Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 20 (18.5.1849)
- Date
- 1849-05-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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»W 154 häßlich, das, was alle Menschen einander als Men, schen schlechterdings schuldig sind, nämlich einander so zu behandeln, wie Zeder von den Andern behau» delt zu werden wünscht — mit einem so elenden Worte als Dulden zu verkleinern, und beinahe, auf Nichts herabzusehen? Welche mehr als kindische Znr consequenzl Wir sehen es für eine hohe Pflicht an, in tausend unbedeutenden Dingen gefällig und zuvor» kommend gegen einander zu fein: und in Angelegen« Heiken, wo es auf Ueberzeugung, Gewissen, Gemülhs» uhe und Rechtlichkeit ankommr, maßen wir uns ein Reckt an, über Andere zu tyrannisiren. Zch kann es von einem Zeden fordern, daß er mich auf der Straße ungestört meines Weges gehen lasse: und ich soll eS für eine Gnade halten, wenn ihr duldet, daß ich von überirdischen Dingen anders denke re. —" Schon das Wort Duldung hat einen das gleiche Recht aller Menschen entwürdigenden Begriff. WaS sollen wir erst von Unduldsamkeit sagen? Mit wel» ckem Namen sollen wir die Behandlung des jüdischen Volkes bezeichnen, welche ihm von allen Nationen seit Jahrtausenden ähnlich unfern Vorfahren ln Aegyp» ten widerfuhr? Wol unterscheidet eS fich dadurch von allen, daß es einzig und allein dem einigen Schöpfer und Lenker der Welt in der höchsten Erhabenheit und Heiligkeit unerschütterlich glaubt, und seinem grossen» barten Willen folgt. Aber verdient eS darum, waS auch der himmlische Vater über dasselbe in seiner um ergründlichen Weisheit und Gerechtigkeit verhängen mag. daß es von Andersgläubigen verhöhnt nnd ge» peinigt, wenigstens zurückgefetzt, gleichsam nicht als Mirgeschöpf, sondern bloß als überall geduldet be» trachtet werde! — und doch ist die-allein der Grund, dem die unnennbaren Unbilden entwuchsen, die sich wie aus düstern Gewitterwolken stromweise über daS, selbe ergossen. Es kann jedoch nicht geläugnet werden, daß bald hier, bald dort, bald in frühern, bald in später» Zeiten ihm ein sanfteres Licht dämmerte, daß man öfter mit Freimuth die Wahrheit seiner göttlichen Religion anerkannte, lehrte,*) ja sogar schon einzuführen**) versuchte — aber noch war der Horizont ») ck. nach Seyerts Nachrichten von siebend. Gelehrten, S. 57. **) Arad. Geschichte. Könige v. Jaman. Bg. XVI. nicht so rein, daß der Strahl jener himmlischen Sonne Nebel und Gewölk hätte durchbrechen und und vernichten können, um der ganzen Schöpfung auf ewig zu leuchten. Immer näher rückt die Zeit, von der der Prophet verkündigt: Secharj. 14, 9. „Und der Ewige wird König sein über die ganze Erde; an selbigem Tage wird der Ewige einzig und sein Name einzig sein." — Die Volksschule. Ueber die Fortbildung des Volksschullehrers. Von T. II. Der Begriff der Fortbildung schließt sich, wie daS Wort selbst es ausspricht, unmittelbar an den der Bildung an, und seht diese voraus; der Ausdruck Bildung ist aber ein unbestimmter und vieldeutig gebrauchter. daß wir, ehe wie von jener reden können, zuerst darüber im Klaren sein müssen, lvas wir unter dieser zu verstehen haben. Wir erklären uns also näher dahin, daß wir hier von einer Bildung, mithin auch von einer Fortbildung deS Schulmannes für seinen Beruf, und zwar für seinen Beruf als öffent« licher Lehrer an einer Volksschule, reden. Aber auch Diesebedarf noch einer näheren Bestimmung. Es könnte nämlich ein Lehrer, dem ein kleiner und beschränkter Wirkungskreis zu Theil geworden, der viel» leicht einer kleinen Zahl von Schülern einen geringen Umfang von Kenntnissen beizubringen hak, die Meinung hegen, er sei für seinen Beruf gebildet, sobald er im Stande sei, diese übernommene Pflicht äußerlich zu erfüllen; und was er, etwa durch Ausbildung im Wissen, mehr thue, daß thue er bloß für sich, ohne daß eS seinen Schülern zu Gute komme; eS gehöre also dieses zu seiner persönlichen, aber nicht zu feiner Berufsbildung. Dem aber treten wir dadurch entgegen, daß wir eine mittelbare neben der unmittelbaren Berufsbildung unterscheiden. Letztere giebt dem Lehrer geradezu den Stoff, den er seinen Schülern wiedergeben soll, und lehrt ihn die Form und Methode, in welcher dieses geschehen müsse; erstere aber macht im Allgemeinen, daß der Lehrer, nicht etwa für eine besondere Schule, sondern überhaupt ein besserer Lehrer werde, daß er, worin es auch sei, mit größerem Erfolge zu unterrichten wisse, und daß er selbst den Be»