Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 12 (23.3.1849)
- Date
- 1849-03-23
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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93 wird, der allgemeine würde immer mehr oder weniger in das Specielle eingreifen; somit wäre dach stets eine Trennung ausgesprochen, und der Schüler einer anderen Konfession würde doch gleich fühlen, daß von Dingen die Rede ist, die sein Glauben ihn nicht lehrr. Genau so abgränzen läßt sich dies Gebietäberhaupk nicht, und das Ganze beruht immer nur auf einer Täuschung. Ferner wäre ein solcher Unterricht auch nur ein vages Reden über allgemeine Sätze der Moral ohne haltbare Grundlage, ohne bestimmte Basis. Daß aber der kon« fessionelle Religionsunterricht der öffentlichen Schulen Thäligkeir des Menschen sei, und daß alle nachgelprochenen Wahrheiten — historische, empirische oder rationelle — des Geistes Leb e n h e m me y. Zn wende geistige Besitz «st kein schlechterer, als das Wissen. Skcts har der Me-sch das Bedürsnkß von jcnerFährgkcir Gebrauch zu machen. Ohne drese Thärigkecr irare keine Entwicklung des Geistes möglich. D:e Fähiyke't des Glaubens in dein menschlichen Geiste verleugne,', heißr den Menschengeist selbst verkennen. Ferner: Es gibt ein unendliches Gebier des Erkennenö, das d.m verschlossen bleibt, der es sich nicht glaubend zn eigen machen will, sondern in seltsamer Verblendung sich vermißt, auch da hinein mit dem Organ seiner Seele zu dringen daß wir Verstand nennen, und daß doch nur die Fähigkeit besitzt, den durch sinnliche Anschauung erworbenen geistigen Besitz zn ordnen und in seiner innern Gesetzmäßigkeit aufzufaffen. Die Feindschaft gegen den Glauben kommt 2) aus der Verkennung de- Wesens der Religion. Der Religionsunterricht bietet nämlich dem Kinde göttliche Gedanken zum Genuß und Gebrauch dar. Der Mensch soll glauben. daß er als Bild Gottes geschaffen, und daß er des Adels seiner Natur sich freue; daß der Allgegenwärtige ihm stets nahe ist, und er soll sich freuen seiner schürzenden Nähe; des Menschen Herz soll. voll D«yk werden. Es handelt sich hier um eine geistige Erhe. bung, um wahre, tiefe und innere Erbauung. Auch zum Gebrauche werden diese Gedanken dem Glauben überliefert. Der Mensch soll glauben, daß Gott ein sitkilches Thun und ein Vermeiden des Lasters fordert, er soll glauben an eine ewige Gerechtigkeit v. s. w. Diese Wahrheiten soll der Schüler in konkreter Form anschauen an den heiligen Geschichten, daß sie sich um so klarer, um so unvergeßlicher in sein Bewußtsein vertiefen. 3) wurzelt die Feindschaft gegen den Glauben in einer Verkennung der Aufgabe des Religionsunterrichtes. Denn dieser ist eigentlich kein Unterricht, sondern nur eine Unterweisung, eine Orientirung. Das Kind kennt schon den Einfluß des religiösen Lebens. ES soll dem Kinde dieses Alles nun zum Bewußtsein gebracht werden. Der Lehrer soll daö Kind vriemirrn «:, dem, was ihm bereits gehört, er soll ihm nach weisen, wie es seiner geistigen Besitzrhümer froh werden, 'wre eS^sse mehren, wie es sie geaen Angriffe' innerer «nid'äußerer Feinde schützen kann. Das ist das Wesen lvah'rer religiöser Unterweisung. Wir glaubten um so n^ehv hierauf anfiuerksam «riachen zu «nässen, als doch früher oder «pärer in mancher Gemeinde der Vorschlag einst geiNacht werden dürfte, dem Rcllgionsuiueer-ct re eine so nntergeoronere Stellung anziuveisen und chn au^ dem Lehrpläne der allgemeinen Schule zu streichen. Solche Theorieen verlieren sich ledoeh wreder, wie sie au fger.ru chr sind, sie sin» Geb»n «en eines alles zerfetzenden und auflösenden Geistes der sich vorzugsweise in Zeilen geltend macht, wo die Bestrebung sich alles Positiven zu entledigen, so enlsctieden und kräftig austritt. Somit wird sie nickt leicht eine Gemeinde sind«»', die solchem Ansinnen «in williges Ohr lechen möchte. Modernität und Zndeuthum Von Dr. G. E Cer Zahrtausenben, seitdem daS gü tliche Gesetz sich die Bahn durch die verwilderte Menschheit gebrochen, seitdem hak eS auch Menschen gegeben, welcher