Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 17 (27.4.1849)
- Date
- 1849-04-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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»W 13« HZ» der Säugling aus der Quelle des lebendigen Wassers, v«n v'p iipv. Kaum konnte der Kleine die ersten Worte lallen, so wurde er erngewethr in dos Heiligrhum. Er lernte so zu sagen mit seiner vaterländischen Sprache auch seine eigentliche Muttersprache kennen. Mit Erzählungen heiliger Geschichtchen aus der Vorzeit, wurde das Kind in den Schlaf gewiegt, wahrend die Jetztzeit den Kindern Mährchen an der Wiege erzählen läßt. DaS elterliche Haus dürfte daher mit Recht ein GotteStempel, dessen Priestcrin die Mutter deS Hauses, an dem Seelenheile der Kleinen mir unermüdlichem Fleiße arbeitete, genannt werden. Und wenn der Barer ermattet von den Lasten deS TageS die Schwelle deS HauseS betritt; so war er eS, der seine Kinder um sich sammelte, um sie tn der Torah zu unterrichten. — Zn den ärmsten Hütten Israels leuchtete eine Fackel, die allen Kerzenschimmer überrraf, die den Geist erleuchtete und den Körper er« quickre, damals ließ man eS nicht mit dem Hersagen der Schriftwerke: '»1 VI O'371 V022ci bewendet fein, sondern man wendete sie praktisch an. —- O, goldene Zeit, wo bist du hin! Wer hat sie verscheucht, wer hat die heilige Religio«, für die Tausende ^ihr Men Hingaben, anzutasten gewagt? Wer hat unsere Mutter, an deren Brüsten wir groß geworden sind, verachtet? Ihre eigenen Kinder, die eine fremde Mutter an die Stelle der alten, ehrwürdigen sehen wollten! Wir kennen sie zur Genüge, diese geleerte? Reforrnhslden! Um aber diesen Glaubensstürmern auch zukünftig gerüstet gegenübertrrren zu können, somit alle Hoffnungen auf eine spätere reichlichere Ernte zu vereiteln, bedürfen wir nur ein einfaches Mittel; und dieses Mittel ist die religiöse Heranbildung unserer Zugend, hätte man an allen Orten in den letzten Jahrzehnten bessere Schulen gehabt, so hätte manches Zugcndherz nicht so heiß der Reform entgegen geschlagen. Nichten wir so sehr bedarf, er wird uns die schönsten Früchte drin« gen. Die Pfiegestätte unserer Zugend muß der Ort werden, durch den die Glaubencstürmerei zu Grabe getragen wird. Wenn der.Lehrer, von dem, was er unterrichtet, durchdrungen ist. wenn er seinen Beruf in der Jetztzeit erkennt, so werden seine Bemühungen mit den schönsten Früchten gekrönt sein. — Jedoch dürfen Schule und HauS nicht im Widerspruche mit« einander stehen, sondern müssen Hand in Hand mit. einander gehen. Wenn das Kind die Eltern so leben sieht, wie ihm die Schule zu leben gebietet, so wird eS ein guter Israelit werden. Ist dies aber nicht der Fall, sieht daS Kind im häuslichen Kreise eine gewisse Lauheit bei Ausübung religiöser Handlungen, so wird eS eben so lau in feinen religiösen Handlungen sein. ES ist ein bekannter pädagogischer Satz, daß daS Kind dem Beispiele folgt. „Dqrum Eltern, denen dauerte Aufblühen der wahren jüdischen Religion am Herzen liegt, zeigr euch nicht leis »neuern religiösen Handlungen, laßt eS nicht dahin bewendet fein, wenn euer Sohn daS Gebet hersagt, sondern seht vielmehr darauf, daß er andächtig berek" Unsere Weisen sagen schon: 'v, >121125 vw, 512. „Besser wenig dringt z. B. darauf den Kindern das Tischgebet vorzusagen. ohne daß man meistens darauf sieht, daß daS Kind eS mit Anstand hersagr. Gewöhnlich sagt der Vater oder die Mutter bensche! oder einer sagt ihm vor und da wird eS meistens Herz- und andachrslos oft jn halben Wörtern hergesagt. Würden aber die Eltern dem Kinde Vorhersagen, was das Gebet eigenrmüsse u. s. w., so wird das Kind mit der größken Andacht deren. DaS kindliche Herz ist rein, es lauscht (daS .Kind) auf alle Worte, die Ellern und Lehrer ihm sagen, nur muß man sich mir chm, wie mir einem Kinde unterhalten. Man muß es verstehen, die Sailen des kindlichen Herzens bewegen zu können, und diese Kunst können sich Ettern arteignen, die Mütter können dies besonders. Wird so das Kmd von Zugend an gewähnt, so wird später der Knabe freudig in der Wohnung d«S Herrn gehen; und sicht er hier seinen Vater andächtig beten, so wird es auch ein Gleiches thun. Begnügt man sich aber mit dem bloßen Hersagen deS Gebetes, so wird mit der geistigen Heranreifung des Krndes stets mehr Widerwillen gegen das Gebet sich zeigen. ES ist dies ganz natürlich, der Geist wird mir diesem bloßen Hcrsagcn nicht befriedigt. Und hat der Schüler auch noch so oft lammrliche Gebete in der Schule überseht, eS ist vergeblich. Zweifelsohne kann der Lehrer zu der religiösen Heranbildung viel beitragen, aber er kann nur eine Anleitung geben, er legt das Saatkorn in daS kindliche Herz und die Eltern müssen es stets pflegen helfen, daß eS nicht verdorre. Nur eine kurze Andeutung