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Der treue Zionswächter · 1849-05-18 · 20 (18.5.1849) · page 7

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
20 (18.5.1849)
Date
1849-05-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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»W 158 W* fatzes der Constitution, daß alle Rechte derselben jedem eingebornen Unterthanen des Reichs zuständig seien, sie sollen ihnen zukommen, nicht als Mitgliedern einer besonderer Sekte, sondern als Bürgern eines Staates, welche gleiche Pflichten mit den übrigen erfüllten. Das Parlament selbst habe dieses Recht anerkennt, indem es die Juden nicht allein zu jedem Staatsamte zulasse, sondern ihnen den Eintritt in jedes andere Amt, welches Vertrauen verlange, eröffnet habe. Sie könnten selbst bei Parlamentswahlen mitwählen, aber im Parlament sitzen dürfen sie dagegen nicht. Aus politischen Gründen könne man die Juden vom Parlament nicht ausschließen, es blieben daher nur religiöse übrig, und zwar sei der Hauptgrund der zu leistende Eid, den jedermann müsse vor seinem Eintritt ins Parlament auf seinem Gewissen über die vorzunehmenden Funktionen verpflichtet werden. Gegen diesen Eid aber habe kein Jude etwas einzuwenden, voraugesetzt, daß er ihm in veränderter Form auferlegt werde. Der. Eid werde geleistet „auf den wahren christlichen Glauben." Diese Worte hätten aber nur ceremonielle Bdeutung, und er sehe nicht ei», warum man den Juden nicht ebensogut in andern Worten auf sein Gewissen verpflichten könne. Man habe den Einwurf gemacht, die Zutassurg der Juden könne die bestehende kirchliche Verfassung beeinträchtigen, er könne aber diesen Grund nicht als wichtig anerkennen, da man Katholiken, Quäcker, Separatisten u. A. zugelasse» habe, die auch ein anderes Glaubensbekenntniß hätten. Genug, er könne keinen Grund finden, einer Aufschiebung der sofortigen zweiten Lesung beizupflichtdn. Nach längerer Debatte, an deren Schluß Lord John Russell das Unterhaus aufforderte, nicht die Ungerechtigkeit zu begehen, Unterthanen des Reichs die Rechte zu verweigern, die ihnen als solchezukämen, wurde die Abstimmung vorgenommen und diese ergab für die zweite Lesung 278, dagegen 185 Stimmen. Der Rest der Sitzung betraf Gegenstände ohne allgemeines Interesse. Freie Städte. Hamburg, ''Ivb '"4. Am heutigen Tage, Nachmittags um 2 Uhr fand in unserer großen Synagoge die Gedächtnißfeier unseres hochseligen geistlichen Beamten, Hrn. Jsaac Bernays, statt. Die allgemeine Verehrung des hohen Verblichenen und die innige Theilnahme gab sich hier von neuem kund. Schon um 1 Uhr hatten sich die Mitglieder unsrer Gemeinde, wie die unserer Nachbarstadt Altona, zahlreich eingefunden. Dicht gedrängt stand Mann an Mann. Tiefe Stille herrschte, als der ehrwürdige Ober-Rabbiner Herr I. Ettlinger, begleitet von unfern Vorstande in die Synagoge, welche zur Tagesfeier schwarz deeorirt war, trat. Um 2 Uhr begann der Vorsänger den 49. Psalmen zu recitiren. Hierauf bestieg der Oberrabbiner die Kanzel und hielt die Trauerrede, welche wir nach dem Gedächtnisse ausgezeichnet, in der nächsten Nummer dieses Blattes mittheilen werden. Tief ergriffen von den eindringlichen Worte» des ehrwürdigen Redners, blieb kein Auge thränenlos, als hierauf der Vorsänger das Todtengebet bw Lü v'pin zu recitiren begann. Ein lautes, starkes Weinen und Schluchze» dnrchfchallte das ganze Bethaus, und ein Jeder verließ dasselbe mit der innigsten Beherzigung der ernsten Ermahnung des allgemein geachteten Redners, stets des Lebens des hohen Verblichenen eingedenk zu sein, seine Institute zu wahren, und ihm so ein ewiges Denkmal in der Mitte seiner Gemeinde zu errichten. P reichen. Berlin. Vor Kurzem hat sich hier ein Vorfall ereignet, der in diesem Jahrhundert der erste seiner Art sein dürfte. Eine ganze Christenfamilie ist zum Judenthum übergetreten. Ter Vater als Jude geboren und seit einer Reihe von Jahren Christ hat sich zum Rücktritt in seine früheren Glaubensgenossenschaft veranlaßt gesehen, die Frau und die Kinder, die als Christen geboren sind, folgten dem Beispiele des Vaters. Der schon l8 Jahr alte Sohn überstand die an ihm unter Assistenz mehrerer der berühmtesten Wundärzte vollzogene Operation. Aus dem Würtembergischen (Fortsetzung.) Noch verdienen bemerkt zu werden, die Familie Hirsch und Jggersheimer, die aus sehr achtungs-

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