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Der treue Zionswächter · 1849-05-11 · 19 (11.5.1849) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
19 (11.5.1849)
Date
1849-05-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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oM IM minder gleich den ehren, dem sie nachgerufen, als die, von denen sie ausgegangen. Das der berichterstattenden Vergangenheit WaS berechtigt uns die nächste Zukünft zu hoffen, , zu fürchten. Eine Krise ist über unsre Gemeinde hereingebrochen, deren Bedeutung sich Niemand verhehlt. Eine Rabbiner-Wahl unter jetzigen Zeit - Verhältnissen, in einer Gemeinde, wie die unsrige/ unter Personen und Umständen, wie die hiesigen, es ist ein Gedanke, der den Beherztsten verzagt machen könnte. Aber etwa ein Provisorium, ein Pausiren und Hinhalten? Unter den Uebeln vielen, wäre dies gewiß das größte. Was zu erwarten, was zu erreichen. der Muth, die Energie allein vermag es uns zu bieten. Einen kühnen Griff, eine» kühnen Griff, ein Königreich für einen kühnen Griff möchte man ausrnfen; doch kühn zu handeln, vermag nur der große Mann, und — — — Das ist eben unser wunder Fleck, die großen Männer sind hier gar spärlich gesäet. Das Vorsteher-Collegium hat einstweilen ad interim zur Wahrung der Seelsorge und der religiösen Bedürfnisse der Gemeinde/zwei ernannt, würdige, gelehrte Männer / beiden Nichts desto weniger wollen manche in diesem-ersten des Vorstandes bereits einen großen Fehler! erkennen, und zwar den, daß der Vorstand dttrch ihn zur Parthei geworden, und dadurch -selbst Parteikampf und Zwiespalt hervorgerufen. Sin Rabbinats- Collegium von dreien Mitgliedern,-die die öffentliche Stimme als die würdigsten bezeichnen würde, hätte unbedingt einen Maaßstab von friedfertigerer sowohl, als überhaupt höherer Auffassung der bestehenden Verhältnisse beurkundet. Indeß wir erkennest es gerne, daß die Lage schwierig, daß zumal bei dem plötzliche» Eintritt der Krise und da man ohne Interims-Instanz keine» Tag bleiben konnte, ein Fehler hier wol verzeihlich, zu entschuldigen wäre. Friedfertigkeit, Einigkeit ist uns vor Allem jetzt uöthig, das möge jeder bedenken, der irgend ein Interesse an. dem Wohle unserer Gemeinde hat. Der Bau, zn dem der Verstorbene so reichlich Material gesammelt, so emsig die Steine herbeigetragen, er möge nicht zerstört, möge vielmehr weiter gebauet, befestigt werden, es ist das schönste Denkmat, daß wir ihm fetzen können, die Erhaltung unserer Gemeinde als ein Ganzes, eine Stamm- und Mutter-Gemeinde in Israel, gross an Quantität, noch größer Lu Qualität, Vertreterin des Glaubens, des wahren heiligen r'öö-rc'-GesetzeS. S. Aus dem Würkmbergifchen. (Fortsetzung.) Tags darauf befand ich mich kn einem andern Radbinate, allwa ich Gelegenheit hatte, einer Trauung anzuwohnen. Der Hochzeitszug bewegte sich durch die breiten Gassen des Dorfes, eine Musikbande voran. — Eine schmalige, hektisch aussehende Gestalt, in weitem Abbe-Mantel gehüllt und mit einem Fikzbarret ans dem Kopfe — es war der Lehrer und der Herr Vorsänger in einer Person — schrie zn wiöderhokken Malen: „Die Musik zurück! die Synagogen - Ordnung dulde» keine Musik bei einem Trauungszug!" Allein die Spielleute ließen sich nicht irre macken, musizieren fort, die Leute lachten ob des vergeblichen Eifers des Synagogenordnungröächters, und so ging der Zug weiter. — Da trat ded-Lehrer z» einem beim Zuge sich befindlichen Kircheiröorsteher, ihn anffordernd, der Musik Schweigeü^zn gebieten. — Aber ein junger ManN mit festereothem Geckeü-Bart sagte mit ernster Stimmen „Meine Herren! die S -n a g o g e n - Ordnung möge:» Sie immer handhaben; die S tragen-Ordnung abergehört der Ortspolizei, diese har die Musik erlaubt und eist Kirchenvorsteheramt hat außerhalb der vier Wänden feiner Synagoge mit polizeilichen Dingen sich nicht zu befangen, das wäre ein arger Mißbrauch feiner Amtsfunktion!" Das wirkte. Der Lehrer schwieg, machte aber ein verdrießliches Gesicht. Er mochte vielleicht den jungen Mann dauern, weil dieser zum Lehrer und Vorsänger halb begütigend, halb neckend sagte: >,Sie Herr Lehrer haben der Synagogeu-Ordnung treulich Vas Wort geredet und wenn Sie es wünschen stelle ich Ihnen das Zengniß darüber ans, daß es Ihre Schuldigkeit nicht ist, wenn auf freier Strasse mnsizirt worden ist, und daß sich Ihr Wirkungskreis da endigt, wo Gottes freier Himmel umfängt." Der Vorsänger, der in der Zwischenzeit bedacht haben dürfte, dass es doch m'chb iathfam sei, heute mit den Hochzeitsleure» sich zu über-

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