Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 35 (31.8.1849)
- Date
- 1849-08-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2625941-2626254-2626290--2012-2629711- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Indenthnnrs. Nedaeteur: vr. Giroch, 5. Jahrgang. 31. Augnst 1849. I Altona. I Inhalt. Leitende Artikel: Segen und Fluch. Aus einer Rede, gehalten in der Synagoge zu Worms von Dr.ZJsrael Schwarz. — Zeitungsnachrichten aus: Berlin, WormS. Hürden. Jchenhauscn, Zllerreichen. Hamburg. — Anzeiger. — Segen und Fluch Aus einer Rede. gehalten in der Synagoge zu Worms, »h") vr. Israel Schwarz. Möge die Huld Gottes unseres Herrn sich jetzt über uns verbreiten, auf daß das Werk unserer Hände uns gelinge, durch seinen Beistand gelinge Amen. Andächtige, verehrte Zuhörer! Schon oft. als ich neben der Lade Gottes stand und vor mir hakte eine aufmerksame Zuhörer Zahl, da bebte mein Herz und nur erschrocken stammelte ich hervor die Worte aus meinem Munde; — aber diesmal, in diesem Augenblick ergreift mich eine unnennbare Scheu und meines Busens Schläge gehen unaufhaltsam in mir. Nicht lange brauche ich auf die Ursache dieser Veränderung sinnen; mir ist es, als höre ich eine geisterhafte Stimme rufen: ÜIV öpl Auf dieser heiligen Srärre. da standen einst die gorrvegeisterren Lehrer in Gottesfurcht und Tugend ergrauten Frommen, die oöirn »7'vv, das heilige Gesetzbuch GorreS in den Händen und sprachen ihre herzbezwingenden qemüthzerreißende Predigten zu der tiefbewegten und erschütterten Versammlung — und in diesem Golkee Hause, da waren versammelt eure gottergebenen Vorälrern und riefen zu dem da droben in Zeiten der schrecklichen Noch und Verfolgung, und der Herr, der schickte ihnen wunderbare Hülfe! — Und war es denn nicht diese Gemeinde, Deutschlands älteste von deren Ruhm, von deren religiösen Sinn in allen Gauen des Vaterlands mit freudigem Lobe gesprochen wurde — und wie? ihr wundert euch, daß, so die Gedanken der glücklicheren Vorzeit jetzt vor meinen Blicken schweben, daß ich erzittere, indem ich diesen geweihten i)rc besteige und himrere vor euch, verehrte Zuhörer? O, ich kan» mich des Ausrufs nicht enkwehren: mögen von dieser geweihten Stätte herab nur die Worte der Wahrheit wie Schopharstimmen ertönen, möge jeder Laut, der von hier aus m eure Herzen dringt eine Glanbensfonne, kein Irrlicht in eurem Vusen anzünden; möge dieses Gotteshaus alle Besucher in brüderlicher Eintracht umfassen und möge diese Gemeinde vor wie nach ein Muster reiner Gottesfurcht sein und in Zuda