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Der treue Zionswächter · 1849-03-16 · 11 (16.3.1849) · page 4

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
11 (16.3.1849)
Date
1849-03-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
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an Theilnehmern, an Armen, Geblendeten, Verführten nicht fehlen. Aber noch bilderen die einzelnen Glieder kein Ganzes, noch fühlte man sich gleichsam ausgestoßen und gewissermaßen verlassen von der älteren GlaubenS- ' parrei, und man sehnte sich nach Vertretern, die die einzelnen Glieder zu einem legitimen Ganzen erheben sollten. Die Räuber finden ja ihre Hauptlcure, jedes Lasier seine Vercheidigcr und Anhänger — warum sollte eS an Verfechtern von Ideen fehlen, die ja nach ihrer Ansicht die schönsten Lcbensannehmlichkeiren in Aussicht stellten? Es fehlte nicht an jener Klasse von Menschen oder wenn ich sie so nennen darf — an jener Klasse von Geistlichen, denen die verschrobenen Ideen beschränkter AüragSgcister den Namen „aufgeklärt" zulegen. Zehr wurde cs zur Ehrensache, a„< gesackt durch die Sucht berühmt oder mindestens b e r ü ckrigr zu werden, damit sie aber doch um jeden Preis Anhänger fänden — jedoch man fühlte es wol, daß man mir dem wahren EnrstehuntzSgruNd ihrer Ansichten die bloße Bequemlichkeit zur Stillung viehischer Begierden nicht durchdringrn könne, und es mußte zuernem radikaleren Mittel Zuflucht genommen werden. Man er-- klarre jetzt die ganze ceremonielle Religion, die Jahr-' tausende bestanden — für null und nichtig^ mäN erklärt« jetzt die ganze ceremcnielle Religion^ die'Iabr.- tausende bestanden — für null und nichtig, "lsiaii erklärte sie durchweg als Kontrast mit dem jetzigen Zeitgeist^ ja, die Frechheit ging so weit, sie sogak H crarchie ^Md Tyrannei zu nennen, blvS'weil -es ltzc-n Zeir^eftte oder der Mode so beliebte und daS wüS frühl r gewissermaßen als ein religiöses Vergehen erachtet wurde/ beschönigte man jetzt durch das Prädikat: Zeirge-st zeitgemäß. Konnte cs nun an Anhänger fehlen? Nahe Dich einem Kinde, wenn es auch mit innig zärtlicher Liebe am treuen Mutterherzen, am trauten Elrernhause bängt, male ihm die Ferne mit den lieblich glänzenden Farben eines Verführers, male ihm die liebevolle Strenge der Mutter als Tyrannei, male ihm die zärtliche Aufsicht als Knechtschaft, male ihm die kleinen Opfer, welche der kindliche Gehorsam erheischt, a!S Unterdrückung deS Geistes — sage mir, Leser, kann das Kind nur einen Augenblick anstehen. Dir. zu folgen? Wird eS Dich nicht sichend bitten, es zu befreien aus dem Joch, daß Du ihm so kraß geschildert? Wird es nicht freudig das Elternhaus, das - lheure, geliebte, nie zu ersetzende verlassen? ES kann nicht anders und so war eS auch hier. Denn Kinder waren es, welche hier das Wort der Verführer geworden, Kinder, zwar körperlich mannbar, doch noch Säugling an dem treuen Busen der Religion, Kinder, denen das gebildete neunzehnte Jahrhundert das Dedürfniß der französischen Sprache cingeimpfr hakte und sie so die Grundlagen der Religion, deS geheiligten E laubens verabsäumen ließ, Kinder, die es vergessen Hallen, daß es außer irdischer Glückseligkeit, außer prunkender Geistesbildung noch eine treue mütterliche Fürsorgerin, eine liebende Freundin, eine wvhlthätige Trösterin im Unglück giebt, daß die Religion, der riefe, innbrünstig gefühlte Glaube über alles Erdenglück erhaben d.,steht. Ach vielfach habe ich augenscheinlich religiöse jüdische Eltern gesunden, die mit freudigem Trolle ihre zehn- und zwölfjährige Kinder zeigten die schon fertig französisch und englisch spracht«, Wunderkinder in der Musik und sonstigen Wissenschaften waren — und als man sie fragte:, „wie weit die Kinder in der Erkennrniß der Religion; des IudcruhumS vorgeschritten seien," dann achselzuckend antworteten: „daß die Kinder vorläufig, noch zu sehr mit diesen Wissenschaften in Anspruch genommen seien — doch nächstens damit anftmgrn sollten, Rellgioiikttiucrrichc zu nehmen" Ai me, geblendete?Elrrrn, Ihr, die Ihr scolaflose Nachte Euren Kindern^ opfert, dre Ihr oft, nur Eurzr-hung Eures Nörhigsten, mit bangender Sorge El.re Kinder er Zieher, Ihr, die Ihr Eure ganze dcrelnstige Hoffnung auf diese Kinder gesetzt habt — o rno r,ret II r es doch fühlen, ehe blutige Thränerr Eu!- mahnen d-.ß es zu spat ist, möchtet Ihr es fühlen, daß die Religion. der Glaube ur.ftre Stühe, unser Wegweiser durch das ganze Leben iü, daß, wendet Ihr nicht Eure Sorgfalt geradeaus d-eftn Unterricht —Ihr Euren Kindern das wieder tausendfach entziehe, was Ihr Ihnen so liebevoll geboren.' — Auf diese Wcise mußte natürlich die Theilnahn e an jener neuen Sekre sich vergrößern. Selbstständige Personen, deren religiöse Erziehung, wre gesagt, verwildert war, konnte sie nur willkommen sein — und Eltern die zu spät es fühlten, wie sehr rcli, giöS ihre Kinder vernachlässigt waren, weihten ihr willig die Kinder, gaben ihr theures, geliebtes Herzblut den Verführern preis, die Sekte nannte sich ja ebenfalls „Juden " nannten sich die aufgeklärten Juden," konnte man eS den armen Elttrn verdenken, daß sie den Ertrinkenden lieber einen Strohhalm zuwerfen wollten, ehe sie rettungslos ganz als „Jude" zu verlieren in

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