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Der treue Zionswächter · 1849-05-25 · 21 (25.5.1849) · page 7

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
21 (25.5.1849)
Date
1849-05-25
Page
– (sequence 7)
Language
German
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ersinnen, jedoch dasselbe ausübev und fördern. Und wahrlich, es sind die Thaken der Frömmigkeit und Wohlchätigkeit dauerndere Denkmale, als die des Erzes. Ist ihnen auch nicht eine lange Dauer verliehen, sind sie auch den verschiedenen Zeitstürmen sehr oft preisgegeben, so erhalten sie doch das Andenken an den frommen gotresfürchtigen Mann lange, lange, wenn auch seine Körperhülle schon vermodert ist. Eine angenehme, Trost spendende Erriunerung an den Verblichenen bleiben sie der Nachwelt. Die Tage der Frommen ragen über das Grab hinaus; und so wie der Gerechte selbst nach dem Prophetenspruch, (Einen belaubten Baum nannte dich der Ewige, Jerm 11, 16 ) dem Baume gleicht, eben so sind seine Tage dem angenehme Erquickung gewährenden Schalten des Baumes vergleichbar. Wohl ist derselbe nicht so dauerhaft und umfangreich, als der einer Mauer, seine Dauer ist an die der Belaubung des Baumes geknüpft. Lange aber erhält sich der Daum, wenn ihm die Pflege nichr entzogen wird, und Stürme ihm vorüberstreifen. Desgleichen vermag der Gerechte durch die sorgsame Pflege, die er seinen Handlungen weihet, seinen Tagen eine lange Frist'zu verschaffen. Es lebt der Mensch in seinen Handlungen. Wem aber auch die Kraft gebrach, das Gute durch Thaten zu fördern, o, möchten doch seine Tage dem Schatten eines aufseinem Platze weilenden Vor gels gleichen, möchte doch ihm wenigstens ein hohes Lebensalter zu Theil werden, daß er im Läufe der Jahre seine Aufgabe erfülle; aber ach. wie schnell reißt nichr der Lebensfaden ab, wie oft wird der Mensch von seiner Laufbahn schnell abgerufen, und keine Stelle erinnert mehr an sein Dasein, gleich dem Schatten des enteilenden Vogels, der im Entstehen schon dahinschwinder, sind dann die Thaten des Erdenpilgers. -Waren nun auch, verehrteste Zuhörer, die Tage Ihres hochseligen Lehrers, der Ihnen so plötzlich mitten in seiner Manneskraft entrissen ist, der Anzahl nach dem Schatten des enteilenden Vogels gleich, so ist es Ihnen doch möglich denselben noch eine lange, sehr lange Dauer zu geben. Nur so können sie einen Trost für Ihren Schmerz finden, auf diese Weise nur ist es Ihnen möglich, den großen Verlust zum Theil zu ersetzen. Ihnen, Söhne und Schüler des hochseligen Vaters und Lehrers, liegt es ob, das Gute, welches Sie von dem Entschlafenen erlernt haben, treu und sorgfältig zu beachten und zu bewahren, auf daß Allen bekannt werde, daß Sie Sprößkinge eines großen geachteten Mannes seien. Ihnen war es vergönnt, die riefen Lehren des Seligen vielfach und oft zu hören, Ihre Pflicht ist es auch nun, sich als würdige Schüler dieses großen Mannes zu zeigen. Bewahren Sie treulich seine Ermahnungen, suchen Sie ihm in Wort und That nachzuahmen, dann wird noch lange seine Gottseligkeit in der Mitte seiner Nachkommen und Schule fortdauern, das spateste Gelchlecht wird noch wahrnehmen, daß hier ein großer Mann gelebt. Ihnen aber, verehrteste Gemeinde, die Sie nichr so stets um den Seligen gelebt, auch Ihnen ist es mög« lich, wenn auch nicht in diesem Umfange, doch noch mit sehr großem Erfolg für das Andenken an Ihren seligen, geistlichen Beamten zu wirken. Ihnen ist eS bekannt, wie der Hochselige für die Erhaltung des Judenthums in Ihrer Mitte Sorge getragen, wie er allen darauf hinwirkenden Instituten seine ganze Aufmerksamkeit widmete. Fördern Sie ferner dieselben, lassen Sie ihnen die getreue Pflege zukommen, die der Verblichene denselben angedeiyen ließ, .und Sie werden so für daS Andenken an Ihren geehrten Beamten ein dauerndes Mal in Ihrer Mitte haben. DaS Leben Ihres Lehrers wird dann nichr dem Schatten des enteilenden Vogels, sondern dem eines Baumes und dem einer Mauer gleich sein. So ehren Sie das Andenken Ihres hochseligen Vaters und Lehrers, und fein Geist umschwebt Sie, Ihre frommen Entschlüsse zu befestigen. Besonders aber dürfte die heutige Trauerfeier dafür geeigenc sein, solche Entschlüsse in Ihrem Herzen hervorzurufen, weil Sie damit den hochverehrten Verblichenen nicht nur ehren, sondern auch beseligen, was besonders in den ersten 30 Trauertagen (in den v'c^c:) verdienstlich ist, wo nach der Tradition der eigentliche Uebergang zur Unsterblichkeit stattfindet. Eine bildliche, talmudische Erzählung vergegenwärtigt uns die Bedeutung dieser erstrn Trauertage auf eine sinnreiche Weise. Sie sinder sich cwiv. n erzählte: Einst war ich auf einem Schiffe, da sah ich einen Fisch, der seinen Kopf über das Wasser erhob, an welchem Hörner befestigt waren. Ich las die darin eingegrabene Schrift, und sie lautete: Ich bin nur ein kleines Meergescböpf) bin dreihundert Meilen groß und reiche bis zum Munde deS Liwjathan. Meine Verehrten! Unsterblichkeit, Wiedersehen nach dem Tode, Auferstehung sind die großen Hoffnungen, die allein geeignet sind, uns mit dem Gedanken der einstigen Auflösung auszusöhnen, sie sind die Hoffnungen, welche bei dem Verluste eines theuren Hingeschiedenen in's Dunkel unseres Kummers leuch, ten. Wohl war man schon in uralten Zeiten verschiedener Meinung darüber, ob dieses Wiedersehen von Geist zu Geist nur, oder auch in Kärpergestalt einrreten wird. Und doch wäre die letzte Meinung nur geeignet, dem Todesgedanken seine Bitterkeit zu nehmen. Nicht möchten wir einer Körperhülle uns für immer beraubt sehen, die wir im ganzen Leben so liebgewonnen. Nicht für immer möchten wir die lieblichen Züge theurer Angehörigen, ihr freundliches Antlitz entbehren. Der Gedanke müßte uns niederschmettern, daß dieses uns so Kostbare für immer ver,

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