Mannheim
Compact Memory

Der treue Zionswächter · 1849-04-06 · 14 (6.4.1849) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
14 (6.4.1849)
Date
1849-04-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2625941-2626254-2626269--1827-2629505
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

»M 109 Bunte Schaaren eilig laufen Auf dem weiten Markt zusammen, Wo der mächt'ge Scheiterhaufen Flackert schon in Hellen Flammen. Ringsum von der Gluth beschienen, Stehen düstre Gestalten, Die mit geisterhaften Mienen Ernst und streng ihr Amt verwalten- Und cs wirft der heilige Pfaffe Sünder in die Fencrgluthen, So nun warf man Gotteswesen, Ein Gebild aus seinen Händen, -In den Krater auserlesen, Und die Flamme schlägt nach Oben, Und ein Gott spricht: dreifach Wehe Denen, die also mich loben. — II. Dumpf und hohl vom Thurme schallen? Wollen sie wohl Beter locken In die leeren TempclhaUen? Wo die Priester fich, die frommer,. Baden tief in Schmach und Schande. Sünder wirft der heil'ge Pfaffe Lebend in die Feuergluthen, Daß der Herr dann Ruh verschaffe. Die mit Schuld fich schwer beluden- Sieh' da schleppt man an den Haare» Einen Jüngling, schön und blühend, Hin zu andern Todes-Paaren, Zu dem Scheiterhaufen sprühend. Doch zuerst am Martertische Wird er qualvoll angebunden, Und es springt das Helle, frische Purpurblut aus hundert Wunden. »Unfern Heiland hast du Jude Jüngst geschändet und die Christen! Konntest dich im Ucbermuthe Über unfern Glauben brüsten?- .Nein, was Andere stets verehren, Habe niemals ich verhöhnet. Duldend find der Juden Lehren, Leider, daß ihr nicht versöhnet - Doch sie martern ihn aufs Neue, Diesen unschuldvollen Armen; »Werde Christ aus tiefer Neue, Willst du in der Gluth erwärmen-? Ganz umsonst scheint ihr Versuchen, Stille, lautlos fühlt er Qualen, Leiser seine Pulse schlugen, »Ha«! schreit er in wildem Krampfe -Wollen Braut und Vater tobten?- Glaub' und Liebe steh'u im Kampfe Durch Beharren morden lassen, Schenkst du Werth den bloßen Worten Gott! so Geist und Seel dich fassen? Und wenn's ihnen wird verkündet. Keinen Gatten morgen findet Tirza, aber Schmerzen, Schmerzen. Doch ihr Leben ist gerettet; Und durch mich, ersehnte Wonne; — Wird.in'S Dunkel auch gebettet Meine reinste Freudensonue.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.