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Der treue Zionswächter · 1849-03-30 · 13 (30.3.1849) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
13 (30.3.1849)
Date
1849-03-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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«ZH 101 HZ« weihen; schnöde Eingriffe in das Heiligthmn zu wagen, dieses maß dem Leie« weihen, jenes gezieme der Jetztzeit nicht, so frech im Erbe des Herrn zu schalten. eS heißt ja das himmlische Heilige ist dem Höchsten; die Erbe dem Erdensöhne, Ps. 115. Im Reiche GotteS wühlst du mit frecher Hand! den Himmel erstürmst du! So wirst dn auf deiner zur Nachthütte bestimmten Erde beunruhigt. DaS Himmlische willst du reformiren; so führt die Vorsehung eine Reform auf Erden ein. Der Regierer menschlicher Schicksale, der Lenker der Weltgeschichte ließ die Umstände so fügen, daß sie wie Glieder einer Kette sich verbinden und in dieser Zeit der Erwartung die wundervolle Maschine schrecklich wirke, daß die schrecklichen Verhängnisse sich auf einer abtrünnigen Generation entladen, Wahne nicht, du fühlst dich geborgen; nein. Tausende Menschenopfer bluten, die deine Brüder sind, hast du ein Herz, so mußt du mit empfinden, iede Bombe, die zerplatzt, muß ein Erschüttern deiner Nerven versehen, auch muß dein Herz krampfhaft zucken. Sv wisse, die Vorsehung hat den Taumelkelch ansgeschültet die Menschheit taumle, damit Unheil treffe die Völker. Daher Brüder. wendet Euch zum Höchsten, schätzet die Tugend, ehret die göttlichen Gesetze, und du mein Israel, kehre zum Glauben deiner Väter, in dessen Schatten findest du Schutz, es trete Ruhe ein, weile in seinem Licht, so wird kein Kriegsfeuer dich treffen. DeS ReichrhumS Blüthe, die falsche Schwester der Tugend, die nur Ruhe, süße Bequemlichkeit und Ungebundenheir erstrebt, je mehr der Eifer für das eitle Glück, desto lauer wird die Tugend. Das Vergängliche wird hoch angeschlagen; das Heilige als werthlos niedergedrängt, was Wunder, wenn man im wetten Kreise seines Reichlhums Pracht und Glanz sich ergießen sieht, und der kleinste Gegenstand gedrückt von des Glanzes Last; sattsam zeigt das nur das Zeitliche gewürdigt, und nur alles Mühen und Streben dahin zielt und der ewigen Satzung den Rücken zeigt, was man jäet soll f r tte Vergänglichkeit reifen! Den Begierden wird gestöhnt, der schnöden Lust wird nichts versagt, der halbglimmcnde Funke unter dem Wust der Leidenschaft scheint zuweilen der Seele eine gewisse Wunde zu versetzen, zur Beruhigung wünscht man ein Gurheißen von geweiherer Stätte zu vernehmen, es werden Redner gewählt, deren Grundsätze längst mit den Ihrigen übereinstimmten und nur aus erheuchelter Schen verhüllt waren. Solche-von der Kanzel zu hören, glaubt der Verirrte in seinem Wahn auf der Dahn der Gottgefälligkeit zu wandeln, den» die Lehre» de» falschen Propheten stimmen ja mit stimm, aus Jrrthum und böser Neigung erblühendem Grundsatz überein. Als Mittel der Täuschung, daß man seinem Gott treu, will man die Würde des Gotteshauses erhöhen, «S werden Chöre und Sänger angestellt; wetche Kreaturen! Deren Herz dem Glauben seiner Väter untren, deren Gemüth der Sitz, der schreckliche Sitz de- Lasters ist verödet und abgestorben der Tugend. Auch Synoden suchte man anzustellen, deren Glieder des Gesetzes Heiligkeit verachten, und der zum Schein geübten Pflichten, als Mierhlinge d,S schnöden Gewinnes entsagten. Da muß daS Schwert erwachen, den Wohlstand als Verführer ködren! daß die Menschheit sich ermanne und erkenn-, baß alle- Irdische unhaltbar, vergänglich sei; das Göttliche hingegen unvergänglich und nur das Himmlische ewig bestehet. Die Chöre lösen sich, die Synoden — die Gaukler aufgehoben und die Frucht ist gepflückt — deren Gesinnungen liegen am Tag, wie diese eS mit der Thora hielten und deren Schande und Schmach nie getilgt werden wird. Schrecklich ist dein Wülhen Schwert, doch heilbringend, die Tugend ersteht vom Staube, wo sie unbeachtet seufzet-, und wer hob diese Höhe, Nttdergedrücktel? Ja. das Schwert in Gesetz gehüllt kam vom Himmel, „Jalkur Jefai 1" im Gesetz ist des Schwertes Grab; weichst du davon, so erwache eS — und Wucher; weicht das Leben — folgt der Tod! Es heißt V2"N chv «2 127 D. M. 5, 32, nichts Geringes, nichts Unbedeutendes darf euch das Gesetz sein, und darf von euch nie getrennt werden, denn es ist euer Leben! Lebst du im Gesetz, so ist das Schwert stumpf — und getobter. Eine nie genug zu beherzigende Lehre muß ich drr mein Bruder sagen! Großes Ucbel solltest du sie erst von mir vernehmen! Der Well Wohl und Weh hängt von Israel ab, obwol wir an dem Welkwoht keinen Antheil nehmen; unS nur ungenießbare Brocken und Knochen von der üppigen Tafel zugeworfen werden, laß dich nicht beirren, mein Lieber, dein gebeugter Stand darf dich nicht betrüben, aus der Tief» muß der Glanz der Tugend hoch aufstrahlen. Du heißt ja und bist das Priestervolk! Weißt dn den Beruf rmeS frommen Priesters? Dieser muß einfach in Kleider und Nahrung sein, seiner Umgebung Glanz ihn nicht blenden.

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