Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 33 (17.8.1849)
- Date
- 1849-08-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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»M 261 W* rechte Glaube ist erst die Ursache, ist erst der Trieb, die rechte Gesinnung ist die Wirkung, ist die Blüthe jenes Triebes. i'-nnp v-> 2!» ir» '2 „des Menschen Gesinnung ist böse von Jugend an (1. B. M. 8, 21.) Merket recht diesen Spruch. In der Jugend, wenn die jugendliche Hitze das Herz glühend macht und die Phantasie entflammt, wol, da ist der Menschen Gesinnung böse— und wahrlich, wenn er diese Hitze nicht dämpft, wenn er diese Leidenschaften nicht bändigt, so wachsen sie ihm über den Kopf und seine Gesinnung bleibt böse und verderbt durch alle Tage seines Lebens. Dagegen ward uns aber die Kraft verliehen, die Gottcökraft, das irdische Verlangen, die thierischen Gewalten nicderzukämpfen, wir sollen die wilde Lust bezwingen und gottselige Gedanken und Gefühle in uns schaffen. Und damit der Mensch einen Haltpunkt finde inmitten dem Kampfe, damit er einen Linker habe, wenn die Stürme in ihm sich erheben mit mächtigem Brausen, dazu ward ihm der rechte Glaube gegeben. Das ist der eherne Schild, der auffängt den abgeschoffencn Pfeil der Begierden, das ist das Schwert, daS zweischneidige, das nicdermähct den Feind, den gewaltigen und gefährlichen, den wir in unserer Brust tragen. Ter rechte Glaube meine Brüder.' ward uns vom Herrn gegeben, die rechte Gesinnung sollen wir uns selbst erwerben, selbst erringen. Glaubt Ihr, cs sei dies schwer? O nein; pfleget nur das göttliche Geschenk in Euch, wisset nur die köstliche Himmelsgabe zu würdigen, und es werden schon die herrlichen Wirkungen znm Vorschein kommen. Ist nun der Acker gut bearbeitet, sind nur die Furchen lief gezogen, und es wird dem'eingestrenten Saatkorn an Licht und Luft nicht fehlen, daß es zur Zeit aufgche und zur segenreichen Frucht gedeihe. Denn wo der rechte Glaube in den Tiefen des Gcmnthes sich Raum verschafft, wo der rechte Glaube das Hestigthnm des Herzens mit seinem Gnadenstrahl gesegnet hat, da weilt auch die rechte Gesinnung, da wird das Böse mit der Wurzel ausgejäthet. Daran erkennet ihr eben den rechten Glauben, wenn an ihn die rechte Gesinnung wie das frische Reis an den kräftigen Stamm sich ansetzt. M. Fr., die Selbstsucht hat dw Menschheit von jeher entzweit gehalten, und hat diesen Eigennutz hinter den Glauben gesteckt. Um den Glauben zu vertheidigen ward die Kriegesfackel angezündet und Brudervölker zerfleischten sich in bluttriefendem Mord. Um des Glaubens willen ward der Haß geschleudert in die Herzen und Menschenknechtung und Niedertretung des heiligsten Rechtes gepredigt und verordnet. Mein Israel! was hast du geduldet, wie bist du gequält worden um des Glaubens willen, wie ward dir das Leben eingeengt und das Dasein dir abgegränzet und der Raum zu deiner Bewegung zusammengedrückt um des Glaubens willen. M. Fr.! War das der rechte Glaube, der solche Gesinnungen gezeitigt? Ist das der rechte Glaube, der die Religion als Deckmantel um den Bekenner wirft, daß er darunter Gedanken der Hölle hege? Ist das der rechte Glaube, an dem die Blume der Menschenliebe verdorrt, und die Tugend verkümmert? Ist das der rechte Glaube, wenn List Trug und Falschheit den Busen füllen, wenn hinter einer geglätteten Außenseite, das Her; voller Tiefen nnd Abgründe und Ränke ist? ,,Wcr kann den Berg des Herrn besteigen?" fragte der königliche Sänger und er antwortet: dö, 'c:: b'cö hca h!> -wh n!: 75' r':r -7- (Ps. 2l, 3. l.) ..wer Unschuld in wänden, Reinheit im Herzen trägt, der nicht zur Lage hingiebt seine Seele und nicht trügerisch schwört.'* Die rechte Gesinnung, m. Fr., macht den Glauben erst zu dem, was er sein soll, zum rechten landen. Die reckte Gesinnung sehet, das iji's. — Was har den Unfrieden gesaet in dem Hanse der Gatten, daß da, wo Liebe und Treue sich begegnen, Tugend und Friede sich küssen sollen (Ps. 86, 1l) die Stätte des Haffes und der Zwietracht anfgericl'lct wurde? Was hat die Kinder verscheucht von den Herzen der Eltern, das in das Mutter keine einzige Blume fid! aus dem jugendlichen Kranz ihrer blühenden Kinder? Was hat das Brnderbttd verwischt ans der Seele des Bruders? Was hat das Siege! gebrochen an dem Bnndcsbrief der Freunde? Was hat die Menschen vertrieben aus dem Paradiese gesitteter Zustände und sie bewaffnet m-t Hobn, Verachtung. Haß und Ingrimm? Sehet es ist die falsche Gesinnung. Und wer hat die Unduldsamkeit gehegt nnd gepflegt unter den Völkern, was bat die Staaten gehoben aus ihrer geführten Stellung nnd sie geschlendert in die Zeltflnthnng hinein daß sie