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Der treue Zionswächter · 1849-08-31 · 35 (31.8.1849) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
35 (31.8.1849)
Date
1849-08-31
Page
– (sequence 2)
Language
German
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alle anderen mit ihr gesegnet werden. — — Und wenn ich es nun wage, diese Stufen zu betreten, so geschah eS, weil ich einen unwiderstehlichen Drang in mir fühlte, das, wovon meine HerzenSriefen durchdrungen, auch meinen rheuern Glaubensbrüdcrn mirzukheilen. ES ist mir zwar keineswegs unbekannt, welche schwierige Stellung ein Redner in unserer Zeit cinnimmt, es ist mir nickt unbekannt, daß er sich an tausend Stacheln verwundet, bevor er eine duftende Blume kann pflücken — ich glaube aber, daß selbst der tief einqckerbte Schmerz von zahllosen, blutigen Stichen durch den Duft einer gut gehegten Pflanze nicht mehr fühlbar wird. — So bitte ich euch um eure gütige Nachsicht, Schonung und Aufmerksamkeit. Wenn weine wohlmeinende Rede mir solchen Gesinnungen ausgenommen wird, wie sie aus meinem Innern strömt, dann wird diese Stunde eine segensreiche sein und der Allgüitge wird huldvoll auf sie herabschauen. Amen. M. L. Geendet sind die Wochen der, Trauer, die wir dem Andenken an Zion, dem Andenken an die zerstörte Gottesstadt geweiht haben, verklungen sind die Lieder der Klage ob einer trüben, finstern Vorzeit, und schon ist es der dritte Sabbath, .wo wir erquickenden Trost von Israels wiedererlangendec Größe aus den heiligen Prohheren vernehmen? Aber wie? was ist denn heute für ein Neumondstag? Ist er etwa der Eingang zu fröhlichen jauchzenden Wesen, werden wir etwa entschädigt für jene verklungenen Klänge der Wemulh. die so lange in unserm Ohve n-iederbällren? Mir Nichten, rwp7 öisn vps" Mit dem heurigen n'? vernehme eine Stimme leisen Gefltsiers, daß nur der Denkende hört und das ihn mehr erschüttert, als deS größten Künstlers summende Töne; daß da die Engel zittern, die Engel in ihrer klaren Anschauung der hochwichtigen Zeit vor der Nahe des Gerichtes, und wir schwache Erdcnsöhne, nicht ahnend das Hochwichtige dieses Augenblicks, wie unachtsame Schaafe an solchen Tagen vvrübergleiten. Also solche Tage sind's, die wir mit dem heutigen Sabbarhe antre.ten, eine Zeit des tiefen Ernstes, des Fastens, dcpThränen, der Dußgedanken und die zum Lohne für die erst jüugst verlebten trüben Stunden? M. L. eine Antwort auf diese Frage ist nicht schwer zu finden. Gerade diese Wochen bieten uns den schönsten Ersatz für dasjenige, waS wir betrauerten, i Einen Tempel haben wir verloren aus Stein und Holz, bis zu seiner Wiederaufbauung laßt uns in unsere Herzen einen Gottesrempel errichten. Eine Gottesstadt, die wurde uns zerstört, uns selber können wir zu Gotresstärren machen; auf keinen Altar legt der Priester seinen Feuerbrand, wir können unsere Gaben unserm Gotte weihen, kein König thront auf seinem Purpnrthrone, ein edler Fürst ruh in dem innern Heiligrhume. — So können wir alle verlorne Geister in den kommenden Tagen sinnbildlich ersetzen. Hieß doch auch der letzte Vers in unserm Klagelied: Führe uns zu dir zurück, o Gorr, erneuere unsere Tage, wie ehedem; durch Rückkehr zu der Tugend und zur Religion können wir vom Stäub des Jammers freudig uns zur Höhe emporrivgen. Wir können uns noch freuen, daß uns ein heiterer Sommer geraubt ist, da wir j » dennoch Sommerblümchen antreffen, die weder im Herbste noch im Winter verwelken. So wollen wir denn auch, angemessen einer ernsten Zeit einen ernsten Gegenstand besprechen. Die Anfangsworre, die wir aus unfern Torah-Adschnire hörten, sie geben uns den Stoff zu einer kiefern Betrachtung. (Vers 1 — 1.) Klar und deutlich sind diese Worte, die der göttliche Mann, Moses, vor seines Lebens Ende zu dem Volke Israel gesprochen. Doch fragen wir: woran erkennen wir denn, ob wir „seines Segens" uns zu erfreuen haben, oder ob wir „seinen Fluch" uns aufgeladen? — Wenn auch beim flüchtigen Blicke eine solche Frage lächerlich erscheinen, könnte, da wir ja bei unserm Wohlergehen den Segen, bei unserm Unglück den Fluch Gottes ableiren können, so verhält sich die Sacke doch ganz anders, wenn wir sie genau betrachten. w' »2 . ->cf> siö »2 Dev, unglückliche Mensch, m. L, ist nicht immep der fluchbeladene, vielmehr heißt es uri '7 pü der Reiche, nickr der Gesegnete. In mancher elenden Hüne, in der nur Kummer und Norh Hausen, in der hie Kmdleia schreien vergebens nach Brot und die Mutter jammert, weil sie nichts hat, den Hunger der ihrigen zu stillen, in der ist. ehxrMortes Segen zu flnden, als in den herrlichen Palästen rd«r Großen und Vornehmen, die da trinken aus goldenen Schaalen und speisen aus

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