Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 12 (23.3.1849)
- Date
- 1849-03-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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»ZH -W HZ» brauchen, warlr eine Ausbildusitz ltnd Erhebung des GclsieS ünmögM. Forschen ww ^aber nach der Ursache ch^er Berschredenheit in der Anschauung der Dinge, im Denken und Streben, in der moralischen Lebensweise der Menschen, so finden wir, daß zahl- und namenlose Einflüsse in uns trüben und bestechen, und tausendfache Gründe, die bald aus Eitelkeit, bald aus Eigennutz und vielen andern leidenschaftlichen Forderungen entspringe«- 'ihre sanfte Stimme in uns ersticken, und den Irrthüm zur Wahrheit erheben können. EL fehlt leider zu oft an lauterer, ruhiger, gesunder, kalter Ucberzeugung. Zeder sucht in seiner Verblendung sich santtnt seiner Handlungsweile zu rechtfertigen, und bei später eintretcnder -Reue und besserer Ueberzeugung die Schuld auf Umstande zu bürden, welche damit tzieveicht in gär keiner Wechselwirkung standen. Auch außerdem jst die menschliche Vernunft nicht untrüglich, woher sonst der auffallende Widerspruch in allen Resultaten aus den der Vernunft unterstellten Forschung^, welche die Gelehrten aller Zeiten und Völker beschafftzten; sie ist ferner nicht vermögend. Alles-zu überschauen, zu ergründen, noch in daS Übersinnliche, und Himmlische < soweit > einzudringen. bis die reine unbestreitbare Wahrheit vor unseren Augen enthüllt daliegt. *) Sie bedarf norhrvendig einer Leitung, eines höheren Lichts. Es ist die Religion, die her Vernunft aus Irrwegen Hilst, „gleich dem Leuchrhurm, der am Rande des weiten Weltmeers, den tm Dunkel der Nebel Und Nächte nach einem nahen Ziele spähenden Schiffern durch sein Licht den Weg zum sichern Hafen zeigt/'' Religion mit V nunst avfgesaßt führt den Mensch zur Erkennrniß der Wahrheit; die. eine ohne die anderen könnten nicht förderlich Dirken. Einen unvernünftigen Frommen (?vw 7vü) nennt die Mischna einen Wellverheerer; der Bitte um die Gabe der Vernunft räumten die unter allen andern Bitten die erste Stelle ein. Der König Salomo beschränkte alle seine Forderungen auf einen vernünftige« Sinn, zwischen Gutem und Bösem zu unterscheiden W vvi5 sö vs!» sw und Hem Ewigen gefiel diese Bitte wohl. Gerade diejenigen fassen die Religion nickt mit Vernunft auf, welche alles, was dem menschlichen Geiste zu erhaben und darum unbegreiflich ist, nicht anerkennen, sondern radeln und verwerfen. Bleibt doch dem Erben¬ *) Man denke an die Idee, welche "Schillerdurch »das verschleierte Bild zu SaiS« entwickeln wollte. sohne und Wesen ein Räthsel versteht er so wenig von -den «Aräglich Gch vor seinen Augen äußernden Naturkrasten. nie ^vill »r den ^unendlichen Ocean göttlicher Wahrheiten bis zu seiner Tiefe ergründen, bis Ättf seinen letzten Grund erschöpfen! — So wenig ein Kmd ohne den elterlichen Rath selbst in seinem Kreisewernünftig denkt und handelt eben sowenig kann unsere Denk- und Handlungsweise in unseren Sphären ohne den göttlichen Glauben gedeihen. Wäre der Mensch noch so einsichtsvoll/ so vermöchte doch seine Geisteskraft nicht alles nach seinem wahren Werche zu würdigen; nur auf den Flügeln der Religion erhebt sich die Vernunft himmelwärts Die großen Geister des griechischen und römischen AlterkhumS konnten cS durch viele Zeitalter, trotz der tiefsten Forschungen nicht zu der Beruhigungrbringen. welche uns die Offenbarung durch wenige Worte gewährt. Würden die Menschen, die über das Heilige Nachdenken, ohne durch gehörte oder selbst geschaffene Vorurtheile und falsche Meinungen geblendet zu sein, ohne Vorliebe für ungestörte Behaglichkeit, aber mit ^Eistr für die Wahrheit -an <die Anschauung'desiUeberirdischen gehen, so könnten Zweifel such t,S ckwa rmrkeinn Fanatismus nie soviel llnheilin der W'elr anrichten, nie würde das Geistige vom Slnnlschen>-die Sache von der Form, die Religion von selbstsüchtiger Lehrmeinung verschlungen wer- *). Der.griechische-Philo-soph Hcraklit aus Ephesus erhob in seiner^Lchre von der'Natur -er Dinge das Feuer, oder ,aüeS^Üb«ige-entstandeni sein sollte. Entstehen und Vergehen, als Feindschaft .und Freundschaft dargestellt läßt er in dem Upveftp, . in Harmonie vereint, nach. dem Gesetze der Noth- Grundsätze deö Aristoteles: »Beobachtung des beständigen Mittelmaaßes;« (mehr rechtlich als sittlich) der Stoiker: «Man muß sich selbst genügen;» (praktisch unmögliich) des bedingtes Ergeben auf die rein formale Nöthigung eines ver« meintlich bloß subjektiven Sollens;» (bloß formal-) Fichte'S; »Übcreinstimmung .mit sich selbst und seinem Berufe» (ebenfalls bloß formal.) rcrc-