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Der treue Zionswächter · 1849-05-18 · 20 (18.5.1849) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
20 (18.5.1849)
Date
1849-05-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
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»W 155 W«> ruf des Erziehers und deS ZngenblehrerS in seinem ganzen Umfange, nicht gerade in Beziehung auf diejenige Art von Schulen, an welcher er für den Augenblick wirkt, lieber gewinne, und für das erhabene Ziel der Menschenbildung sich begeisterter fühle; selbst wenn er unter den Verhältnissen der Gegenwart sich sagen müßte, baß auch bei seinen besten Willen seine prac« tischen Leistungen in dieser Hinsicht durch die Umstande sehr veringert und gehemmt werden. Die unmittelbare Bildung, namentlich die um mittelbare Fortbildung deS an einer öffentlichen Schule angestellten Lehrers, beschränkt seinen Blick auf diese eine Anstalt, und wird dadurch im besten Falle höchst einseitig, weil sie von einem viel zu eng beschränkten Gesichtspunkte ausgeht, und weil nach derselben z. B. ein Mädchenlehrer um eine verbesserte Methode deS mathematischen Unterrichtes, oder ein Elementarlehrer um höhere Rechenkunst sich gänzlich nicht bekümmern würde, als um Dinge, die ihn für seinen Beruf nicht angingen. ES leuchtet daher ein, daß von einer so ängstlich beschränkten Art der Bildung und Fortbildung des Schulmannes in diesem Aufsatze nicht die Rede sein kann; sondern wir sprechen hier von derjenigen Weise der Berufsbildung, wo der Lehrer, abgesehen von der einzelnen Art von Volksschulen, an der er eben arbeitet, und ihren speeiellen Bedürfnissen, bemüht ist, baß er seine Lust und Liebe zum Schulfache, und seinen Wunsch, durch dasselbe zum Segen zu wirken, auf geeignetem Wege unablässig belebe und stärke, mithin auch beständig in der Kennmiß der Mittel zu wachsen sucht, die ihn dahin führen können. Ehe wir nun die drei Hauptrichtungen näher inS Auge fassen, nach welchen die Fortbildung für den Beruf, so allgemein gefaßt, sich betrachten läßt, bleibt unS übrig, mit wenigen Worten demjenigen zu entgegnen, was der Anforderung, die wir im Folgenden an den Lehrer stellen daß er für seine Fortbildung im Berufe streben solle, dankbarerweise von einer oder andern Seite könnte entgegengestellt werden. — Daß ein Lehrer sagen sollte, eine solche allgemeine Berufsbildung sei überhaupt unnöthig, und er könne ohne dieselbe in der Schule ganz gut auSkommen, wollen wir zur Ehre unseres VolksschullehrerstandeS gar nicht annehmen: denn eS würde eine solche Ansicht einen Mann voraussetzen, der ohne Lust und Liebe für sein Fach bloß seine Stunden gäbe, und sich damit begnügte, in seiner Schule eine äußere Zucht zu halten. und den Schülern gewisse Kenntnisse und Fertigkeiten auf mehr oder minder mechanischem Wege beizubringen, ohne daß er sich um die Entwickelung ihrer Geistes, kräfte und die Veredlung ihres Herzens wesentlich kümmerte; denn wer diese erstrebt, der kann nicht beim Speeiellen stehen bleiben, sondern muß auf daS Allgemeine sehen, da er ohne Erkenntniß deS Zieles sich über den Weg, den er zu gehen hat. unmöglich klar werden kann. — Dagegen könnte ein Enrschuldigungsgrund bei der Aufforderung an den Vvlksschullehrer, sich unablässig in seinem Berufe fortzubilden, von dem Mangel an der Zeit hergenommen werden. Daß mancher Lehrer in der Stadt, und auch wohl auf dem Lande durch die täglichen Berufsarbeiten, durch die mit seinem Amte verbundenen oder demselben sehr nahe liegenden Nebengeschäfre, durch die nothwendige Rücksicht auf die Familie und das tägliche Leben, in seiner Zeit außerordentlich beschränkt ist; und, «aS h»er wohl eben so sehr, wo nicht in noch höherem Grade in Betracht kommt, daß alle diese verschiedenen Thatigkeiten die körperlichen und. geistigen Lräfte manches Lehrers so in Anspruch nehmen, daß ihm, zu vielen Zeiten wenigstens, die Fortbildung nicht eine Erhohlung, sondern eine Anstrengung sein würde. Dieses AUeS stellen wir keineSwegeS in Abrede. Aber wer sich mit dieser Ausrede von jeder Sorge für seine Fortbildung freigesprochen glauben möchte, dem würden wir doch dringend bitten, einmal recht sorgfältig zu erwägen, ob eS mir diesen vorgeschützten Mangel an der Zeit zur Fortbildung so unbedingt seine Richtigkeit habe, oder ob vielleicht Genüsse und Beschäftigungen, die doch wenigstens jenem Fortstudium weichen müßten, einen übergroßen Theil seiner Freistunden in Beschlag nehmen. - Eine dritte Einwendung, und vielleicht die gewöhnlichste und die, welche dem Anscheine nach am meisten für sich har, wird hergenommeu von dem Mangel an Gelegenheit zur Fortbildung für daS Amt. „Denn, sagt uns mancher wackere VolkSschullehrer, allerdings könnte ich die Zeit zu einer solchen durch sparsame Benutzung meiner Mußestunden.. durch Abschaffung "dieser oder jener unwichtigeren Lektüre u. dgl. wohl erübrigen; aber wie fange ich eS an, um mir die nöthigen Bücher rc. zu verschaffen; und wenn ich am Ende auch von hier oder dorther ein gutes pädagogisches Hauptwerk zum Srudiren geliehen bekomme, mit wem spreche ich mich dann darüber aus und verarbeite die

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