Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 35 (31.8.1849)
- Date
- 1849-08-31
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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»M 277 HZ» send die Familiennamen, die Führung der Handels-: bucher, Geburts-,- Heiratbs- und Sterbefälle. die Schuldvcrhältniffe der jüdischen Korporationen und die Verbindlichkeiten zur Ablösung der Korporationsverpflichtungen. 3) Die §. §. 59, 60, 6t und 63, betreffend die Armen- und Krankenpflege und das Unterrichtswesen der Juden. Insofern auf den Grund des Gesetzes vom 23. Juli 1817 einzelne Synagogengemeinden errichtet und organisirt worden sind, bleiben die Bestimmungen desselben auch ferner maßgebend, insofern sie mit den Bestimmungen der Verfassungsurkunde vereinbar sindso daß sich alle die König!. Regierungen auch solchen Synagogengemeindcn z. B. in die inneren Neligionsangclegenhciten derselben nicht ferner zu mischen oder die Etars über die zur Durchführung der Kulrusangelegenheiten erforderlichen Ausgaben nicht mehr zu prüfen, festzustellen und nöthigenfalls im Wege der Administration einziehen zu lassen haben. Neue Synagogengemcinden sind auf-Grund und nach den Bestimmungen des mekrerwähnten Gesetzes nicht mehr einzurichteu Und zu organisiren. Berlin, den 5. Juni 1818. Der Minister der geistlichen Unterrichts- und Medicinalangelenheiten von Ladenberg. Der Minister des Innern. Im Aufträge von Puttkammer GrostherMthum Hessen. ZSorrnS. Statt des flüchtigen Predigers 'Dr. Adler von hier, wird Dr. Schwarz, Sohn des würdigen Rabbiners Schwarz zu Hürden, und selbst in religiösen Kreisen seiner Gelehrsamkeit und Frömmigkeit wegen wol geschätzt und geliebt, chicselbst als Nabbinats-Vicar engagirt. Wir dürfen von dem regen Eifer des jungen Mannes gewiß das Erspießlichste für unsere religiösen Interessen erwarten. Schwaben. Hürden, 25. Juli. Wir haben schon längere Zeit einen ehrenwerthen Gast in unserer Mitte. Herr Rabbiner Wechsler aus Schwabach beehrte das eine Viertelstunde von hier liegende Bad Krumbach. gm 02c hielt er auf Einladung upsereS geschätzten Herrn Rabbiners Schwarz eine. Predigt, die an zwei Stunden dauerte. Wenn in derselben auch auf oratorische Ausschmückung weniger Gewicht gelegt würde, so empfahl, sie sich doch durch Tiefe des Gefühls, durch Wärme W Ausdrucks, durch wahrhafte Ueberzeugung, und ly?* in dem Munde solches würdigen Mannes eine sehr ergreifende. Er behandelte darin dje Veistachlassigung mehrerer frommen Gebräuche. — . . , Ichenhansen, 1. August. Hier hat sich ein bedauerlicher Vorfall ereignet. Prediger Hochheimer Sohn des Rabbiners daselbst, ließ sich seit den Märztagen in politische Dinge ein, reiste herum zu den Volksversammlungen und sprach wie ein aufrichtiger Republikaner. Sein Vater wies ihn oft zurück in Lre Gränzen in denen sich allein ein Theolpg zu bewegen hat, doch das war umsonst. Als er nun einst bei einer Volksversammlung in yiuem Orte tüchtig ausgepfiffeu wurde und es überdies zu handgreiflichem Gemenge kam. da wurde die Negierung auf ihn aufmerksam und ließ ihn fahnden. Er rettete sich noch zeitlich aus dem Lande und ist nun zum Grame seines alten VaterS auf dem Weltmeer. daS zu der neuen Welt fuhrt. Möge dieses besonders den jüngeren Theologen eine Warnung sein. — Wir vermissen diesen jungen Mann jedenfalls ungern, da er sein Amt gut ausfullte und das Vertrauen der Seinigen besaß. Allerreicherr. Warum wir so lange zögern, unsere Gemeinde mir der Hurbens einznverleiben, das hat seinen «>rund in einer irrigen Voraussetzung. Wir glauben nämlich, daß, wenn wir in Baiern emancipirt werden, auch der Staat unsere die auch für Baiern jedenfalls »maßgebend sein wird so kann mau sich eines ganz andern vergewissern. Ich wünsche selbst, wir mögen nicht zu lauge in diesem Jrrthum verharren, und wie eine Heerde sein ohne Hirt.