Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 11 (16.3.1849)
- Date
- 1849-03-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Der zur Wahrung her Interessen Des orthodoxen Zubenthnins Nedaeteur: vr. Enoch, Direktor und Oberlehrer zu Altona. 5. Jahrgang. >6. Msr, i8«s. I Altona. > -)?b 5'r Von diesem Blatte erscheint wöchentlich einmal, Freitags, ein Bogen. Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 P Ct. (2 Tblr. pr., 3Fl. 3NXr.) Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern, soliden Buchhandlungen und Zeitungs-Erpeduicnen. Inhalt. Leitende Artikel: Anfttärungseifcrer. Don Rabb- Munk- — Das moderne Jndcnthum, sein Ursprung und sein Fortgang. — Zeitungsnachrichten aus: Hamburg, Mck, lcnbnrg-Lchwcrin, Wien, Austerlitz. —Miscelle. — Briefwechsel. ArrfkläruugseLferer. Vom Rabbiner Munk. Wenn ich mir die Früchte und Erfolge einer solchen ungebundenen Herabwürdigung und Bestreitung der Religion, die sich von ernsthafter, wahrheitsforschcnder Bezweiflung so sehr unterscheidet, verstelle, so thut es mir anßerst wehe, Köpfe und Federn damit beschäftige zu sehen, von welchen zum Theil so viel Nützlicheres und Ehrenwerkheres zu erwarten wäre. Ich suche daher nach Erklärungen dieses Phänomen», um, wo möglich, die Quellen davon weniger unlauter zu finden. Eine der hauptsächlichsten unter diesen ist: Mißkenntniß dessen, was wirklich Religion ist, und daher unaufhörliche Vermengung derselben, entweder mir offenbaren Ungereimtheiten oder mir unfruchtbaren zweifelhaften Spekulationen, die dem gesunden Wahrheirsgefuhl durchaus fremd bleiben, keinen Einfluß auf moralisches Wohl haben, und doch zum Theil zu gleicher Wichtigkeit mit den eigentlichen Grundfesten der religiösen Rechtschaffenheit, wo nicht gar über dieselben, erhoben werden. Wo also wahre Erkenntniß und Verehrung Gottes, wahre israelitische Gesinnung mit d,N ungereimtesten Lehrmeinungen und den unwürdigsten Maximen der arglistigen Politik für einerlei gehalten wird, daber ist es freilich leicht, alle Uebel ans die Rechnung der Religion zu sehen Nicht viel besser, obgleich vielleicht eben so gewöhnlich, ist die Aufwiegelung des Gemükhs gegen ein jedes religiöses System, welche durch ein übles Ver- Fälle geben, und es mag deren genug gegeben haben, wo selbst feurige Verfechter der Rechrgläudigkeit sich nicht nur überhaupt unverantwortliche Verletzungen des Gewissens erlauben, sondern auch besonders in ihren eingebildeten Benützungen deS Glaubens zu solchen Methoden ihre Zuflucht nehmen, die ihr Miß,rauen auf die von ihnen veriheidigte Sache selbst nur gar zu sehr verrathen. Außer dem allen aber ist es auch möglich, daß die wirkliche Begierde, Licht und Wahrheit auszubreiren, Aberglauben zu bestreiten, Vorurcheile zu vertilge,,, und also dem menschlichen Geschleckte mehr Freiheit und Gluck zu verschaffen; und in so fern ist die Triebfeder dazu allerdings rühmlich genug. N„r wird die Sache dadurch verderbt und der Erfolg fast unanc-