Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 23 (8.6.1849)
- Date
- 1849-06-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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»ZO 179 M« statteten Genüsse wieder durch unsere Religion verbor ten! Auch die Wahrheit Dessen, was ich jetzt gesagt, kann Euch unmöglich unbekannt sein; stoßet Ihr ja im Leben auf Thatsachen, die dies bekräftigen, täglich, stündlich, ja jede Minute! — Dev. größere Theil der Künste, Handwerke und Wissenschaften war regelmäßig zu betreiben, verboten: von Ehrenämtern wäret Ihr gänzlich ausgeschlossen: nun über Ihr die Euch gestattete Kunst, das Euch gestattete Handwerk, die Euch zu betreiben gestattete Wissenschaft aus, da treten Euch wieder die. Sabbath, und Festgebote, da treten Euch die Speisegefetze hindernd und hemmend in den Weg! — Und doch, wenn Ihr wahrhafte Israeliten sein wollet, wenn Ihr es nicht bloß sein wollet dem Namen nach, wenn der Name Gottes durch Euch wahrhaft soll geheiligt werden, so müsset Ihr verzichte leisten auf alle Erdenfreuden, die mit dem Gesetze GvtteS in Widerspruch stehen, verzichtleisten auf solche Thätigkeit, die mit den Gotresgeboten nicht in Einklang zu bringen ist.' — Ist als» nichtals Jude leben — dieweil es ein stetes. Entbehren und Enrsctt gen, ein stetes freiwilliges Verzichtleisten auf die noch wenigen, zugestandenen Rechte in der bürgerlichen Gesellschaft ist — ein Heiligen deS göttlichen Namens,? Wahrlich! „Jude" sich nennen und nach jüdischem Brauche und jüdischer Sitte leben, ist eine schwere, opferreiche Thak, ein schwerer opferreicher Kampf; wahrlich, es ist ein Heiligen des Namens Deß, der zu mir gesprochen: h-rc' »n Und ich will durch die Kinder Israels geheiligt werden!!! — Und doch, die wahre Heiligung deS göttlichen Namens bedingt noch ein Drirres. Nicht nur sind wirals Priester d«S Herrn, als Diener des Höchsten verpflichtet, um ihn zn Helgen, uns nach Ihm zu nennen und nach seinem Willen zu leben, sondern und vorzüglich, seine Ehre zu verherrlichen , vor den Augen Derer, in deren Mitte wir leben: durch Verherrlichung unserer eigenen Ehre. Zwar ist auch Dieß kein Kleines. Andern mag eS ein Leichtes sein, den Weg der Ehre und der Tugend zu gehen; uns ist eS sicher ein Schweres r An dern hat nman den Weg zu ehrlichem Gewerbe ganz geöffnet'. unS hat man . nur eine Spalte gelassen, durch die wir uns hindurchdrängen müssen! Anderen winkt am Ende einer ehrlich durchschrittenen Laufbahn die Krone der Ehre und des Ruhmes; uns höchstens — Nichtverachtung! — DaS Opfer-. so wir ehrlich sind, ist also ein weit größeres und schwerere-, als daunserer übrigen Mitmenschen. Dieweil es aber für unS ein großes und schwere- Opfer, dieweil aber unsere Tugend wahr« Tugend ist — keine Tugend ohne Kampf, keine Tugend ohne Ueberwindung — dieweil efast eine Unmöglichkeit für uns ist; darum ist dies der höchste Grad der Heiligung degöttlichen Namens; darum ist dieeine That^ eineächten Israeliten würdig; dar»»» — solle», müssen wir sie anstttben!!— Jawol ist's für uns fast eine Unmöglichkeit.' Doch nur „fast;" denn in Wahrheit, —waS vermag nicht Älles ächteS ISraelkhum!! Mögen Solche, mein israelitischer Bruder, die bas Judenthum und seinen Geist nicht genau kennen, Dir zurufen: Jst'S ein Wunder, daß Du, v'L'f» t,rn verachtet, und aus der Menschenreihe gestoßen, verfolgt und geächtet von Denen, die Du mit Liede umfingst, sie aus Deinem Herzen rissest und ihnen unerbittlichen Haß schwurst? Ist's ein Wunder, daß Du. dem die Brüder die Stolle Erde, auf der Du den Allvater anberend standest, als Eigenrhum zu besitzen verweigerten, für diese /Erde, nichts fühltest? Jst'S ein Wunder, daß Du, dem, sie für die Luft, die Du einarhmest, schweres Geld erpreßten, im Gelds daS einzige Mittel geduldet zu werden sehend, Schätze auf Schätze häuftest, und für Das, wofür edle Herzen fühlen, gefühllos bliebst? Ist's ein Wunder? Was wäre unter solchem Drucke aü'S Änderen geworden?" — Ich aber rufe D«r zu: Und doch »nein Bruder, ists ein Wunder! Und doch ists unbegreiflich, wie Du so tief sinken konntest.' Und doch ist's zum Staunen, »vie Du dem bessern und erhabener»» Gefühle Dich so konntest entfremden, enr> fremden und abschließen von aller Liebe, aller Freund, schafr und aller Hingebung! Du, Zsraelire, der Du eine Religion der Liebe hast — »vie es keine mehr auf Erden giebt! — Mögen Solche, die das Judenthum und seinen Geist nicht genau kennen, Dir zurufen: Ist's ein Wunder, Israel, daß Du, dessen Geist man stets zurückgedrängt hat. dessen Herz man har stets verkannt, das man gezwungen hat, sich abznschiießen von der Gemeinschaft der Edlern und Bessern; ist's ein Wunder, daß Dein Geist und Dein Gefühl für alles Edlere und Bessere abgestumpft wurde? Ist's ein