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Der treue Zionswächter · 1848-08-10 · 32 (10.8.1848) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
32 (10.8.1848)
Date
1848-08-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Erinnerungen, die sich an sie knüpfen, macken sie uns ja unveräußerlich. Aber dennoch dürfen uns wir nicht der Sorglosigkeit hingeben; dennoch dürfen wir nicht müssigr Zuschauer, sein, wenn rings um uns her die Stürme brausen, wenn in unserer Umgebung der Boden aufgewühlt wird, wenn in unserer Nähe Klüfre entstehen, welche die Vorboten gräßlichen Unheils sind. Auf Eurer Hut, Freunde! auf EurerHut! damit Ihr Euch retten könnet, so lange noch Rettung möglich ist Kommet! ich führe Euch auf den Höhenpunkt des Felsens IisraelS, die unvergleichliche Scherkraft des Vaters aller Seher. Die eindringlichen Ermahnungen Mosckch's vor seinem Scheiden, se en auch unS die Feuersäule, die uns vvranleuchte auf den dunkeln Steppen der gegenwärtigen Wanderung durch die Wüste. Wiederholen wir uns die Worte aus dem 5. B. M. 10, 12. 13. Sie lauten wie folgt: „Und nun, Jisrael! was fordert der Ewige „Dein Gorr von Dir? Nur zu fürchten den „Ewigen Deinen Gott, um zu wandeln auf allen „Seinen Wegen, um Ihn zu Neben, und um „dem Ewigen Deinen Gorr zu dieyeN mit Deinem „ganze»' Herzen und mit Deiner ganzen Seele, „um zu beobachten die Gebote des Ewigen und „Seme Gesetze, welche ich Dir heule gebiete, zu „Deinem Wohl." Nicht fordert der Ewige unser Gott von-uns; nichts hat er bei allen Vorschriften Seiner heiligen Torah beabsichtigt, als unser eigenes Wohl. „Sündigen wir, was wirken wir auf Ihn; häufen sich unsere Misserhaten, was schaden wir Ihm; sind wir gerecht, was geben wir Ihm; was nimmt er von unserer Hand?" Nur uns selbst können wir schaden oder nützen; nur unS selbst Fluch oder Segen bringen. Ist es uns nun um unsere eigene Wohlfahrt zu rhun, so müssen wir auch den Slufengang kennen lerne»', auf welchen »vir zu unserm Heile gelangen. Und diesen zeichnet uns unser großer Lehrer vor, indem er nnS die Gottesfurcht als eine Mutterpfiichk angiebt, welche alle andern Pflichten erzeugt. „In der GotteS, furcht liegt eine mächtige Zuversicht für Kinder. Die Gottesfurcht ist eine Quelle dcS Lebens, um den Schlingen des Todes zu entgehen." (Spr. Sal. 14, 26 27.) Darum schließt auch Kohelet sein Buch mit den Worten: „Fürchte Gott und beobachte seine Gebote; denn das ist daS .Alles für den Menschen. Darum, Kinder! kornmet, höret mich an, ich will Euch über Gottesfurcht belehren." Wie Ihre wahre Gottesfurcht von der falschen unterscheidet könnet und sollet; wie Ihr diesen Anker der Religion handhaben sollet, um nicht umhergetrieben zu werden auf den Wogen der Nenerungesuchr: das soll in jeder Stunde der Andacht Eure Aufmerksamkeit beschäftigen. Den Segen dazu erbitten wir von dem „dessen Namen gefürchtet wird unter allen Völkern." Gepriesen sei Er von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wollen wir nun über Gottesfurcht reden, so drangen sich uns die Fragen auf: WaS »st Gottesfurcht? Wie giebt sie sich zu erkennen? Wie gelangen »vir zur CorilSfurcht? und Wie wird sie erhalten uud befördert? I Auf die erste Frage antworte ick: die »vahre Gottesfurcht ist nicht die Furcht vor dem Strafgerichte GotteS; daS wäre eine knechtische, eine thierische Furcht; das kann nicht die Mnrtcr anderer Pflichten sein; aus einer solchen Gottesfurcht entspringt nicht das, was unser Text daraus entsprungen wissen will: Gott zu lieben und ihm zu dienen mit ganzem Herzen und ganzer Seele. Den Gefurchteren lrebr man nicht, dem Gefürchteten dient man nur aus äußerlichem Zwange, keineswegeS mir ganzem Herzen und ganzer Seele. Eine solche Gottesfurcht ist nicht der Beweggrund zu dem, wüS unser Text ferner sagt, zum Wandel auf allen Wegen GotteS. zur Beobachtung Seiner Gebote und Seiner Gesetze. Wie leicht findet man doch Entschuldigung, wenn man rin Gebot Gorres übertreten will; wie leicht beschwichtigt man sein Gewissen, wenn bloß Furcht vor Strafe von einer Sünde ahhalten soll! sie ist eng verbunden mit der Ungerechtigkeit GotteS, und ist die natürliche Folge der Sünde, die zuweilen schon in^ diesem, hauptiächlich aber in jenem Leben cintritt. Aber ein edler Dewcggrund zur FrFDmigkeit ist sie nicht; zur Murterpfiicht kann sie nie erhoben werden. Wahre Gottesfurcht, von welcher unser Tert spricht, ist Ehrfurcht Gottes. ES ist die tief gefühlte Anerkennung der

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