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Der treue Zionswächter · 1849-06-15 · 24 (15.6.1849) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
24 (15.6.1849)
Date
1849-06-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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»M M W» Dasein-, des Menschen erstes. Gesetz, da ergiebt sich rvol von selbst Lie Krag/: Was denn wol deS Menr schen Bestimmung sei? Die Bestimmung eines Dinges ist von den Eigenschaften abhängig, die dasselbe besitzt, von dem- Vermögen, den Kräften, die demselben iunewohnen, und durch deren Realisirung eS das wird, waS eS eigentlich ist, oder sein sollte. Da aöet der Mensch, als dqS unter allen Geschöpfen am meisten Mit t Vorzügen, ^SäHigkeiren und Kräften ausgerüstete W^en sich uns darstellr. so Muß auch die Destimmung deS Menschen unter allen Geschöpfen die vorzüglichste sein, der Grund deS menschlichen Daseins, muß die höchste Ldee deS Daseins überhaupt in sich verwirk lichen. Alles irdische Dasein ist nur Nachbildung. Abglanz MeS ewigen, absoluten Daseins; erreicht daher de« Höchsten Grad von Vervollkommenheit, jerreuer und ähnlicher eS das empfangene Urbild wiedergiebt, in allen seinen Zügen, in allen seinen Spuren; nicht minder ist daS Dasein des Menschen, und sogar in höherem und höchstem Grade, Bild deS göttlichen Daseins. Gott daher im Erkennen, , Dosten und Wirken nachzubilden, ist deS Manschen höchste Aufgabe,. Gorrähnlichkeit daher seine Bestimmung,^Kröy» mizkeit und Liebe, Tugend und Glückseligkeit.xMahf- Heit und Selbsterkenntniß. nichts smd sie,. atS-StyahlM derselben Sonnedesselben, Lichtes, und rvie Ms, lassen Alle sich auf denselben Punkt zurückführen,i von dem «stein sie ausgegangen, und der der,einzige .Gr«yd ihxeS Bestehens ist. Um nun zur Gottähnlichkeit, gjS deS Menschen höchste Bestimmung, .zu„gelangen, ist. .zuvörderst -ie Erkenntniß GokteS und; der Wetz, so wie deren gegenseitigen Vermittelung möchlg., Der :ßrupdfacror alles Seins ist Gott; mag dieser Name «un i unter der verschiedenartigsten Gestalten gedacht «rverden, es sind nur Farben, auf ein und dasselbe Gewand getragen, und immer ist es ein Gott, der alS deS Gebäudes Grund- und Schlußstein gedacht werden muß Zn. des Menschen innerster Tiefe, in dem Heiligthume seiner Gefühle, wohnt fest und immer fester eine ewige Stimme, eine untrügliche Stimme sie ist daS Gewissen. DaS Gewissen aber, an ein endliches Sein geknüpft, würde Gott als ein absolutes Sein unmöglich erfassen und begreifen können, wäre eS nicht durch den Glauben mit demselben vermittelt. Der Glaube erhebt den Menschen zu Gott, leitet ihn mit trostreicher Hand zur Glückseligkeit. Wer an Gott glaubt, der erkennt ihn auch, erkennt ihn in seinen Gedanken, im Wollen und Wirken, erkennt ihn in seiner. Kraftäußerung nach außen, in seiner WillenSthätigkeit nach innen. Zll diesem Bewußtsein GotteS aber gelangt dek Mensch nicht von selbst und auf einmal, nur in der aufschljeßenden Anregung Anderer,« in dem enkwickeltsn Bewußtsein des Erziehers, gelangt der Erzogene ebenfalls.zum Selbstbewußtsein. Daher ist Erziehung und Bestimmung deS Menschen auf- Allerinnigste verknüpft, daher der Unterricht, als Mittel zur Erziehung, nicht nur eine Schule de- WissenS, sondern zugleich deS Selbstbewußtseins. Wohl nichtübt einen so entschiedenen Einfluß auf die sittliche sowol, als auch auf die intellektuelle Entwickelung und Fortbildung des menschlichen Geisteaus, alS seine Erziehung. Sie ist Bedingung nicht nur seiner moralischen. Vervollkommnung, so wie auch seiner wissenschaftlichen Vollendung; sie erstreckt sich vielmehr auch auf die Cultur sämmrlicher Seeienvermögen, der höheren, wie der niedern. Einbildungskraft. VorfitllungS-, Erkenntniß- und Urteilsvermögen, sie Alle sind gleich bedingt durch daS Verhältniß, in welchem sie zur Erziehung stehen, und wie dieselbe auf sie eingewirkt. Und wie die Kräfte des Körpers in ihrer Entstehung höchst unvollkommen, und wie sie der Pflege, und wie sie der Anleitung und Einwir, kung von außen her bedürfen, um nach und nach sich zu kräftigem Gedeihen zu stärken, und den Zwecken zu entsprechen, um deretwillen sie von der Hand der weisen. Vorsehung dem Mensche« zUgetheilt, so bei dürfen die Kräfte deS Geistes, die weit edlerer Natur, und von deren höheren oder niederen Ausbildung und Vervollkommnung, Znteressen ganz anderer Art berührt werben, gewiß einer noch sorgsameren Pflege, einer kräftigeren Einwirkung, der Erziehung. DaS höchste Gut des menschlichen Geistes ist seine Freiheit; sie ist Bedingung seines sittlichen und moralischen WercheS. sie ist das höchste Gesetz seiner Vernunft; aber sie ist es zugleich, die der Zügellosigkeit einer,, der Knechtschaft andererseits , die nächste ist, und wie stände eS um unsere Freiheit, Wenn wir sie nicht ge brauchen lernten, wenn wir nicht erzogen würden? Die Erziehung allein ist eS, die durch Bildung zur Moralität und Religiösität uns zur wahren Freiheit führt, die den Werth der Freiheit uns achten und hochschätzen, die. uns Alles das entfernen lehrt, waS der inneren Freiheit widerstrebt. Abgesehen aber davon, daß die Erziehung uns der wahren Freiheit,

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