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Der treue Zionswächter · 1849-05-25 · 21 (25.5.1849) · page 8

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
21 (25.5.1849)
Date
1849-05-25
Page
– (sequence 8)
Language
German
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»ZH 168 -k« loren, für immer Deute der Verwesung werde. Freuen wir uns daher der zur Geltung gelangten Tradition, die eS unS verkündigt, daß die Körperhülle selbst unr sterblich s-i, und wir sie im Jenseits wiederfinden. Wohl wissen wir, daß sie im Grabe sich auflöst. Stufen ja aber die Elemente schon, aus welchen alle Erdenwesen zusammengesetzt sind, sich nach ihrer Lauterkeit ab. Ist Wasser lauterer als Erde, Feuer als Wasser, und Luft lauterer als D,ide. Warum sollte nicht auch aus einer aus Elementen zusammengesetzten Hülle eine geläutertersich sondern können, die ihr vollkommen ähnlich, und durch ihre Lauterkeit unauft lösbar, unsterblich ist? War ja auch das erste Mcnschenpaar im Paradiese als Körperwesen geschaffen, und doch, hätte es nicht gesündigt, zur Unsterblichkeit bestimmt? Und diese Läuterung der körperlichen Hülle — so lehrt die Tradition — geht vorzüglich in den ersten dreißig Tagen nach dem erfolgten Tode vor sich. Daher die Anordnung der größeren Trauer für die Angehörigen in diesen Tagen, daher die fromme Sitte für Kinder, durch TorarStudien und Gebete zur Deseligung der verblichenen Eltern beitragen zu wollen, weil bis dahin die geläuterte Hülle noch nicht zur Unsterblichkeit eingegangen. Alsdann aber entsteigt die Hülle in der Gestalt, wie sie hier gelebt, höchst geläutert der Erde, vermählt sich mit ihrer reinen Seele wieder, und reihet sich dem Kreise der Fommen, der Seligen im Reiche der Unsterblichkeit an. Diese traditionelle Lehre nun ist uns oben in der Erzäh'ung des fl-rrv Zi bildlich vvrgeführt. Doch sind zur Verständlichkeit derselben noch die figürlichen Ausdrücke einzeln zu erklären. Wird nämlich das Irdische durch die Verhältnisse von Raum und Zeit begrenzt, so muß oft das eine Verhältniß für die Bestimmung des andern dienen. Wir bestimmen die Größe eines Raumes durch das Zeitmaß, welches erfordert wird, ihn zu durchlaufen, und eben so muß oft in umgekehrter Form, das Maß des Raumes für die Bestimmung des Zeitmaßes gelten. Galt es bei unseren Alten nun als Regel, daß zehn Meilen eine gewöhnliche Tagereise sei,*) s» kömmt eine Naumgröße von 300 Meilen einem Zeitmaße von 30 Tagen gleich. Ferner war der Fisch mit seinem die Wesen ganz verschlingenden Rachen unfern Vorfahren das Bild des Alleverschlingenden Grabes.**) Das Horn nun mir feiner niederwerfenden Kraft, gilt als Bild der Überwältigung und Stärke.***) Lnvjathan (von verbinden) endlich benennt die enge Verbindung der Seligen im Reiche der Unsterblichkeit; vv pncv Der Allgütige vergnügt sich im engen Bunde seiner seligen Kinder. Somit wäre uns nun der Sinn jener bildlichen Erzählung deutlich dargestellr. ES erzählet twvv n: „Ich fuhr zu Schiff." Ich glitt in meinen Betrachtungen über das fluchende Leben hin. DaS Meer war ein ebener Spiegel; im Getriebe deS Lebens gewährte ich nur das ewig wiederkehrende Einerlei. Nur Eins sah ich, was das Leben überragte. „Ich sah einen Fisch, der seinen Kopf, in dem Hörner befestigt waren, über das Wasser erhob." Es war das Alles verschlin, gende Grab mit seiner allbewältigenden Kraft, der nichts zu widerstehen vermag. O, wie muß dieseSMeerungeheuer fürchterlich sein, das Alles niederwirft und verschlingt, bangte mir schon; wie niederschlagend wäre der Gedanke, müßte ich befürchten, daß das Grab alles Köstliche für immer verschlinge. Da las aber mein gläubiger Sinn in der Auflösung selbst die Hoffnung der Unsterblichkeit. „Ich laS die in Horn eingegrabene Schrift, und sie lautere: ich bin nur ein kleines Meergeschöpf, bin dreihundert Meilen groß, und münde im Liwjarhan aus." Eben durch diese Allgewalt des Grabes, der Nichts auch'das reinste und heiligste Wesen, zu widerstehen vermag, verkündet eS unS, daß seine Macht keine dauernde sei. Dreißig Tage nur hält eS seinen edlen Inhalt in sich verschlossen, dann aber mündet eS in aus. Verklärt, als reines Engelswesen, entsteigt dem Grabe die Hülle, vermählt mit ihrer Seele sich wieder, und reihet sich dem Kreise der Frommen an, welche im Reiche der Unsterblichkeit die Allgüte des Herrn krönt. Möge es daher Ihr Bestreben sein, fromme Gemeinde, Ihrem Freund und Lehrer ein dauerndes Denkmal in Ihrem Leben dadurch zu errichten^ daß seine Lehren Ihnen zur Richtschnur dienen, daß Sie unverfälscht die Schrift erhalten, die er mit dem Griffel seines großen Geistes eingegraben auf die Tafeln Ihrer Herzen, und daß Sie sorgsam den Keim, den er in Ihre Mille gepflanzt, bewahren, damit sein- Saaten noch fort und fort sprossen, wenn er langst schon im Reiche der Seligkeit weilt. Dieser fromme Entschluß würde alsdann schon jetzt ihm zum Verdienst gereichen, und seinen Aufschwung zur Unsterblichkeit beflügeln. Auf diesen Jsaac findet dann Anwendung, was die Schrift voll llnscrui Stainttnatcr sagt wb iw» seiner Gemeinde gelabt. ^Er kam zurück aus dem Lande, wo er im Dunkel des Trübsals doch so weit und so lebendig geschauct, und wohnt jetzt im Lande der Mittagsseite, wo die Lebenssonne der Seligen auf ihrem Höhenpunkte steht, und nie mehr sinkt. Dort strahlt auch seine Seele als Himmels« gestirn; von dort aus schauet er tröstend und segnend auf Verlag : Lehmkuhl'sche Buchhandlung in Altona. Druck: Gebrüder Bonn in Altona.

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