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Der treue Zionswächter · 1849-08-17 · 33 (17.8.1849) · page 4

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
33 (17.8.1849)
Date
1849-08-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
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E 260 bleiben, was rechter Glaube beißt. Wo der Mensch seinen Blick in die Höhe trägt, und verblaue Aether über ihm sich thsilt und die Allmacht Gottes aus der Sonnen- und Sternenwelt ihm glänzend entgcgenlcuchtet, wo der Blick in die Tiefe sich senkt, und schon der Wurm, der im Staube kriecht, und schon das Sandkorn, das im Windhauch zerstiebt, und schon das niedere Moos, das der Fuß achtlos zertritt, heilige Boten sind der Wunderkraft des Herrn, wo die ganze Natur preist und singt das Lob Gottes, sehet da ist der rechte Glaube. UnD wo der Geist seine Bestimmung begreift, wo das Herz seine Ausgabe füklt, wo der Mensch sich bewußt wird, daß des Lebens Ende erst der Anfang eines bessern, heiliger», glncklichcrn Lebens 2 h-rpr jorr'pI, daß das Menschcndasein eine Vorhalle ist, in welcher der Geist getränkt werde mit dem Lickte jener Wahrheiten, die unsere heiligen > esctzbücher uberströmeu, daä Herz erfüllt werde mit den .Schätzen der Tugend, daß die Erde die Pforte zum Himmel, den e'pc7> ->vc bilden muß, die Brücke, die'aus der Zeitlichkeit in die Ewigkeit hinübcrgeleilet, sehet, da ist der rechte Glaube. Und wo die Wahngebilde des Irrthnms zerstreut werden von dem frischen Hauch der Erkenntniß, wo der Geist heil ist von den verworrenen Ausschreitungen einer erkrankten Einbildung, das Herz nicht getrübt wird von den Dunsthüllungrn traumhafter Ahnungen, sehet, da ist der rechte Glaube' Glückliche Menschen! Glückliche Söhne und Töchter Israels! Heil Euch, dreimal Heil Euch' ihr habt den rechten Glauben. Ihr habt die Wahrheit empfangen von dem Himmel, wie ein leuchtender Engel stieg sie nieder zu euren dunkeln Erdcnwohnungen, (Bcresch. Nab. 8-, Ialknt Ps. 85.) und hat sie verklärt und erhellt; das Wort der Offenbarung hat geredet zu eurem Ohr; hat geströmt zu eurem Herzen. Was häkeln und mäkeln sie daran, und wollen sondern und schichten an dem, was Allen so klar, so deutlich ist? Was wollen sic spalten die Iudenheir in Partheiungen, daß jede spreche, ich, ich habe den rechten Glauben? Was wollen sie scheiden und auseinanderrcißcn das Iudenthum, daß doch nur zusammen ein Kauzes und Vollkommenes ist, und rufen, das ist der rechte, das ist der Unrechte Glaube? ,l /iph 'twpc?Ps. 62, 12der Herr hat nur von der einen und derselben wahrhaftigen Lehre zu Israel gesprochen, und wir müssen da immer von verschiedenen hören? Was wird da so viel von Form und Wesen der Religion gedacht und geurtheilt? Wer will sagen, was Form ist, was Wesen ist? Enthält nicht die eine Toräh, das Erbtheil Jacobs (5 B. M. 33, L) beide? Was wird da so viel verhandelt vom Standpunkte der Gegenwart? Soll die Wahrheit zur knechtischen Schleppträgerin der Zeit herabsinken, soll nicht vielmehr die Religion über alle Zeit erhaben sein? Nicht umsonst hat die heilige Schrift Israel bald mit dem Sand am Meere, bald mit dem Staub der Erde, bald mit den Sternen des Himmels verglichen. Hv2 ^2 Owc.-, »2-,22 ,^7-. Sehet zuerst den Sand am Meere. Die Flutb spült ihre schaumende Wellen darüber, der Sturm deckt in wilder Brandung die Wogen darüber, nnd der Sand — bleibt Sand. Und dann sehet den Staub der Erde getreten und gewühlt vom Fuße, aufgewirbclt und zerweht vom leisesten Windstoß und der Staub — bleibt Staub. Der Fuß hat den Boden verlassen, der Windstoß hat sich gelegt, und der Staub — blieb Staub. Und nun sehet die Sterne am Himmel. Da rollen sie hin in ewiger Bewegung die lenchttnden Welten, da stürzen sie fort in unaufhaltbarer Schnelle die sanft strahlenden Sonnen, sind sie ans ihren Bahnen schon getreten? Haben sie die Grenze schon überschritten, die ihrem eilenden Gang ein Ziel setzte? Nein, nein! Und so soll sein Israel mit seinem Glauben, seiner Religion; ewig dieselbe Lehre, dieselbe Wahrheit. Mag immerhin der Zeitstrom schlagen und rollen hinan und hinüber, Israels Glaube soll feststehen wie der Felsen im mächtigen Wogendrang. Gott hat die Bahnen gezeichnet, die Grenzen abgeftcckt, zwischen welchen der rechte Glaube den rechten Boden, das rechte Gedeihen findet. II. Und nun, mein Israel! was fordert Gott dein Herr zweitens von dir? Die „rechte Gesinnung." M. Fr.! Es ist was Hochheiliges der rechte Glaube, wenn durch die Offenbarungslehre dem Menschen die Wahrheit geworden und kein Wahn seine Seele umdüstcrt, wenn das Leben seine Bedeutung, seine Bestimmung für ihn hat. Aber der

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