Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 12 (23.3.1849)
- Date
- 1849-03-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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94 HZ. jttker Religion abhold waren. Ehat Menschen gegBendte mit der ganzen Kraft ihrer verwilderten, boshaft tückischen Seele die Religionen gleichsam auSrdtten wollten; eS gab Fanatiker, deren Hauch den AnderSzlaubeyben, waren sie es im Stande gewesen, gern vergifketiund ermordet Hane; ja, eS gab Menschen (wenn wir sie so nennen dürfen)- die den schönsten Lorbeer darin suchten und fandeneinem Andersglaubenden däS Leben genommen zu haben. Dies beweisen uns tausendfach die blutigen Religionskriege- und dies beweisen' uns jene schwülen Tagewo Gewissenszwang und Rrligionshaß- Fanatismus, resp. Mordsucht ihre schönsten Triumphe feierten. Wen schaudert eS nicht, wenn er die Geschichte jener grauenvollen Tage vor Augen hat? Wer weihet nicht gern den heiligen Märtyrern jener Gräuelscenen eine Thräne des Mitleids? —7 Sie sind vorüber jene Tage des Elends und der Finsterniß, und Dank, heißen Dank dem Lenker der Schicksale — Menschlichkeit und Gewjssensfr eiheitchaben sie würdig zu Grabe getragen. Freundlicher lcuchrer der Horizont fast allen Glaubensparkheien- und -wenT es auch hie und da Engherzige giebr, die denÄvdrrSglauheuden zu bespötteln, belach,ln und lhmdie.Rnhe seines Herzensdie ihm die Ausübung /seiner Nctigiow gewährtzu verkleinern suchen, -so haben wir wemgftenL doch keinen Mord und Tod bei-umereu freieyr.Dek-ennr-l Nissen zn fürchten! Und doch o wie-weheulhUn-dkM fühlenden Herzen diese Worte unddoch sind unsere Tage:die gerühmte, ausgckiärte, fveiv Zeit,- udieslschönk Gegenwart, die golden -geträumtes Zukunft-.Eüheilschwangerergefahrlichcr uud verletzender unsu»s Bekenner -des Zudenthume -geworden, ülö:/dielftü; Heren unglückseligen Tage. Ihr staunt, mcme Giaudenebrüder., Ihr scheltet mich undankbar gegen Gott und uns mehr mit liebevollen Beweisen ihrer freundlichen Gesinnung an die Hand gehen, gefühllos gegen unsere Behörden, die so herrlich mir dem Scepter der Liberalität regieren, und doch — so gerecht mich Euer Vorwurf auch trifft — ich kann, ich darf meine Worte malS kämpfte mit offenem Visir Mann gegen Mann. Leben gegen Leben, Mord gegen Mord — und der Schwache mußte dem Stärkeren erliegen. Damals kämpfttn die Gläubigen gegen Andersglaubende —- heute ist der Kampf einseitiger geworden, heute kämpft der Geist gegen Wahnheute gilt eS nicht unser« Leben, unserm Blut — nein, heute gilt eS unserer Seele, unserm Geiste. — Wir kämpfen nicht gegen Andersglaubende, nicht Hegen Leute, die einer andern Konfession angehören — ach leider nein — unser Zeitalter hat Subjekte erzeugtdie sich mit gräßlicher Zronie zu unserer geheiligten-Religion bekennen wollen, die, erschauend die heilige Tief« unserer Lehren, mir dem Schleier der Nächstenliebe diese Lehren verdrehen, verzerren und sie so verkehrt und verzerrt dem verachtenden Sporte der Nebenmenschen Preis geben wollen — unsere Religion hak Subjekte geboren, die, gepflegt an ihrem treuen Herzen, sie zu verhöhnen, zu verachten bestreben. , Preußen. .. .Veplirt,. im Februar. Wie nichtig und grundli;s .die, Furcht, daß man sich bei der allgemeinen Glaubensfreiheit von dem Glauben eMuciMen werde, sei, zeigt sich durch die neue Bestimmung der Legierung, wonach die Seminare konfessionell, geschieden sein sollen, wiederholentlich bestätigt...; Diese Bestimmung würde noch vor der voMhr-ige« Märzrevolution eine allgemeine Entrüstung, aller Männer des Fortschritts hervvrgerufen haben . Man hätte in derselben nur den Seperalismuß erblickt, nicht, den allgemeinen religiösen, und dadurch allein den höchst sittlichen Zweck. Anders aber urteilt man jetzt, bei den zwanglosen Staatsinstitntionen. So sehr man auch dafür strebte, daß den Inden der Zutritt als Lehrer in die gelehrten Schule. gestattet werde, eben so sehr wünschenswert!) ist cs auch, daß die Elementarschulen konfessionell geschieden seien. Wir wollen hier nicht auf den Charakter der verschiedenen Religionen cingehen, um hieraus die Zweckmäßigkeit der getrennten Neligionöschulen nachznweisen; bleiben wir nur bei den jüdischen Schulen stehen, so wird sich die Notwendigkeit derselben zur Genüge zeigen. / ' Wer den jüdischen Religionsunterricht nicht nach dem Katechismus ertheilt, sondern unfern