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Der treue Zionswächter · 1849-03-23 · 12 (23.3.1849) · page 4

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
12 (23.3.1849)
Date
1849-03-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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welche vor Unkeuschheil, vor Lug und Trug, vor Beeinträchtigung und Kränkung des Nächsten ebensowenig errölhen und zürückschrecken als vor dem rächenden StaarSstrafgesetze, welches die Verbrecher wol wegen VerletzüUg ' feinet Verbote, wel.de die Vernunft hier so, dorr anders lehrr^ nicht aber wegen Ncligionsentweihung zur Rechenschaft und zur Buße zieht. Es ist demnach durchaus nicht die höhere oder minderwichtl'ge Bedeutsamkeit der O'vrcm O'ty, welche sich durch das Gewissen jener Abtrünnigen mehr oder weniger an den Tag gibt, sondern lediglich die Furcht vor gerichtlicher Betretung, vor öffentlicher Beschämung und andern ähnlichen Gründen, die nur in Aeußcrlichkeiten, aber nie in reiner Gottesfurcht, auch nie in wahrer Vcrnunstüberzeugung wurzeln. Bei Vielen jedoch kommen wir immer auf die bekannte Klage zurück, daß die eingebildete Aufklärung, die vorgeschühte Vcrnunftforderung die Kinder unserer Zeit zum Unglauben und Abfall hinriß. Schillers schöne Sentenz: ' - ' »Wohl Venen die des Wissens Gut ' " - Nicht mit dem Herzen zahlen« - - findet wenig Beachtung. Leute, die kaum noch in den Schulwissenschaftrn unkerrlchker sind, sich aber durch, einige Grazie in ihrer Haltung gebildet und vcrnünsrig glaubrn, maßen sich Urcheile über das Erhabenste -und Heiligste au. Dahin hat es nur die Vernachlässigung der religiösen Bildung gebracht. Wanentschuldigt diesen Fehler, sammr den schon wohl fühlbaren. Folgen mit dem Mangel an geeigneten Anstalten, an kundigen und frommen Lehrern, an Mitteln und dgl.;< allein offenbar fällt die Ursache dieses Mißstandes: wiederum auf die kargen MamonSbesitzer, auf die uneinigen Gemeinden, auf die lauen Vertreter und einseitigen oder halbseitigen Geistlichen zurück. Die Knaben werden gewöhnlich zu früh dem Religionsunterrichte entrissen, und zum Studium auf Gejchrrenschulen*) geschickt oder dem Geschäfte zugewandt, ehe ihr Herz für den Glauben gewonnen, und ihr Geist durch das Wort Gottes erleuchtet werden konnte. Wir wollen uns durch die *) Die mittelst der in Deutschland endlich erlangten Emancipation gegebene Aussicht auf Thcilncchme am Staatsdienste möge die jüdischen Eltern aber nicht verleiten, ihre an die Spitze zu drängen. Bescheidenheit und Vorsicht sind hierin besonders nothwendig. Neid und Haß mit gewöhnlichem Gefolge dürfen nicht aufs neue geweckt werden. freiere Richtung und ungehemmte Bewegung, welche Religion, Wtssenschaft und Kunst in neuester Zeit zu nehmen begonnenuns Hoffnung einflößen lassen, daß sowvl besser gesinnte als besser unterrichtete Lehrer, die nicht mehr durch äußere'Gesetzesschranken abgehalken sind, mehr Institute zu diesem Zwecke gründen, als auch Begüterte, in denen noch reger Sinn für Religion wackr, solche Anstalten fördern, und Eltern ihre Söhne denselben als Zöglinge anvcrtranen, auf daß in diesen der Glaube und die Religion erstarke, fest wurzele, und später, wenn dieselben zum selbständigen Gebrauche ihrer Vernunft gelangen, dem Wahne, dem Zrrrhume, der Eitelkeit, der Verlockung widerstehen, und als Bürger auf Erden niemals den Himmel aus den Augen und dem Herzen verlieren könne. Einige Bemerkungen, die Schulen betreffend. Von U. ns. Die neuesten Bestrebungen haben sich nicht in der Politik allein geltend gemacht, sondern jedes Gebiet dis'Geistes und der Thätigkeir haben sie erfaßt und ^äüf'demselben jetzt schon nicht zu übersehende Erscheinungen zu Tage gefördert. Demnach war man auf Umänderungen im Schulwesen nicht minder bedacht, jaeine bedeutende und rege Beweglichkeit hat sich bcsondrrs hier gezeigt, unter vielen Vorschlägen, Nefordie Frage über die Entfernung des konfessionellen Nei«, gionSunrerrichts aus der Schule vielfach zur Sprache gekommen, und sind die Akten in Betreff dieser Angelegenheit noch lange nicht geschloffen. Wenn dieses Prinzip ausspräche, daß aus allen Schulen in Deutschland der konftnsionelle Religionsunterricht entfernt werden müßte, so drohte dem Bestehen der jüdischen Konfes, sionsschulen Gefahr, und die Religion, für welche ohnehin die Begeisterung schon seit einigen Decennien so sehr geschwunden, würde immer mehr der Vergessenheit überliefert werden, und wenn sie in Privakstunden errheilt wird, so würde sie bekanntlich sehr viel von ihrer Würde und ihren Ansehen verlieren. Ueberdies wird auch der Geist der Verbrüderung nicht verbreitet, und die Brüderlichkeit weder gefördert noch erreicht, wenn kein konfessioneller Religionsunterricht erlheilt

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