Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 19 (11.5.1849)
- Date
- 1849-05-11
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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bürgt denn dafür, daß nicht Umstände eintrcffen, die eine Trenung für beide Theile wünschenswerrh, ja nothwendig machen? und wenn solche Umstände eintreten, wird das abgelegte Gelöbniß sie beseitigen können? Antwortet man aber, daß von außerordentlichen Umständen hier in der Frage die Nede nicht sei, sondern nur von einem mnthwilligen Verlassen es verstanden werde, so erwiedern wir, daß es als eine schwere Beleidigung der Brautleute erscheint, sie zu verdächtigen, als würden sie ohne dringliche Nothwendigkeit die Ehe wieder ausiösen, erwiedern ferner, daß.das Wesen der jüdischen Ehe bindendere Gründe zn haben glaubt, als bloß das einem Rabbi gegebene Wort, ihre Heiligkeit schreibt sich höheren Ortes her, als bloß von einem Worte, daß ein beknttcter Herr abgefordcrt hat, erwiedern endlich, daß mancher auf den unglücklichen Gedanken kommen konnte, eheliche Liebe, eheliche Treue. rc.:c. seien bloß darum Pflicht, weil man solches dem Geistlichen einmal zugesagt hat und die Verletzung sei öden auch von keiner größern Bedeutung als die Verletzung so manches anderen Wortes, welche Verletzung, zwar zur Schande unserer Zeit man sich besonders in den sogenannten gebildeten Zirkeln, so häufig zu Schulden kommen läßt. Eine dritte Frage: „Wollen Sie. wenn der Herr ihre Ehe mit Kindern segnet rc. cc." schien mir äußerst unanständig, denn tw ','271l>77> '171 717'^ 17777 - Nachdem erst der Bräutigam mit einem kräftigen, dann die Braut mit einem wispernden: „Ja" geantwortet hatte, war das Eramen zu ^nde. Man war jetzt doch endlich, zwar auf sehr langem Wege, bei dem i'ci^p in? angckommen, welcher, trotz der vorangegangenen Verwässerung, seine beilige. tief ergreifende Wirkung nicht vcr liereu konnte. Aber es kam auch letzt noch ein Nachtrag, der wenigstens auf mich einen äußerst unangenehmen Eindruck machte. Es hatte nämlich, nachdem man den ganzen Akt als beendigt erachten mußte, der Rabbiner für gut befunden, mit vielem Pathos zu sagen: „-Und somit erkläre ich Ihre Ehe für geschlossen und vollzogen, rechtsgültig rc. rc.„ Wie, dachte ich bei mir, hängt die Gültigkeit der Ehe von der Erklärung des Nabbi ab? 'wäre die Ehe weniger gültig, wenn der Rabbiner ihre Gültigkeit nicht ausdrücklich erklärt hakt? macht bloß sein Wort das Band heilig? muß da nicht bei vielen der Gedanke entstehen, daß, wenn Jemand eine Ehe auch nach allen religiösen Förmlichkeiten schließt, sie darum doch in so lange nicht bindend ist, als der Rabbiner nicht sein Placat dazu gegeben? Es gäbe dies vielleicht Stoff zu einer Abhandlung im ',vh77i;i't ivic, daß um so mehr, wenn man bedenkt, wie genau cs l>"w7r> genommen mit dem .iiph' '77 Mergentheim. Dieses zwar kleine, aber sehr schöne Städtchen an der Tauber, ehemals die Residenz des Deutsch- Meisters, hat eine uralte, jüdische Gemeinde, die unter der Negierung der Herren vom deutschen Orden, immer ruhig lebten, und jetzt der Wohlthateu der würtcmbergischeu Negierung sich erein Brüderpaar, Rabbi Baruch und Rabbi Samuel Bonn. Jener war Hvfagcut, dieser Leibmedikus des letzten Deutsch-Meisters. — Nabbi Baruch — Großvater Vöruc'ö — verewigte sein Andenken durch mauchfache wohlthätige Stiftungen, indem Nabbi Samuel durch weise Leitung der Gemeinde und durch daS Ansehen, in welchem er bei seinem Fürsten stand, allen Juden in den sämmtlkchen, weit ausgebrciteten Besitzungen des deutschen OrdenS sehr nützlich wurde.*) Von Nabbi Samuel Bonn, hier blosr Nabbi Samuel nungen den Sieg verschaffen konnte. — Das Renpt wurde in die Apotheke geschickt. Balv aber eilte der jüdische Arzt,