Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 21 (25.5.1849)
- Date
- 1849-05-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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bevorzugten Glückskinder, die ihr ganzes Leben hindurch dem Tand und der Genußsucht gefröhnt, und damit ihr Name auch im Verzeichniß der Wohlthätigen erblickt werde, Stiftungen und Vermächtnisse be» stimmen, die dem armen Darbenden nach ihrem Ableben zu Theil werben sollen. Solche aus Ruhmsucht hervorgegangcnen Verdienste sind nicht die Begleiter in das ewige Leben. Wohl sind - Milde, Güte und Wohlrkätigkeit sehr erhabene Eigenschaften, durch sie allein können Eintracht, Liebe und Frieden erhalten werden; doch müssen sie frei von aller Selbstsucht, frei von aller und jeder Nebenabsicht ausgeübt werden. Wo mit der Milde die Gefallsucht, wo mit der Güte der Ehrgeiz, wo mit der Wohlthärigkeir der eitle Ruhm sich vereint, da ist nicht die Wohnstätte der Tugend und Gerechtigkeit, sondern die des Eigen« nutzes und Selbstdünkels» Groß und ruhmgekrönt sind uns daher solche Männer, die erhaben über jedem Sclbstnutzen, das Gute um des Guten willen ausüben. Zu solchen Handlungen sind aber alle Menschen befähigt; hiezu bedarf es nicht des Reichthums und des Ueberfiusses an Glücksgütern. Schon der Psalmist ruft uns ermunternd zu: (Psalm 49) „Fürchte nicht, (daß du weniger der Seligkeit theilhaftig sein werdest) wenn Jemand (Andre durch Vermäcyrniß u. s. w.) bereichert *) wenn er die Ehre seines Hauses vermehrt, denn nicht folgt ihm bei seinem Tode Alles (wohl wird durch seine Bestimmungen mancher Hungernde gesättigt, mancher Nackre bekleidet, doch folgen ihm diese Wohltharen nicht alle in das Grab; lange nachher, wenn der Körper vermodert, sein Andenken zu verschwinden droht, wird erst das Gute ausgeübt.) hinter ihm zieht nicht seine Ehre nach." Nnr der Mensch nimmt seine Ehre schon mit ins Grab, der bei seinem Le^en tugendhaft und gerecht war, der nicht erst nach übersättigtem Lebensgenuß für fein ewiges Heil zu sorgen beginnt, sondern mitten in der jugendlichen Frische füe das wahre Leben bedacht ist. Ein solches gottgeweihtes Leben hat auch ein ruhmgekröntes Scheiden zur Folge. DaS Scheiden solcher Männer läßt eine Lücke zurück, die die Hinterbliebenen schmerzlich an sie erinnert. Mit Recht lassen daher unsere Weisen beim Hinscheiden Mofls die Engel ausrufen; Die Gerechtigkeit Gottes hat er auSgeübt, und seine Rechte mit Israel. Dieser Ruhm begleitete den Knecht Gottes das ganze Leben hindurch. Seine Thaken trugen das Gepräge der Gerechtigkeit, es waren Tugenden, die rühmlichst vor der Bahre erwähnt wurden. Ihren Worten fügt die Gottheit hinzu; „Wer tritt nun für* mich gegen die Dösen auf, wer stellt sich jetzt für mich gegen die Uebelchäter.^ Hin ist der Mann, der eifervoll dem Bösen entgegenrrat, und das Gute überall förderte. Diese Worte sollen uns lehren, daß das Leben Mofls ein vollständig musterhaftes war. Seine Tugenden waren die stete Begleiterinnen seiner Pilgerschaft, und sein Scheiden war deshalb von der Gottheit selbst als ein unersetzlicher Verlust bezeichnet. Blicken wir nun auf das Leben des hohen Verblichnen zurück, müssen wir uns nicht zu dem Ausrufe gedrungen fühlen: Er hat die Gerechtigkeit Gottes ausgeübt, und dessen Rechte gegen-Zsrael! Die ganze Zeit seiner AmtSr thärigkeit, welche andere Aufgabe stellte er sich,alS nur, wie er selbst die Tiefe der Lehre erkannte, und nach ihren Satzungen lebte, eben so auch auf seine Gemeinde zu wirken? und während überall die verderblichen Sitten der Zeit zerstörend auch innerhalb des Zudenthums um sich griffen, suchte er nicht das alte vom göttlichen Geiste durchdrungene Zudenlhum in seiner Reinheit zu erhalten? Müssen wir nicht auch ausrufen: v'p' >v o'v-)p Lv »ö, wer wird nun gegen die Bösen aufrreren? wer wird allen Bestrebungen der sogenannten Zeit« Männer hemmend entgegen treten und sie im Keime unterdrücken? Sein Geist, gebildet am Quelle der tnw und der gediegenen Wissenschaft, vermochte es in dieser großen Gemeinde die wahre Neligiösitac zu erhalten, die Liebe für das väterliche Gur zu wahren und zu schützen, und so ein Bollwerk gegen alle reformistische Bestrebung zu errichten. Aber jetzt: .pft 'övw vv »ö >p Groß, meine verehrten Zuhörer! stand der Mann in unserer Mitte, groß war sein Wirken» Doch nicht bloß ist's die Anerkennung seiner Größe, welche die gegenwärtige Trauerfeier zur Aufgabe har; unsere Pflicht ist es auch, sein Wirken in seinen Einzelheiten uns vorzuführen, daß wir erkennen die Größe des Verlustes. Nicht soll es von ihm heißen, verloren ist der Gerechte, H öv vc cö j'k", denn Niemand nimmt eS zu Herzen; sondern allseitig *) wie >r§.