Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 22 (4.6.1849)
- Date
- 1849-06-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Eltern erste Pflicht ist es daher, ihre Kinder für die Schule zu erziehen, ihnen Achtung vor dem Lehrer und Liebe und Eifer zum Lernen einzuflößen, sie zum fleißigen Schulbesuche anznhalten und ihnen durch Wort und That mit gutem Beispiele voranzugehen. Führet in die Schule wohlerzogene Kinder, und sie wird Euch wohlgrrathene Jünglinge und Jungfrauen, sie wird Euch fromme und moralische Söhne und Töchter wicdergeben. Flößet Euren Kindern Ehrfurcht und Liebe zu ihrem Lehrer ein, und Ihr werdet selber bei Euren Kindern geliebt und geachtet sein. Redet in Gegenwart Eurer Kinder von ihren Lehrern mit Achtung und Schonung und Eure Kinder werden auch von Euch, uuter allen Umständen und Verhältnissen, schonungs- und achtungsvoll reden. Wenn Ihr aber dieses unterläßt, und gegen die Schule und die Erziehung Eurer Kinder gleichgültig bleibt, ja wenn Ihr in Gegenwart Eurer Kinder mit Spott und Verachtung von ihren Lehrern sprecht; so werden Eure Kinder auch von Ench selber mit gleicher Geringschätzung und Spott sprechen, und wenn Ihr gar Eure Kinder störrig und trotzig macht gegen ihre Lehrer, Io ist es Eure Schuld, wenn einst Eure Kinder gegen Euch selbst ihren Groll und Starrsinn auslassen. An solchen traurigen Ergebnissen fehlt es leider nirgend, wo die Schule der Zankapfel der Partheien und die Lehrer die Zielscheibe des Hasses sind; unv wenngleich solche Beispiele nur zur Seltenheit gehören, so leidet doch die ganze Schule mehr oder weniger. Für den redlichen, wohlwolendcu Lehrer aber muß es ein empfindlicher Schmerz sein, wcun er sieht, daß seine Worte ein verschlossenes Ohr, seine Lehren ein verstocktes Herz finden, wenn er sicht, daß seine Mühe und Anstrengung fruchtlos bleiben, und manche schöne Anlage und Fähigkeit bald im Keim ersticken; wenn er endlich sieht, wie man dennoch frech genug ist, die Vernachlässigung solcher verzogenen Kinder von sich abzulehuen, und sie dem Lehrer unterznschieben. (Fortsetzung folgt-) Die heilige Schrift und nufere Zeit. Wöllstein, den 15. Mai ISIS. 22W ot>->. — „Er sah eine That und erinnerte sich durch sie der entsprechenden Tendenz." Dieser Ausspruch der talmudischeu Weisen entspricht einem andern, ebenfalls talmudischen Grundsätze:;rv2 122 220 j'b keiner ist so weise, als der, der Erfahrungen gemacht. Von der Wahrheit dieses Grundsatzes uns zu überzeugen, haben wir sehr oft Gelegenheit; und zwar in allen verschiedenen Fächern, über die sich die geistige und körperliche Thätigkeit des Menschen erstreckt- Die Theorie allein kann den Menschen nichr ganz zufrieden stellen; sie erweckt Ahndungen in ihm, sie rüttelt ihn aus dem Schlafe auf, er blickt um sich, aber noch immer mit unklarem, verdüstertem Blicke. Er ahndet etwas, das Gott in die Seele jedes Menschen geschrieben hat, aber er erkennt das Richtige noch nicht. Er stellt Hypothesen über Hypothesen auf, von denen immer eine der andern wiederspricht, eine die andere verdrängt; heute verwirft er, was er. gestern als die reinste Wahrheit hingestellt hat, wie morgen, das was er heute für unfehlbar hält, entweder von ihm selbst oder von einem Andern als ein grober Irrthum nachgewiesen werden wird. Ich sage absichtlich als Irrthum, und nicht als Täuschung, weil ich festhalte an dem Grundsätze der Alten: 42 onc2. Jedem Menschen ist das Gute in die Seele geschrieben; er will und sucht es sogar zu fördern; aber es liegt in ihm nicht nur allein der Keim zum Guten, sondern auch der zum Bösen; und die Aufgabe ist ihm im Leben geworden, daS Gute heraus zu wählen. .v"r>2 Mini. In seiner Unerfahrenheit aber wählt der Mensch in der Regel dasjenige, dessen täuschende Schönheit oder Annehmlichkeit zu bemerken er von Jugend auf Gelegenheit gehabt hat. .r-)w:p r>2 2^2 24 2^ »2 Er greift zu und erfährt oft erst dann, daß das Feuer brennt, nachdem er sich daran die Finger verbrannt hat. — So geht es dem Menschen in Bezug auf die häusliche, so in Bezug auf die gesellschaftlichen, als auch in Bezug auf die politischen, wie alle übrigen Verhältnisse; und ganz besonders in Bezug auf das religiöse Bewußtsein, das mit den übrigen Verhältnis» des Menschen von jeher Hand in Hand gegangen ist. — Der Begriff der gleichen Berechtigung aller Menschen „die breiteste Grundlage der Demokratie" ist erst durch die März Ereignisse -848 zum klaren Bewußtsein der Menschheit gekommen, und freudig von ihr begrüßt worden; obgleich die Grundlage