Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 12 (23.3.1849)
- Date
- 1849-03-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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«r» »i den. Ost erzeugen VorurtheUe, die den menschlichen Geist in dem Maaße, wie er mehr vdtt weniger beschrankt ist, beherrschen^ solche Zrrrhümer, dü; der Wahrheit den Eingang so laug« versperren,, hider Verstand geübt genug ist, zur Ueberzeugung oder zum Glauben zu führen. Wahr ist darum Cronegk'S Spruch'- "Wer eine Sach' nicht fennt,-fchiinpft oft, aus Eigensinn; Die Macht des Vorurteils,,r?ißt.au.ch)den Frommen hin.» Allzu häufig lehrt uns.die Erfahrung, daß Männer von Geist ihre himmlischen Gaben und sogar ihr Wissen auder Religion freventlich mißbrauchen. Wie viel GureS könnte durch die erleuchteten Männer unserer Nation für die Religion und da- Volk gestiftet und verbreitet werden, wenn nicht ein gewisser Wahn dem Streben eine verkehrte Richtung gäbe. Daraufscheinen Schillers Worte wohl angewandt: «Der Schrecklichste rer Schrecken ist der Mensch in seinem Wahn. Weh' denen, die dem EwsgbNnden " ' ' Des Lichtes Himmclfackel leihen! - ' i : Sic strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden, > - Der Fehler solcher rede, und schrtjbstrMn^eM, der leider jetzt ziemlich allgemein geworden ist, wuczeft meist darin, daß dieselben die Begriffe: Pesjzttstst, Tugend, Religion nur im Munde und - in, deL Feder führen, deren Herz aber bei diesen erhabenen Gedanken kalt und hart wie Marmor bleibe, Kei uller.^Vernunfr, weiche viele hoch und über ihre Schranke^ erheben, umgiebt ihren Geist ein düstrer Wahn; hei aller Religion, welche sie predigen, umfängt ihre Seele ein nagender Unglaube; bei aller Tugend, welche sie empfehlen, wird ihr Herz von unbändigen Leidenschaften zerrissen^ Dieser Zwiespalt zwischen der Zunge und dem Herzen, Vieser Mangel an Wahrhaftigkeit, diese innere Zweifclsucht, durch einen gleisnerischen Deckmantel umhüllt, kann dem Hörer und Leser nicht verborgen bleiben, kann weder Trost noch Besserung herbeiführen, kann Geist und Seele nicht befriedigen. Während innere Ueberzeugung und vertrauensvolles Glauben und Anschmiegen an die Gottheit, durch freudigem Ernst, in Worten, in der Haltung und im gesammten Leben ausgeprägt, im Herzen unserer Genossen Besserung und Beseeligung erzeugt, führt Schwanken endlich zum *) Wer anders hat durch Entflammung der Phantasie rr. den herrschenden Unglauben und Abfall cherbeigeführt, als gerade diejenigen, welche die ihnen anvevtranke Himmelsfackcl nicht, zu wahren noch zu handhaben verstanden. Falle; ein Fall ermattet die Kräfte und bereitet Hey andern. Dem weisen Spruche unserer Meisen m-ru und '!> ypop we bvv rc. entsprechend, sagt Gellere schön und richtig: «Fxcund, wer ein Laster, liebt, der liebt die Lastfr.aye; Wer ein Gesetz der Äugend Übertritt, Entheiligt in dem Einen Falle Im Herzen auch die andern mit. ' Schrift und Vernunft behaupten dre-ft Lehre. Der Witz, der Dich die Wahrheit lehrt: . . Die Ausschweifung *) sei kein Verbrechen, Wird, wenn Dein Bortheil cs begehrt. Das Wort sogleich der Mordsucht sprechen. Aus einmal wird man nicht der größte Bösewicht.» Viele von denen, welche die Vernunft recht zu gebrauchen meinen, und dennoch unvernünftig handeln, hie den Glauben unter die Kritik der Vernunft Herabziehen« und was dieser nicht zusagt, schonungslos hinter den Nucken schleudern, fühlen wol früher oder später die Mißbilligung in ihrem Innern; aber der Genuß h'EWgeMltcks"'läßt die Gründe de- Widerspruches Nicht vernehmen und lähmt die Kraft des Widerstande-. Aft schichtigen Worte eines älteren Gelehrten kauten „ .. * ss^ag, ^s chem Menschen gelingen, auf Augenblicke zu betäuben: die Stunde bie«br nicht aus', wo es fiilchtbar wieder erwachen wird Der Anklage 4uo , des Gewissens, des richtenden Gottes im Herzen, aus Pie D^u^ ausche^chey wollen, «st vergebliches Beginnen. Man^n'n den Derrath am Gewissen nicht iin Weine ersaufen^ nl^tn ,ftiheneN Kissen verschlafen, nicht Mit ^u^iE^ ^che^e hsnwe^fto So Haller "»Gott"grüis mit Flammenschrift in undes Lasters Scheu ' '"^iu^^csstn^Nachgeschmack, die bittre Kost der Neu''.»' Dle' Stimme'-de- Innern mahnr vor, und straft nach dtrn''Verstoße gegen sedeS NeligkonS- und Stkkengese'tzt Dieft'n Innern Ruf vernimmt der Gewissenhafte, so oft ihn bfe Gelegenheit zu einem Vergehen einiader, und fühlt eine erschütternde Bewegung, eine ahndende Unruhe mit dem erwachenden Bewußtsein einer gegen den göttlichen Willen begangenen Sünde. Man fehlt aber häufiger und gleichgültiger, wird man einwenden, gegen Neligionsr als gegen Vernunflverbole; sollte man daraus nicht schließen dürfen, daß die Stimme deS Gewissens diese mehr als jene bestraft? KeiusswegVl Denn erstlich sind es doch gerade nur ReligionSerächlev, .-?) Man vertauschte gern das zuundelstaie H. inir-dirsein Ausdruft.