen: , Ach, loben doch die Tobten nicht Gott, und nicht die in-S stumme Grab Sinkenden " — ach, wird nicht unser, Volksthum vielleicht entschlummern, wird .unsere Nationalität nicht vielleicht dem süßen Lichte des Daseins ein Lebewohl sagen und in's Grab steigen? Und ich rufe euch zu aus dem Heiligrhnme des Herrn Md im Na neu des Herrn das Wert des.Trostes, der Ermuthigung „wir werden preisen Gott von nun an bis in Ewigkeit, Hallelujah!" Herr! laß die Stunde jetzt eine lichtvolle sein, laß mein Wort jetzt ein kräftiges, erquickendes werden, daß es nieverträufcle wie ein warmer Regen auf durstende Saaten, auf lechzende Gefilde. Amen. Fassen wir, meine'Freunde, nun kurz in einige Hauptgedanken zusammen den Zweck unserer jetzigen Versammlung an diesem Ort, so ist dieser ungefähr folgender: Man fühlt sich bedrängt, mißtrauet daher seiner

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