Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 12 (23.3.1849)
- Date
- 1849-03-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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"Der treue Lians^Wäehter r»r Währung dev ZntereMrr des Vrtyvdoxerr JuderrlhrrMs. Redueteur. vr. Enoch, 5. Jahrgang. 23. März 1849. I Altona. > v'1.1 17b v'z IS. Von diesem Blatte erscheint wöchentlich einmal . Freitags, ein Bogen. Das Abonnement auf ein Jahr ist K-- Et. (2 Thlr. pr., 3Fl. 30 Xr.) Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern. ftliden Buchhandlungen und Zeitungs-Expeditionen. Inhalt reitende Artikel: Religion und Vernunft Von L. — Einige Bemerkungen« die Schulen betreffend. Vpn ü' 7^ Modernität und Judenthum. Bon Dr G» E. — Zeitungsnachrichtcn aus: Berlin, Mainz. Baden—Anzeiger. — Briefwechsel. — Religion rin- Vernunft Von A. Insofern die Vernunft *) da- Vermögen besitzt, das Wahre vom Falschen. daS Zeitliche vom Ewigen, das Irdische vom Himmlischen zu unrerscheiden, erhebt er sich über die ganze sichtbare Schöpfung. Die Vernunft ist gleichsam ein Gesetz, daß aus der Uebereinstimmung der gesammten Menschheit hervorgehr, und ihr wiederum als Richtschnur**) dient; sie ist *) Man wählte in gegenwärtiger Arbeit absichtlich mehrere Citate aus neueren deutschen Klassikern, um denen, die aus Nnkunde gegen allen Glauben sprechen, auch wo Überzeugung der äußere Sinne unmöglich ist. zu zeigen, daß auch die Gelehrten. ohne zu den Theologen und zu den Obskuren zu gehören, die Vernunft als unzulänglich, und den Glauben als nothwendig bezeichnen. »») Unter den Vernunftgeseßen wird sich kein einziges rväre^ Dem Volke Israel hat der Ewige in seiner unendlichen diebe und Weisheit besondere Verordnungen gegeben, deren eine Tabe des Himmels, di« der schmähe»» würde, welcher sie gewaltsam unterdrücken wollte. Ohne die Freiheit, sie beim Denken in Wort und Schrift zu ge. letzter Grund von der menschlichen Vernunft nicht aufgesunden werden kann, und dte wir im Vertrauen auf den unerwrsch. lichen Rathschluß des Himmels dennoch anzuerkennen und mit aller Sorgfalt und mit vollkommener Hingebung zu erfüllen die Verpflichtung fühlen und haben. Ihre Befolgung beringt unser Glück und Unsere Seligkeit Eu« fester P.uth, «in williges Herz ein frommes Gemstth wird im Gehorsam gegen riesclbeu nie eine Schwierigkeit wahrnehinen. wird mit Freuden die Hindernisse bekämpfen und beseitige welche sich auswcrfcu mögen/ und wird sogar als Wohltha'ten jene Schranken an. sehen/ die von unseren Weisen zumSchntze gegen Jrrthum nnd Frevel gesetzt wurden. Hingegen durchgängig einleuchtend für die menschliche Vernunft erscheinen die sieben Pflichten, welche der Schöpfer von allen Nationen des Erdbodens befolgt wissen will. Diese Vorschriften für Noachs Nachkommen sind aber: l) Das Gebot der Rechtspflege, 2) das Verbot der Gotteslästerung, 3) des Götzendienstes, 4) der Blutschande. 5) des Mor. des, 6) des Raubes, 7) des Genusses vom Fleische lebendiger Thiere, mit den Verzweigungen dieser Mitzwoth. wie sie der Talmud 0. Siintlsilrin lol. ik. auscinandcrseet. und aus der h. Schrift nachweist. Wenn diese Grundgesetze, welche dem Israeliten in weit größerer Ausdehnung und noch viel nachdrücklicher eingeschärft sind, von den Nationen anßer Israel befolgt werden, so ist von diesen ihrer Pflicht Genüge geleistet, und ihnen wird hierauf nach demselben Traktat im Talmud Seligkeit verheiße».