Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 13 (30.3.1849)
- Date
- 1849-03-30
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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»HO i«a W» starrt im Lauf; die Pulse sind gehemmt bei deinem Anblick, ungerachener Sohn!' Unheilstifter! Zwar hast du etwa- Löbliches, dein Nützliches ist winzig; nur an Heldenhüfren bist du ein Schmuck und bist Symbol des GesehforscherS, ihm wird daS Schwert als Zier gegeben, daß er die Unwahrheiten, die Zweifel aus dem Gesetze scheide, und da endet dein schönes Wirken, weil kein Leben getvdiet wird, eingesargt in deinem Grabe; wenn du im Kerker schmachtest, in der Scheide schläfst, erwacht es aber, dann erhallt Weh" allenthalben! Wenn du zur Ausrottung des Lasters gebraucht wirst; der Menschheit Unkraut tilgst; die Schlacken der Tugend vernichtest — dann jauchzet die Tugend dir, dann frohlockt die Menschheit!! Aber selten, sehr selten wirst du der Tugend zur Rettung gerufen. Dein Hauptwirken ist — Liebe zu zerstören. Freunde zu trenn, n, göttliche Einigung zu lösen. Du Zerstörer aller Freude! würgst die Tugend und das Laster, Schuldlosen sammt Schuldigen; Säuglinge, in ihrer Reinheit der Sonne gleich, Greise, an der Krücke schleppend, wehrlose Frauen, die aus dem Lasterkelch nie geschöpft haben, solche mordest du ohne Erbarmen. Du Schanke deiner Mutter! Hätte die fromme Erde deine Leichenhaufen nie verweset; es würde ja kein Leben zu athmen Raum habem Die Leichenthürme wären ja größer als die Erbe! Würger, zur ewigen Schmach bist du verdammt; aus dem Heiligchume, wo Liebe und Leben ausströmt, wird der Eingang dir versagt; wo die Einigung der Liebe, wo die Gemüther sich verbinden und zu dem Höchsten sich aufschwingen, da muß dein Laut verstummen Am Orte der Seelenverbrüderung, der Gemüther Vereinigung, wo Liebe und Eiucracht thront, da ist der Tempel dem Zerstörer der Liebe, dem Vernichter der Eintracht verschlossen. Der Tod muß vom Leben geschieden werden; wo der Lebensquell unaufhörlich stießt —von da muß der Tod verscheucht werden. Die Erde seufzet bei deinem Zuge, wenn bluttriefend du über sie ziehest, die Last deiner Gewürgten zerdrückt sie, statt des Segens, den sie spendet, lohnst du ihr mit Moder und Gestank der Erschlagenen, tränkest mir dem heiligen Roth des Lebens ihren Schooß, daß des Segens Dprößlinge in Pestausdünstungen sich verwandeln. Undankbarer! Deine Mutter, die dich gebar, besudelst du mir dem Eiter, der in krampfhafter Zuckung röchelnden Verwundeten. Laßt uns aber unpartheiisch betrachten und nicht nach gewöhnter böser Sitte unsere Fehler auf Andere wälzen, ist eS daS Eisen, daö so vieles Unheil stiftet? Kann der leblose Stahl Leben rauben, wenn nicht das Leben treibt zum Lebensraub? Wir sind es, die zum Morde jagen! Giebst du menschlicher Meinung Gehör, strafbarer Frevel wäre dieses! Die durch den Freiheitsrausch Taumelnden sagen: „Es ist gekränkte Ehre; der Stolz ist gedehmüthigr, diesen will der Knecht sich entfesseln, welches Sünde ist, sein von Gott und Vernunft anerkanntes Recht anzuerkennen, dieses ist, warum man Bruder gegen Bruder waffner." Die weise sich dünkenden behaupten: „um in Gunst sich zu erhalten, oder eine Würde zu erklimmen, eine Größe zu erbetteln, verleitet man einen frommen König nur die Feder einmal zu tauchen, unbekümmert, wenn dieser Dintetropfen in Blukströmen sich verwandelt, wenn ihr Ziel nur erreicht wird; unbekümmert, wenn Tausende ihr Blut verspritzen." Solchen Meinungen beizupflichren, hieße den Blicken der Allwissenheit eine Scheidewand stellen, daß sie ihren Vaterblick uns nicht würdige, » schrecklichste aller Sünden!! Achte nicht mein Bruder auf hie Sprache der Klügler und deren schreckliche Worte, die die Politik verschreien und diese geheime Maschine als gefährliches Getrieb spielen läßt Wir detrachteu dieses mit den Augen der Wahrheit; mit den Augen der heiligen Vernunft. Israel trennte sich vom Glauben seiner Väter; trennte sich vom geistigen Leben, mit dieser Trennung folgt der moralische Tod, seiner Würde verachtend stürzt er zum Thier; sagt ja das Wort Gottes im Falle der Abtrünnigkeit D. M. 326, 25, vp) opsw ni, v2'k auf Zerstörung des Chorevbundee folgt das Racheschwerr und Verwüstung. *) . Der zum schrecklichen Thier hcrabgcfallene Mensch, waS vermag dieser ohne Gesetz, ohne Gott? reißende Thiere tödren nur Materielles; jene hingegen lödlen das Höchste und Heiligste für diese wüthet das Schwere, daß daS Thier erzittere und weihe sich dem Göttlichen! Ja Schwert, du bist gerechtfertigt, rein bist du, das Verbrechen liegt leider an uns! Glücklich lebtest du in süßer Ruhe, Gewerbe, Handel und Wohlstand, alles gedieh dir im Schutze väterlicher Regenten, da erfrechst du dich den Himmel zu erklimmen, daS Himmelskind, die Thora zu enr- *) Siche Midrasch Pentan 2, 3. I.