Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 11 (16.3.1849)
- Date
- 1849-03-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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bleiblich schädlich gemacht, daß inan keine andere Aufklärung zu kennen scheint, oder sich auch wol durch keine andere mit mehrerem 2lufsehen auszeichnen zu können glaubt, als die bloß im Laugnen, Nirderreißen und Wegwerfen dessen, was bisher für Wahrheit gehalten worden, beistehen soll; und ie mehr etwas bis dahin dem großen Haufen der Israeliten alte, heilige und unverletzliche Wahrheit gewesen ist, desto ehrenvoller findet Mancher, bloß dieser einzigen Ursache wegen, die Herzhaftigkeit, darüber Sieger zu werden, und desto begieriger wird er auch dann erst, schwache Seiten, welche diesen Sieg erleichtern können, alles Ernstes aufsuchcn. Zn diesem übelverstandcnen Ausklarungseifer vergißt man a!so zu leicht, daß auch dadurch ein sehr wohlrhätigeS Licht gebracht werden kann, wenn wahre glücklichmachende Grundsätze auf's neue unterstützet, in größerer Deutlichkeit dargestellt, von Zweifel und Verwirrung mehr befreiet, und-also dem gemeinen Verstände sowol, als dem philofophijchen Scharfsinn gleich annehmungswenh gewacht werden. Hier laßt sich so oft die Richtigkeit der Bemerkung erfahren, daß Wahreren, die ehemals mit vieler Bewegung untersucht, bestritten und verrheibigt, aber auch dadurch auf lange Zeit zu erncr ruhigen Entscheidung gebracht worden, daß die nachher, eben um dieses allgemeinen, von keinem Widerspruche gestörten Beifalls ivillen, mit argwöhnischen Augen, ob sie nicht bloße B-rurkheile sein Möchten, betracht^ werben; und dieser zu geschwind gefaßte Argwohn ist dann schon manchen lebhaften Köpfen Anlaß genug. daS Schlimmste darin auch für daS Glaublichste zu Hallen und sich durch neue kühne Versuche in der Umstoßung eines solchen gemuthmaßren Vorurrdnis hervorzuchun, auf diese Weise heißt eS dann Licht schaffen, wo nur etwas Gewöhnliches nud Bekanntes geläuguer wird; eine Bemühung, von welcher die Wahrheit und die Welt überaus wenig Nutzen har. Wir können nur Mitleiden und Verachtung dabei fühlen, wenn unsere Zugend in aller Frühe sich gewöhnt oder gewöhnet wird, mit mächtiger Beredsamkeit nach ihrer Art, von Aufklärung und Toleranz zu schwatzen, ehe sie es sich hak lehren lassen, daß das durchaus ganz etwas anderes ist, als ein allgemeines Wegläugnen. daß etwa das Verdienst des Aufklärens nur denen gebühren sollte, die sich lediglich mit dem Wegraumen zu rhun machen, und daß daS Uebrjge ganz etwas anders, als allgemeine leichtsinnige Gleichgültig» keir. So lange HicS der Ton ist, der da herrscht nnd noch immer lauter zu werden scheint, so lange darf eS uns nickt befremden, daß die Religion, als etwas Altes, nicht mehr Freunde hat. Ohne Zweikel aber liegt auch eine noch besonders ergiebige Quelle des Widerwillens gegen religiöse Ueberzeugungen und Gesinnungen in dem trägen Hange zu bloßen Gegenständen der Sinne, dem man jetzt, mehr als sonst, ein philosophisches Gewand und die Gestalt eines durchgedachten Systems zu geben sucht. Dies ist daS niedrige gemächliche Feld auf welchen größrenthcilS unsere Welt sich in einem ewigen Wirbel Herumdreher, wo sie alles ihr Denken erschöpft, um da Neuheiten und Verfeinerungen aufzusuchen, ohne es sich jemals einfaüen zu lassen, daß noch etwas anderes und niedreres für den Zkraeliten gehöre, dem zu Folge der Geschmack des wesentlich Großen, Schönen und Guten, der uns eigentlich zu wahren Rcligionsempfindungen fähig macht, immer völliger verloren gehr. Die Erfahrung selbst kann es schon entscheiden, auf welcher Seite in diesem Stücke Nutzen oder Schaden im Zudenthum gestiftet wird; und dann sollte doch die eigene Empfindung einen Zcden behutsamer und zurück haltender machen, um nicht, indem er erleuchten will, zu'brttinen und zu verzehren. Zch kann mir kaum Vorsteven, daß die lauten Prediger einer durchaus so unfruchtbaren Denkungsart eine einzige Stunde hierüber ruhig und müpartheiifch mit ihrem Herzen sprechen können, ohne selbst die Unwürdigkeir dieses Verfahrens zu fühlen. Mir der Ausbreitung eiu.r Drirknng-arr, die doch immer nnr betäubt, die so gänzlich auf ein bloßes Nicklalaubrn und Bestreiten chiuauslaufr, in fröhlichem Miühe zu stegprangen; was gehört dazu für eine Seele j — — DaS moderne Zudenthum, sein Ursprung und sein Fortgang. Don Dr. G. E. Die Zeit jenes ewige SchicksalSrad, mit ihren mächtig geistigen Zauberflügeln, welche im Adlerfluge an uns vvrüberrauscht, hie und da seine Ereignisse hinhauchrund wiedcr verwischt, ist von jeher von einem steten ZerstörungSsistem begleitet gewesen. ES ist ihr